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döner-kalleiPod

“Guck’ mal!” - Kalle guckt. Und erblickt ein kleines schwarzes, einem Mobiltelefon nicht unähnliches Gerät, das ich stolz in meiner Hand halte. Draußen regnet es Bindfäden, und die Aussicht, dass auch nur ein einziger Mensch heute noch Döner haben will, tendiert gegen Null. Das schlägt sich auf Kalles Gemüt nieder. Er schaut dann immer durch das leicht beschlagene Fenster nach Draußen und lässt ab und zu einen Seufzer ab, der wie eine Mischung aus “hach” und “ach ne” und “ne, ne, ne, Kinners, jetzt aber mal im Ernst. Das könnt ihr doch nicht machen!” klingt - wobei für letzteres ein ziemlich tiefer und inbrünstiger Seufzer vonnöten ist.

Er schaut konsterniert drein und ist anscheinend minder begeistert. Das heißt, minder begeistert ist eigentlich schon zu viel gesagt. Er wirkt eher so, als träte der Energieaufwand dem schieren inneren Unwillen entgegen, nur um mit eingekniffenem Schwanz wieder von dannen zu ziehen. Meine beginnende Enttäuschung sehend, erbarmt er sich dann doch und nimmt das Gerät in seine sich nur zögerlich straffende Hand: “Is dit n mp3-Playa, oda wat?”

Ich bestätige das mit einem Nicken.

Dit nennst du eenen mp3-Playa? DIT hier is een mp3-Playa, Alter, kieck dir den mal an!” - und ohne zu wissen, wie er sich bewegt haben könnte, ohne die Aufmerksamkeit wenigstens eines meiner Sinne zu erregen, liegt plötzlich ein iPod Touch in seiner Hand, begleitet vom ersten - und sehr, sehr breiten - Grinsen des Tages.

Ein. iPod. Touch.

In Kalles Händen!

Er sieht mein Erstaunen. “Da kieckste, wa? Meene Frau hat ihn mir zu Weehnachten jeschenkt, und ick dachte mir, ick warte uff nen janz besonderen Moment, um ihn dir zu zeigen. Nicht, dass nüscht jeder Moment mit dir besonders wäre…”

Ein leises schlechtes Gewissen nagt in mir, und unterschwellig meine ich zwischen den Zeilen zu hören, ich solle mal wieder öfter vorbeischauen…

Will ich ja! Nur manchmal, da… da geht das einfach nicht, und dann macht man dies und dann das und dann jenes und morgen kommen O2 und schon ist wieder eine Woche vorbei…

“Willste mal sehen? Darfst ihn ooch inne Hand nehm, nennt sich ja “iPod Touch”! Ick hab eene Woche jebrocht, bis ick raushatte, wie man dit Ding anschaltet. Ick und kleene, digitale Teschnik, hah! Nichts gegen meinen Dönerspieß, nischt wahr, wir sind schon durch dick und dünn jegangen, wa?”

Und abermals scheint Kalle sich teleportiert zu haben, denn plötzlich steht er nicht mehr neben mir, sondern neben dem Spieß und tätschelt diesen zärtlich.

Derweil spiele ich mit dem iPod. Ist schon schick gemacht, da kann man nichts machen. Würde mir ja auch gefallen, aber ich habe eine unschlagbare Waffe, gegen die auch das beste Design nicht ankommt: ich weiß, dass meiner die bessere Audioqualität hat, hehe!

Irgendwann geht dann alles seinen sozialistischen Gang. Ich bekomme meinen Döner, Kalle erst nen Anfall und dann doch gute Laune, weil sich endlich jemand erbarmt und einen Döner kauft, und wir reden über alles Mögliche. Darüber, dass ich nie nen mp3-Player haben wollte, weil ich eh lieber CDs höre (naja, aber immer nur eine CD mitnehmen, jetzt wo ich so viel in Berlin unterwegs bin, und auf Arbeit höre ich auch manchmal Musik (die Stühle lassen sich dann besser ausrichten), und so…) und verleben einen netten Abend. Irgendwann gehe ich dann auch wieder, weil morgen tatsächlich eine Veranstaltung von O2 ist.

Dann, als ich im Bett liege und versuche einzuschlafen, durchzuckt es mich wie ein Blitz:

Kalle hat nen iPod?!?

iKram

Zum Launch des iPhone dachte ich mir, es wäre mal wieder ein der Zeit, einige neue iPods vorzustellen.
Schließlich wird ja schon jetzt munter gemutmaßt, wie das neue iPhone aussehen könnte (kiek mol an) und bei Apple selber dürfte die Hexenküche auch schon seit Ewigkeiten auf Hochtouren laufen.

Hier also ein paar neue Eigenkreationen (und hier die alten):

iSche

Ist insbesondere für männliche Jünglinge aus der Türkei ein unerlässliches Gerät, das nicht nur als Gebetskettenersatz dient. Nein, die “iSche Kochstu”-Version macht auch hinterm Herd eine gute Figur.
Die “iSche Machstualles”-Deluxe-Version kann sogar eigenständig den Haushalt führen, Kinder bekommen und Pullover stricken und ist somit das perfekte Tool für den Jüngling von heute.
Um das zarte türkische Gemüt zu schonen, kommen grundsätzlich alle Versionen des iSche mit Schleier.

Der iNkaufswagen

ist der klobigste, aber auch brauchbarste aller iPod-Nachkommen. Seine überlegene Gitterstruktur erweitert die Speicherkapazität des iNkaufswagen auf Fertigpizza, Milch, Chips, kleine Kinder - kurzum alles, was nicht niet-und nagelfest ist.
mp3-Liebhaber werden sich allerdings an einem Makel aufreiben: aufgrund der erwähnten Gitterstruktur ist das Gerät für digitale Daten gänzlich ungeeignet.
Um trotzdem Musik mit dem iNkaufswagen hören zu können, wird der Kauf von - Vorsicht, Oldschool - CDs oder gar Schallplatten empfohlen sowie alternativ der Erwerb eines stinknormalen iPods.
Mit der unglaublichen Kapazität des iNkaufswagen wird allerdings kein iPod mithalten können.

Weitaus weniger verlässlich, aber ungleich spannender ist der iNstein,

der in starker Konkurrenz zum “Hawking”-mp3-Player von Microsoft steht.
Audiophile werden sich allerdings wegen der natürlicheren Klangwiedergabe eher für den iNstein interessieren.
Es gibt eine nahezu unendliche Vielzahl von iNsteins in verschiedenen Dimensionen unseres Multiversums; die späteren Generationen lassen sich jedoch ausschließlich nur in den USA finden.
Die herausragendste Fähigkeit des iNstein ist die abstrakte, relativ genaue Titelsuche, die mit erstaunlich einfach formulierten, hochkomplexen Ergebnissen aufwartet.
Ungenutzte Rechenkapazitäten nutzt der iNstein, um nach schwarzen Löchern zu suchen…

In den Bereich der Mystery-Pods gehört der iSberg,

der leider aufgrund eines Produktionsfehlers immer zu einem Siebtel aus der Tasche herausschaut, was angeblich den Satiriker Max Goldt zu dem Ausspruch: “Dieses Ding wird noch mal mein Untergang!” nötigte.
Was er damit sagen wollte, ist bislang ungeklärt.
Leo diCaprio besitzt angeblich 20 der guten Stücke, deren einziges weiteres Merkmal der relativ kühle Klangcharakter ist.

Abermals mein Dank an Apple, die immer wieder spannende und innovative, wenn leider auch manchmal hoffnungslos überhypte Geräte und Ideen herausbringen.

Völlig berechtiger- aber unpassenderweise habe ich neulich in der Straßenbahn über die insbesondere von mir innig geliebten iPods nachgedacht - um spontan mit ein paar neuen Kreationen aufwarten zu können:
iLiner:

Dieses gute Stück ist perfekt für die Bahn. Kann eine vernünftige Menge Musik speichern (vielleicht so zehn Gigabyte), ist klein, leicht, handlich, rosa und zudem an der Unterseite mit einem kleinen Stift ausgestattet, der es ermöglicht, die Linien im Auge nachzuziehen, die man eben so nachzieht mit einem iLiner.
Der Stift selber kommt in den Farben Schwarz, Weiß, Grün, Rot, Blau

Eher rustikal gestaltet sich da das Modell
iSbein:

Empfohlen von führenden Schlachtern. Der iSbein ist der größte und schwerste iPod mit gleichzeitig der geringsten Speichermenge, da die Haxe ja irgendwo Platz finden muss.
In Zeiten der Not sehr zu empfehlen! Das Deluxemodell kommt mit allen Songs von Stefan Raab vorinstalliert.

Leider ist das Ding für Vegetarier eher nicht so geeignet. Deswegen gibt es das besonders schöne und ästhetische Modell
iSblume:

Der Hersteller versichert, dass keine Tiere für die Produktion dieses Gerätes leiden mussten. Was die Attraktivität dieses kleinen, aber sehr feinen Gerätes nur erhöht.
Ganz in weiß gehalten, mit Transparenzen und abgesetzten Mustern spielend, ist dieser iPod nicht nur für Vegetarier ein Genuss. Die strenge Symmetrie kokettiert mit der Einmaligkeit eines jeden Gerätes, denn die Muster sind bei jedem iSblume anders gestaltet.
Deswegen kommt der iPod mit Identifikationsnummer sowie den bereits aufgespielten Songs “Ich ess Blumen” von den Ärzten, sowie “Ice Ice Baby” in zahlreichen Versionen, für Kinder auch noch die Rolf-Z-Version mit dem Smash-Hit “Winterkinder”.

Speziell meinen fernöstlichen Erfahrungen verdanke ich die Idee des
iSpy:

Für Stasi-Mitarbeiter (offiziell und inoffiziell) und alle, die ständig versuchen, ihre Nachbarn anzuschwärzen und ihnen irgendwelche Illegalitäten nachzuweisen.
Der iSpy ist noch kleiner als der iPod Shuffle, aber voll ausgestattet mit allem, was der ambitionierte Nachwuchsspion braucht: nebst einer hervorragenden Kamera, die auf Nachtsicht umgeschaltet werden kann, einer Abhörvorrichtung und dem innovativen Selbstzerstörungsmodus kann man über die optional zuschaltbaren iSatellites von überall auf der Welt auf den iSpy zugreifen.
Der Selbstzerstörungsmechanismus wird aktiviert, sobald man eine beliebige Melodie von Jack Johnson pfeift - der Countdown richtet sich dann nach der Länge des Liedes.
Eine weitere Besonderheit des iSpy ist der Unsichtbarkeitsmodus: einmal aktiviert, ist der iSpy nahezu unauffindbar - leider.
Spannend ist jedoch die Kombination aus Unsichtbarkeit und Selbstzerstörung; der scheinbar aus dem Nichts auftauchende, sieben Zentimeter hohe Atompilz erfreut sich als Partygag wachsender Beliebtheit.
Aber Vorsicht: die Nachbarn könnten zuschauen…

Ich bedanke mich bei Apple für die Erfindung dieses Gerätes; mehr noch für dessen großartige Benennung, die mir diesen Quatsch überhaupt erst ermöglicht.

hallo

it came from the swamps...

mildly pissed off
das wär jetzt super. nur ich und der plattenspieler
zoe keating
basteln


Das Leben ist ein Hund.

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wirds doch noch mal sowas wie ein sommer?

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