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Madeleine Bloom – Minutia

Ich muss Madeleine Bloom Abbitte leisten; ich hatte sie nur kurz auf dem Imogen Heap-Konzert im Lido gesehen, und ihren Auftritt in einem recht kleinen Absatz abgehandelt.

Nachdem ich allerdings ihr Debütalbum “Minutia” rauf und runter gehört habe, bin ich der Überzeugung, dass sowohl Album als auch Künstlerin sehr viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.

Zunächst einmal gebührt der Tatsache, dass sie fast alles selbst gemacht hat, großer Respekt. Vom ersten Sample bis zur Produktion und Artwork ist dies Album größtenteils eine Ein-Frau-Produktion – und handwerklich sehr gut gelungen.
Elektronische wie analoge Instrumente harmonieren, der Bass ist fett, der Gesang stimmig – wenn ich auch finde, dass sie manchmal ruhig etwas kraftvoller hätte singen können.

Madeleine Bloom schafft es, ihre Songs eingängig, schön – und eben auch spannend – zu gestalten, und zwar über das ganze Album hinweg. So kombiniert sie z.B. programmierte Rhythmen mit gestrichenen Celli und verträumten Gesang, wie im schönen “In Unison”. Allerlei Samples wirken wie akustische Schnörkel – es gibt auch beim wiederholten Anhören noch viel zu entdecken.

Bemerkenswert finde ich, wie jeder Song grundsätzlich seine eigene Geschichte erzählt, die von der Musik unterstützt wird.

So kontrastieren in “Hearts First” die Streicher mit den gebrochenen Klavierakkorden, was sehr zum Thema des Songs – Trennung, Aufbruch, Sehnsucht – passt.
Der entrückte Gesang aus “In Unison” hätte gut und gerne aus dem “Edward mit den Scherenhänden”-Soundtrack stammen können.

Gäbe es einen Satz, mit dem ich das Debütalbum von Madleine Bloom zusammenfassen müsste, so wäre es wohl dieses schöne Zitat aus dem Eröffnungstitel “Webs”: “All moments are just a spiral winding into eternity”

Denn ähnlich einer Spirale, hängen die Songs aneinander; sie ergeben ein stimmiges Ganzes, ohne dabei auf der Stelle stehenzubleiben. Die Vielschichtigkeit des Albums, seine verschiedenen Geschichten, die jedem Song ein unterschiedliches Gesicht aufdrücken und eine weitere Facette der Spirale offenbaren, machen es so interessant.

Ein vielversprechendes und gut produziertes Debüt, dem hoffentlich noch so Einiges folgen wird.

madleinebloom.com – hier gibts “Minutia” auch zu hören!

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  1. Pingback: Tweets that mention Madeleine Bloom – Minutia « milchmithonig.de -- Topsy.com - 25. März 2010

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