Grand Island im Festsaal Kreuzberg
Eigentlich, so schwirrte es mir die ganze Zeit durch den Kopf, wollte ich doch wieder dem Badeschiff einen kleinen Besuch abstatten. Die Vorzeichen standen auch ganz gut: es war bedeckt, schwül-kalt-doof, und ein kurzer Anruf verhieß recht überschaubare Badegastzahlen. Die Zitty machte mir da einen Strich durch die Rechnung, aber da die Alternative Rock’n'Roll hieß, hielt sich die Trauer in Grenzen.
Eine kleine Premiere am Rande, und ungewohnt dazu: ich war als allererster Gast im Festsaal. Dieses Ereignis musste ich dokumentarisch festhalten:
Die Welt aus der Sicht des FOH. Nicht viel los…
…und damit nur unwesentlich mehr als hier…
…oder hier. Ja, wo sind sie denn alle?!?
Leider wurde es nicht wesentlich voller; die Band-zu-Publikum-Ratio von 1:5 ist zwar eine Traumquote, wenn man mit einer Jugendgruppe schwimmen geht, aber Konzerte dürfen gerne gut besucht sein. Vielleicht kam auch deswegen der Funke nicht so rüber, wie ich es mir erhofft hatte.
Durch die myspace-Seite war ich ja überhaupt erst zu der Überzeugung gekommen, mir die Band anschauen zu wollen, und insgeheim hatte ich gehofft, das Konzert würde mich ähnlich mitreißen, aber so ganz erfüllen konnte der Gig die Erwartungen nicht. Dabei war die Band gut drauf, rockte trotz spärlich vorhandener Zuschauermasse richtig los – und spielte einen spannenden Mix aus rotzigem Rock’n'Roll neuerer Coleur, Punk, und überraschenden, experimentell klingenden Elementen, wobei ich fand, dass sie zu viel Gustav und zu wenig Bewusstseinserweiterung gespielt haben. Der Rest der Zuhörerschaft anscheinend nicht, also will ich nicht zu sehr herummäkeln; schließlich habe ich ja doch ne CD gekauft.
Grand Island sind eine sympathische, unterhaltsame Band aus Oslo, die mir meiner Meinung nach mit 12 Euro zu viel abgeknöpft haben. Nen sechser, und alles wäre super gewesen. So: lockere 3.
Ach ja: und Banjos gehören verboten. Oder – ich bin eher gegen Verbote – geflissentlich ignoriert. Ausser bei jenem sehr lustigen Riff, das eben deswegen lustig war, weil das Banjo die Gitarre begleitet hat.
Selber hören:
myspace
Selber kennenlernen:
Bandseite




ausgeglichen. kompletter?
sleep. sometime.
Abgefahren… vor allem in einer doch schon fast mittelgroßen Location.
Hab ähnliches mal im Kulturpalast erlebt. Das begann damit, dass das Konzert angekündigt war im “Kulturladen unter den Linden”. Kenn ich nicht. Naja, fast wär’s richtig gewesen. Und dann gab’s eine Quote von 1:3:5 (Künstler:Zuschauer:Mitarbeiter). Der Arme hatte aber Bock und hat volle drei Stunden Programm durchgezogen, und dann noch mit etwas idiotischen, nein, interessanten Mitteln versucht, Leute von der Deisterstraße reinzulocken. Er stand dazu, bekleidet mit einer E-Gitarre draußen auf dem Bürgersteig und hat die Passanten belästigt und belustigt. Naja, zuvor hat er auf der Bühne einen geraucht, vielleicht lag’s daran. Und wir haben am Anfang eine kleine Vorstellungsrunde gemacht, damit wir uns während des Konzerts in einem kleinen Plausch auch mit Vornamen ansprechen können… Haha, und im August kommt er wieder nach Hannover – zum BootBooHook Festival, yeah. Das wird ein Spaß.
hehe, klingt wie ein spaßiger abend (gewesen) und ein spaßiger abend (zu werden) – manchmal hat man ja glück und bekommt richtig tolle schmankerl
zu hören.
im kulturpalast habe ich mal mit slow sunday eine band gehört, die so heißt, was ungewürzter tofu ist, nämlich eine gute idee, ziemlich fad umgesetzt.
war trotzdem lustig.