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ein herrlicher sonnenaufgang. frühmorgens, autobahn, durchgefeiert.
… während wir wieder nach Berlin fahren, das Erlebte verarbeiten und die entspannte Stimmung genießen, die entsteht, wenn drei schweigende Menschen im Morgengrauen auf der fast völlig leeren Autobahn unterwegs sind, habe ich plötzlich einen sehr klaren Eindruck davon, wie ich The Human Equation als Musical inszenieren würde - so klar, dass ich die Musik höre, die Show sehe.
Aber sollte es jemals soweit kommen, dann gehen bis dahin mit Sicherheit noch einige Jahre ins Land; also kümmern wir uns ums Hier und Jetzt.
dies ist zwar nicht Der Große Bagger, aber ein durchaus respektables modell.
Das “Hier” ist das Freibad Hagenwerder in Görlitz, ein ehemaliges Tagebaubergwerk. Auf der Suche nach einem Parkplatz kommen wir an einem gigantisch großen Schaufelradbagger vorbei, der bei Sonnenuntergang eher wie ein vergessenes Monster aussieht, als eine Industriemaschine.
Das Freibad selber besteht aus einem hübschen kleinen See, an dessen Ufern sich die Zelte drängen.
Auf der einen Seite die der tapferen Camper, auf die anderen Seite das Festival selber.
Im Hellen sieht das Ganze recht nett und überschaubar aus; im Dunkeln haben Zelte, die bunt von Innen leuchten, ihre eigene Magie.
Die auf dem See schwimmenden Kerzen lassen kurzzeitig mein Fantasyherz aufleben. Die roten, flackernden, vom Wasser reflektierten Lichter treiben über das Wasser, und fast bin ich versucht, nach Elben Ausschau zu halten.
Wäre da nicht das völlig überdrehte Gerummse aus dem Zelt neben dem Wasser.
dancing queen, la lala, dancing queen…
Sirenen heulen, Beats und Bässe sind zum Teil so schnell, dass sie nur noch wummern, und das Ganze in einer Lautstärke, die mich vergessen lässt, dass da schon ein Gehörschutz in meinen Ohren steckt.
Mittanzen und kurzzeitig abspacken macht sehr viel Spaß; Drum’n'Bass ist nicht das, was ich zur Entspannung hören würde, aber ich finde es sehr spannend. Langsam gehts in Richtung Gabba, was dann irgendwann doch nicht mehr mein Fall ist. Man bedenke: ich bin nüchtern, während viele andere völlig weggetreten wirken…
… auch wenn ich hier bemitleidenswert aussehe, gings mir eigentlich ganz gut. ja wirklich.
Obs beabsichtigte Selbstironie war oder Zufall: ausgerechnet in diesem Zelt hing der Sponsorbanner der Kulturstiftung.
Wobei ich ausdrücklich befürworte, dass auch und gerade Musik abseits des allgemeingültig Anerkannten gefördert wird; weil gerade Musik durch ihre Vielfalt erst lebt.
Auf der Main Stage heizt Westbam gerade der begeisterten Crowd ein.
Mir persönlich reicht es, ihn gesehen zu haben und eine gute halbe Stunde zu seinem Set getanzt zu haben, das wie zu erwarten sehr hochklassig ist.
Man hört einfach nicht, wie der die Trax ineinander mixt - man hört nur, dass.
Dass ich den vorher stattgefundenen Battle von Kyau & Albert trotzdem spannender fand, ist zum einen der Tatsache geschuldet, dass dort zwei DJs wechselweise aufgelegt haben, und zum anderen war deren Set nicht ganz so homogen wie das von Westbam. Das mag man jetzt positiv oder negativ interpretieren; mir hats sehr gefallen.
Ebenfalls sehr spannend und unterhaltsam fand ich Nôze, die recht viel Musik selber gespielt haben.
So begannen sie mit einem Stück, bei dem einer Klavier spielte, der andere sang - das war eher bluesig - und dann Stück für Stück Samples und alles Andere hinzu kamen. Das Stück nennt sich “remember love” und ist auf den myspace-seiten von Nôze und Houseofsummer zu hören.
Da ich keinen der Acts vom Lineup bewusst kannte - ausser Herrn Lenz, natürlich - habe ich versucht, das Festival in seiner Gesamtheit aufzunehmen und zu genießen - was mir ganz gut gelungen ist, finde ich.
Die Stimmung war super; sehr bunt, sehr friedlich, sehr laut. Manche Musik muss man halt laut hören, und so lange so gute, perfekt eingestellte Anlagen zum Zug kommen, wie die verwendeten, macht das auch jede Menge Spaß.
die wackeren drei.
Eigentlich hatte ich darüber schreiben wollen, dass ich meine verzerrten Gitarren vermisse - aber das habe ich an jenem Abend nicht wirklich.
Während ich noch verzweifelt darüber nachdenke, wie ich diesen Text in Worte fasse, schleicht sich eine Melodie in meinen Kopf.
Nein, eigentlich ist es nicht einmal das, sondern nur ein kleines Riff, eine Akkordfolge, fünf Akkorde, drei bilden einen Aufwärtslauf, die letzten beiden gehen wieder nach unten.
Unhörbar ist es, und beinahe geht es unter im lärmenden Geschrei der Gedanken. Doch es bleibt hartnäckig, bohrt sich in meinen Kopf, und dann ist es schließlich allgegenwärtig: Das bestimmende Riff von “The Pretender”, einem neuen Lied der Foo Fighters, das ich exakt zwei Mal in meinem Leben gehört habe: damals im Plattenladen - und gestern beim Konzert in der Wuhlheide.
Schlimmer wars beim identitätsstiftenden Riff von “Skin And Bones”, das eine geschlagene Woche in meinem Kopf herumspukte.
Vielleicht ist dies das Geheimnis der Fighters: sie machen Songs, die einfach gut sind - und das auf dauerhaft hohem Niveau.
Bereits nach einer Viertelstunde dachte ich, was soll denn noch kommen, die haben ihre Hits doch schon ‘rausgehauen? - und es kam noch eine ganze Menge. Etwa zweieinhalb Stunden lang rockten die Fighters, was das Zeug hielt und ließen uns kaum Zeit, überhaupt Luft zu holen, denn einige Stücke gingen ansatzlos ineinander über.
Dave Grohl war spürbar gut drauf und angesichts der Zuschauermassen entzückt, die Setlist war lang, lang, lang und abwechslungsreich, das Publikum war gut drauf, und die Bühne an sich ist sehr schön - Kollege J hält sie für die schönste Bühne Berlins.
Schön und vor allem schön abwechslungsreich war auch die Setlist, die einen guten Querschnitt durch das Schaffen der Foos darstellte. Die Akustik-/Rockproblematik wurde dadurch gelöst, dass bei einigen Stücken der harte Kern um die “zusätzlichen” Foo Fighters, die auch schon bei “Skin And Bones” dabei waren, erweitert wurde.
So kam es dann doch zu ruhigeren, wenngleich auch nicht weniger intensiven Momenten.
Bonuspunkte verdiente sich besonders der Einsatz des gestrichenen Cellos in einem Lied.
Überrascht haben mich die Augenblicke, in denen die Band jammte. Zeitweise sehr bluesig, kam auch immer wieder Stonerrock zum Vorschein, den ich so eher bei Fu Manchu oder Kyuss erwartet hätte.
Wäre man bösen Mutes, könnte man trotzdem behaupten, die Foo Fighters würden seit ihrem ersten Album immer wieder dasselbe Lied machen. Und in der Tat finde ich, dass sie an ihrem Erfolgsrezept - jangliges Intro, stark verzerrter Chorus, durchsetzungsfähiger und präsenter Bass, sowie kraftvolles Schlagzeug, gepaart mit dem meist halb geschrieenen Gesang - wenig geändert haben über die Jahre. Heraus kommt dabei immer wieder guter, solider Rock, der nicht sonderlich komplex ist, aber immer pointiert.
Um es kurz zu machen: Der Gig war großartig und toppte problemlos den an sich auch sehr guten Gig in Hamburg vor einigen Jahren um Längen.
das sagt die zitty
so siehts video aus
Eigentlich, so schwirrte es mir die ganze Zeit durch den Kopf, wollte ich doch wieder dem Badeschiff einen kleinen Besuch abstatten. Die Vorzeichen standen auch ganz gut: es war bedeckt, schwül-kalt-doof, und ein kurzer Anruf verhieß recht überschaubare Badegastzahlen. Die Zitty machte mir da einen Strich durch die Rechnung, aber da die Alternative Rock’n'Roll hieß, hielt sich die Trauer in Grenzen.
Eine kleine Premiere am Rande, und ungewohnt dazu: ich war als allererster Gast im Festsaal. Dieses Ereignis musste ich dokumentarisch festhalten:
Die Welt aus der Sicht des FOH. Nicht viel los…
…und damit nur unwesentlich mehr als hier…
…oder hier. Ja, wo sind sie denn alle?!?
Leider wurde es nicht wesentlich voller; die Band-zu-Publikum-Ratio von 1:5 ist zwar eine Traumquote, wenn man mit einer Jugendgruppe schwimmen geht, aber Konzerte dürfen gerne gut besucht sein. Vielleicht kam auch deswegen der Funke nicht so rüber, wie ich es mir erhofft hatte.
Durch die myspace-Seite war ich ja überhaupt erst zu der Überzeugung gekommen, mir die Band anschauen zu wollen, und insgeheim hatte ich gehofft, das Konzert würde mich ähnlich mitreißen, aber so ganz erfüllen konnte der Gig die Erwartungen nicht. Dabei war die Band gut drauf, rockte trotz spärlich vorhandener Zuschauermasse richtig los - und spielte einen spannenden Mix aus rotzigem Rock’n'Roll neuerer Coleur, Punk, und überraschenden, experimentell klingenden Elementen, wobei ich fand, dass sie zu viel Gustav und zu wenig Bewusstseinserweiterung gespielt haben. Der Rest der Zuhörerschaft anscheinend nicht, also will ich nicht zu sehr herummäkeln; schließlich habe ich ja doch ne CD gekauft.
Grand Island sind eine sympathische, unterhaltsame Band aus Oslo, die mir meiner Meinung nach mit 12 Euro zu viel abgeknöpft haben. Nen sechser, und alles wäre super gewesen. So: lockere 3.
Ach ja: und Banjos gehören verboten. Oder - ich bin eher gegen Verbote - geflissentlich ignoriert. Ausser bei jenem sehr lustigen Riff, das eben deswegen lustig war, weil das Banjo die Gitarre begleitet hat.
Selber hören:
myspace
Selber kennenlernen:
Bandseite
Ich war DA! Ich kanns selber kaum glauben, aber einem Zufall habe ich es zu verdanken, dass ich mir heute Abend die Show der Blue Men Group anschauen konnte.
Um es kurz zu machen: es hat sich absolut gelohnt.
Ich hatte vorher schon Ausschnitte aus verschiedenen Blue Men - Shows gesehen, wusste also in etwa, was mich erwarten würde - und wurde trotzdem in den gut anderthalb Stunden, die die Show zu Buche schlug, bestens unterhalten. Es begann schon mit den Ankündigungen, die vor dem eigentlichen Beginn gemacht wurden - verschiedene Gäste wurden aus unterschiedlichen Gründen be-und vom Publikum gegrüßt. Der Aufforderung, Mobiltelefone, Laptops, Gameboys, Communicator und tragbare Faxgeräte doch bitte auszuschalten, kam ich gerne nach - auch wenn ich noch ein dringendes Fax erwartete. Aufgrund des am Anfang geleisteten Schwurs, keine Bild- oder Tonaufnahmen zu machen, gibts diese von mir auch nicht.
Und dann ging es erst so richtig los. Natürlich besteht ein großer Teil der Schow aus Perkussion. Die Blue Men haben sich ja auf Abflussrohre spezialisiert, und so wurde getrommelt, was das Zeug hielt. Aber recht schnell sollte sich herausstellen, dass wir rundum unterhalten werden sollten - in Wort, Bild und Ton sozusagen, und so entfaltete sich eine Show, die - stets von treibenden Rhythmen unterlegt - mal witzig, mal augenzwinkernd ernst - vor allem die “Zivilisationskrankheit” Internet und die völlige Reizüberflutung auf die Schippe nahm - und auch sich selber, etwa wenn zwei Blue Men Schattenspiele spielen, und sich später herausstellt, dass es nur eine Projektion war und der eine in der Zeit gemütlich geraucht und Bier getrunken hat…
Überhaupt spielen die Blue Men viel mit den Sinnen und multimedialen Hilfsmitteln. So wurde aus einer 2D-Animation auf dem Bildschirm ein “echtes” 2D-Männchen auf der Bühne, das sein Lichtschwert geschwenkt hat. Das Prinzip des Phenakistiskop wird anschaulich erklärt und deutlich gemacht, und vieles mehr.
Um nicht schon alles zu verraten, halte ich mich kurz, was die tatsächlichen Inhalte der Show betrifft.
Was mich neben der erzählten Geschichte und deren Umsetzung sehr fasziniert hat, sind die große Originalität und der hohe ästhetische Anspruch, welche die Show prägen. So etwas habe ich in der Tat noch nicht gesehen, und trotz des hohen Eintrittspreises (fast 70 Euro für ‘ne Azubikarte) finde ich, dass sich diese Investition sehr gelohnt hat. Sollte man sich mal anschauen!
Eine fast perfekte Show also. Fast, weil: man kann sich ja immer noch mehr ausdenken.
Zwei kleine Schmankerl habe ich dann doch noch:
Blue Men Group, Moby, Jil Scott
Blue Men Group und Dave Matthews
a.k.a. Freiheit für Cuba und ne halbe Schokolade
a.k.a Has there ever been a world of non-wetness?
… ich bin natürlich später dazugekommen als erwartet, sodass 21 Love Hotel schon durch waren mit ihrem Set. Folgerichtig kann ich nichts dazu sagen, ausser meine Mitmusikkonsumenten zu zitieren: “Man hört, dass sie Nick Cave verehrt [die Sängerin], und manche Sachen sind auch gecovert - aber das hat sie laut rausgeschrieen, also finde ich das okay.” - “Irgendwie eingängiger als das, was die jetzt gerade spielen.” - “Weiß nicht. So Musik halt” - so Musik halt. Habs verpasst, das Album zu kaufen, aber dafür gabs ja noch Barbez.
Die widerum für Vieles entschädigten und musikalisch viel versprachen, und zwar allein mit diesem komisch anmutenden Ding, das ich endlich, endlich mal in echt, live UND in Farbe gesehen habe, und zwar von ihr gespielt. Neben dem Theremin befanden sich eine Gitarre, ein Bass, ein Xylophon, eine Klarinette und ein Schlagzeug auf der Bühne - nebst hunderten, gar tausenden von Effektgeräten - allesamt sehr vielversprechend.
Es begann also mit einem Gedicht, sehr ruhig, sehr getragen. Doch in typisch-postrockiger Manier wechselten sich Crescendo und Decrescendo in einem wilden Wechsel ab, und der enorme Dynamikumfang der Musik begeisterte mich, und ließ mich das Rauschen vergessen, das an den leisen Stellen durchaus nervig war.
Postrock wird und wurde ja so häufig verwendet, dass es nur noch ein verwelkendes Klischee ist.
Postrock, Schmostrock, Popostrock.
Vergleiche zu bekannten Bands verbieten sich, vor allem auch, weil Barbez ein klares musikalisches Programm zu fahren scheinen. Die Riffs mäandern vor sich hin, im Wechsel seufzen Klarinette und Theremin klezmermotivisch - vielleicht haben sie mit dem vorgetragenen Gedicht zu tun, ich weiß es nicht. Vom Klang her würde es passen, inhaltlich kann ich weniger Aussagen machen - Sprache ist auch nur Musik mit einem anderen Instrument.
Ich war übrigens im Schokoladen in Mitte. Hätte ich das USB-Kabel für mein RAZR griffbereit, gäbe es Photos. Na gut, dann eben nicht… morgen vielleicht
Ein schöner Abend. Doof, dass ich so nass geworden bin, als ich auf dem Fahrrad heimwärts strudelte, aber gut, so ist es nun mal.
Wenn man (oder in diesem Fall ich) mit schlechter Laune auf ein Konzert geht, bei dem man zwei der drei Bands nicht kennt und von einer zumindest irgendwie den Namen mal gehört hat, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Es wird geil - oder eben nicht.
Angesichts der Tatsache, dass ich den Magnet-Club mit T-Shirt und CD verlassen habe, sollte eigentlich Ersteres zutreffen - kombiniert mit meiner Entscheidung, den Laden vor Beendigung des Gigs der dritten Band zu verlassen, wird das Ganze ein wenig komplexer.
Beginnen wir also von vorn.
Black Rose
Fand ich, waren ein guter Opener. Die Dreierformation ging mit rotzigem Rock’n'Roll ganz gut nach vorne, hat meiner Meinung nach den ganz großen Wurf aber verpasst, weil man das, was sie gespielt haben, so oder so ähnlich schon in tausend Variationen gehört hat. Macht nichts, war trotzdem spaßig, und im Grunde haben sie genau das getan, was eine Vorband tun sollte: das Publikum gut aufgewärmt und unterhalten, ohne dem Hauptact die Show zu stehlen.
Macht euch selbst ein Bild: http://www.myspace.com/blackrosenola - aber obacht: sie waren nicht ganz so bluesig, wie sie sich auf myspace verkaufen, eher ein bisschen hardrock-lastiger.
Death By Kite
Waren für mich der Bringer des Abends, der Grund, warum sich das Eintrittsgeld gelohnt hat und die Band, deren T-Shirt und CD ich mitgenommen habe. Death By Kite bestehen aus drei Personen, einem Gitarristen, einem Schlagzeuger und einer Bassistin, die bei Germanys Next Top Model durchaus Chancen hätte - ohne dabei so glatt und nichtssagend wie das typische Model auszusehen. Sie war also sehr hübsch - und das Beste ist, sie konnte auch noch gut Bass spielen ![]()
Death By Kite nennen ihre Musik “Powerpop” - und poppig sind sie auch, das kann man ihnen nicht abstreiten. Aber es ist eher Pop in Richtung tanzbarer Indiepop - und das hat Spaß gemacht! Der Sound der Band lebt recht stark vom sphärischen, halligen Sound der Gitarre und dem hohen, manchmal gezogenen Gesang, der manchmal sachte an Brian Molko erinnert. Die treibenden Basslinien in Kombination mit dem sehr flächigen Gitarrensound erinnern mich immer ein bisschen an Godspeed You! Black Emperor - ohne jedoch den emotionalen Tiefgang zu besitzen.
Live haben sie mir aber auf jeden Fall viel Spaß gemacht, und auch nach mehrmaligen Hören mag ich das Album noch immer - das ist, zumindest bei mir, immer ein gutes Zeichen…
Gux du: http://www.deathbykite.com/, http://www.myspace.com/deathbykite
Black Lips
Waren dann eigentlich die Hauptband des Abends, aber die waren mir zu rotzig, zu punkig, zu kaputt, um mir wirklich Spaß zu machen. Musikalisch passten sie zu den anderen Bands, aber als ich den zigsten Ellenbogen in den Rippen, den wiederholten Fuß auf meinem (ja, das tat weh!) und Bier auf dem Pulli hatte - nach dem zweiten Lied - habe ich mich eines Besseren besonnen, und mir klargemacht, dass ich am nächsten Tag ja auch noch ne Klausur würde schreiben müssen - ich bin also einfach gegangen.
http://www.myspace.com/theblacklips
Trotzdem war es ein schöner Konzertabend, auch wenn ich dann auf dem Heimweg Abschied vom Frühlingswetter nehmen musste und ordentlich nass geworden bin.
Ach ja: ist euch schon mal aufgefallen, dass “Live” und “Viel” Anagramme sind?
Der erste Teil dieses Posts bestand darin, stichwortartige Begriffe zu sammeln und euch rätseln zu lassen, um was es sich wohl handelt. Wie die meisten vermutet haben werden, handelte es sich um einen Konzertabend im Frannz und meine Gedanken und Assoziationen währenddessen (jedenfalls einen Teil davon). Hier also - blau - meine Gedanken, schwarz der Text dazu.
a.k.a. Ingo Pohlmann / Ben Hamilton im Frannz
Äh, ja. Darum geht es ja eigentlich. Spontan dem Ruf der “Zitty”-Empfehlung gefolgt, nochmal umgedreht, weil Portemonnaie vergessen, aber das war auch nicht weiter schlimm, Zitty schreibt die Zeiten ja auch gerne mal eine Stunde früher auf.
Vorurteil: Der Vollspinner (fast) gleichen Namens
Beinah wäre ich nicht gefahren, es gibt nämlich einen, der heißt Ingo Oschmann, ist eher semilustig und hat mit Herrn Poschmann nichts gemein. Außer etwa 99% des Namens. Der Herr Poschmann hat mit dem Herrn Pohlmann eher gar nichts gemein, was mir aber auch eben erst bei der Suche nach Herrn Pohlmann bewusst wurde. Ähm… zurück mit den Vorurteilen, und whaththefuck ist in meinem Namensgedächtnis schiefgelaufen?!?
Kühler, unpeinlicher Pathos von with or without you
Nachdem ich also das Vorurteil des Namens überwunden hatte, sah ich mich einem anderen Problem gegenüber: Der Poschmann hat ja so Songs geschrieben wie “Wenn jetzt Sommer wär” oder “Der Junge ist verliebt” - beide finde ich nicht wirklich schlecht, aber es schiebt den Pohlmann schon arg in die Schmusepop-Ecke. Da muss ich meine Schubladen wohl neu sortieren, denn “Bruce Lee” erinnert mich nicht nur strukturell, sondern auch mit seinem kühlen, unpeinlichen Pathos an “With Or Without You” und erfreut mich, denn auch das Line-Up (Gitarre A und E, Bass A und E, Schlagzeug nur A, Cello auch nur A) ließ mich hoffen, einige Arrangements zu erleben, die den Schmusepop ein wenig entschärfen.
Flashback nach Hannover / Blackmail
Gerade die beiden eingangs erwähnten Songs haben mich sehr an einen Sommer in Hannover erinnert, in dem sich meine damalige Mitbewohnerin - die ich bis auf ihren Niedlichkeitswahn sehr schätze - diese beiden Lieder angehört hat.
Tagelang.
Ausschließlich.
Sehr laut.
Als sie irgendwann mit dem - natürlich - sommerlichen Album eines berüchtigten Surfers ankam, stand ich kurz davor, jemandem Gewalt anzutun. Ich bin dann lieber aufs Blackmail-Konzert gegangen - das im Übrigen sehr geil war.
Alles in allem brachte mich das damals zu der Überzeugung: Gute Songs hin oder her, dieses Sommergesummse geht mir auf den Sack, ABER: Ingo Pohlmann ist Nur halb so nervig wie Jack Johnson
Und konnte auf der Bühne richtig gut unterhalten. So kam er dann irgendwann nicht umhin, Die Geschichte mit den Tieren nicht nur zu besingen, sondern auch näher zu erläutern. Hat nen Mörderspaß gemacht, auch wenn ich vermute, dass einige der zärter beseiteten Anwesenden angefangen haben werden zu weinen. Dabei ist es gerade das, was ich an Live-Konzerten mag: dass die Musiker immer mal wieder Geschichten erzählen. Geschichten die lustig sind oder traurig, ernst oder eben nicht, und dass sie das manchmal mit ihren Songs und manchmal eben auch ohne ihre Songs tun.
Diesbezüglich legte Imogen Heap eine hohe Messlatte, denn ihr Konzert vor fast genau einem Jahr an gleicher Stelle bleibt für mich immer noch unerreicht, was die Stimmung angeht. Nie hatte ich auf einem Konzert mehr Spaß daran, einfach nur dem Künstler/der Künstlerin zuzuhören.
Da konnte der Cellist, der Extrovertierte, leider nichts dran ausrichten, auch wenn er sich redlich Mühe gegeben hat, die Stimmung anzuheizen. Von ihm stammte irgendwann - während einer der Experimentier-Phasen - ein Geräusch, dass ihn nach eigener Aussage an einen Massagesalon frühmorgens irgendwo erinnerte. Der Sänger fühlte sich eher auf eine Kuhwiese versetzt; für mich klang es nach - vielleicht nicht ganz geglückter - Kopulation.
Das Konzert hat also recht viel Spaß gemacht. Keine Musik, die mich vom Hocker hauen würde - weil man ja alles schon mal so oder anders gehört hat - aber im Allgemeinen bin ich froh, dagewesen zu sein. Ich hab dann kein Mädchen? mitgenommen (ca.75% Mädchenanteil), denn der Gedanke daran, zu Hause dann Rock, Hard Rock? oder gar - Metal - aufzulegen, während sie noch “Der Junge ist verliebt” summt, war mir dann doch zu grausam…
Ben = Ire? Brian Adams?
Ben, das war die Vorband. Also der Ben, das ist in Wirklichkeit nur einer. Der allerdings mit Gitarre und Stimme recht gut umgehen konnte und somit schonmal gut auf den Pohlmann vorbereitet hat. Leider viel zu kurz.
Ach ja: und Trinkgeld vom Schicksal…
And now to something completely different:
Meine Damenundherren, ich präsentiere stolzest: Ein “Concerto”-Doublefeature auf milchmithonig.de!
Viele (insbesondere ich) hätten es nicht für möglich gehalten, doch in der letzten Woche war ich tatsächlich nicht nur auf ZWEI Konzerten, sondern habe auch jetzt die Muße (und den Teeinflash), das ganze zu vertexten. Dauert ne Weile, weil meine Hände jetzt zittern… aber davon bekommst DU, lieber Leser ja zum Glück nichts mit. Du darfst dich in aller Ruhe zurücklehnen, vielleicht nebenbei schon mal youtube oder myspace scharfmachen, um Näheres zu den Bands zu erfahren - und bitteschön ein Heißgetränk deiner Wahl trinken.
Am 18. war ich im Lido, um mir Radio Harlekins und DOGS anzuschauen.
Die Musik der beiden Clowns war ganz schön abgefahren, weil handgemachter Drum’n'Bass.
Einer der beiden also hinterm Schlagzeug, der andere spielte Bass, beim Singen haben sich beide abgewechselt, und im Allgemeinen haben sie es ganz schön krachen lassen - und sind dabei immer schön oldschool geblieben, manchmal mit ein paar Breakbeats - das hat Spaß gemacht, auch wenn sich die Songstrukturen doch recht zuverlässig wiederholt haben.
Dem Hauptact fehlte eigentlich ein “The” vor dem Bandnamen, denn sie haben - wie so viele vor ihnen und nach ihnen vermutlich auch - retro - Rock’n'Roll geliefert, der ja gerade sehr beliebt ist. Dabei hat mir gefallen, dass sie ein bisschen retroiger wirkten als viele der angesagten “The”-Bands - was ihnen in meinen Augen bzw. vielmehr Ohren viel Authentizität gegeben hat. Die beiden Gitarristen haben gebrezelt, was das Zeug hielt, die Rhythmussektion hielt gut dagegen, und der Sänger schien - einigermaßen - wahnsinnig betrunken zu sein, was seinem Gesang - stimmlich etwa zwischen Mike Skinner und Damon Albarn - viel Kante verliehen hat. Insgesamt war der Auftritt recht solide, hat aber meine Ressertiments gegenüber britischen The-Bands nicht wirklich abgebaut - aber eben auch nicht weiter unterstützt.
Warum ich solch ein komisches Gefühl hatte und ständig auf unerwartete Gags gewartet habe, wurde mir erst klar, als ich kurz dachte “der Sänger sieht ja aus wie Eric Idle in den Siebzigern” - als ich mir ebenso klar gemacht habe, dass er es nicht ist, konnte ich dem Ganzen wesentlich konzentrierter folgen.
Gestern war ich dann zum ersten Mal im Festsaal Kreuzberg, einem schnuckeligen kleinen Venue am Kotbusser Tor.
Von der Größe und dem Gemütlichkeitsfaktor her etwa mit dem Frannz vergleichbar, wurde es ganz schön eng, als sich so um die hundertdreißig Menschen Urlaub in Polen und Black Mountain anschauen wollten.
Erstere haben es - ähnlich wie Wolfgang’s Vacation - zu zweit mehr krachen lassen, als die anderen zu fünft, letztere waren dafür verspielter, komplexer und - besser. Beide Gruppen haben viele drogengeschwängerte Retrosounds durch die ebenso attribuierbare Luft geschossen, sodass der Zitty-Vergleich “Pink Floyd trifft auf Black Sabbath” tatsächlich ziemlich gut hinkam. Das ist ja einer meiner Hauptkritikpunkte an Pink Floyd, dass sie - insbesondere später - nicht so wirklich gerockt haben.
Black Mountain schon. Einzig der Gesang der Sängerin war ein wenig nervig; sie hatte zwar an sich eine schöne Stimme, hat aber mit einem sonderbaren Tremolo gesungen, was manchmal wie ein Wiehern klang.
Egal, Spaß haben sie gemacht, nett wars auf jeden Fall, und ich denke, ich werde mal wieder amazon bemühen…
Was macht man, wenn man voller Elan und gut gelaunt von der Arbeit kommt und noch etwas unternehmen möchte?
Richtig, man geht auf ein Konzert. Dummerweise ist es gestern melancholischer Pop geworden…
Vorm Hauptact tritt ein Support auf, das hat sich so eingebürgert mittlerweile und kommt ja auch allen zugute. Dem Support selber, weil er/sie auf einer gr0ßen Bühne spielen kann, dem Hauptact, weil das Publikum schon einmal aufgewärmt wird und dem Publikum auch, man bekommt ja mehr fürs Geld, vielleicht gar eine unbekannte Band, die man mag.
The Lost Weekend
Bestand - obwohl er beharrlich behauptete, eine gewisse Lisa würde sich schon irgendwann trauen und mit ihm singen, nur aus einem Singer/Songwriter, der Songs ebendiesen Genres feilbot, stilecht nur mit Gitarre bewaffnet. Zwischendurch auch mit additiver Mundharmonika, aber dazu später mehr.
Da saß er also ganz alleine auf der Bühne, dieser komische Kauz und musste etwa 20 musikwütige Menschen unterhalten.
Größtenteils gelang ihm das auch recht gut, wenn auch nicht immer ganz so freiwillig komisch, wie er vielleicht gerne wäre.
So hatte er mit seiner verstimmten Gitarre zu kämpfen, welche dadurch allerdings prächtig mit seinem angepisst-knarzigem Gesang harmonierte. Man darf mich hier nicht missverstehen, ich mochte die Stimme, irgendwo zwischen Eddie Vedder, dem jungen Bob Dylan und dem Ex-Frontmann von Ex-Creed.
Lisa war immer noch nicht aufgetaucht, und so erzählte The Lost Weekend zu seinen Songs, die Geschichten aus seinem Leben erzählen - Geschichten aus seinem Leben.
Das alles waren Dinge, die man so oder so ähnlich und in Variationen schon erlebt hat; einige Songs hatten sehr schöne Akkordfolgen, ebenso wie einige Textzeilen sehr super waren.
Erwähnte Mundharmonika kam zum Einsatz - warum sieht das eigentlich immer so bekloppt aus, wenn ein Gitarrist sich ne Mundharmonika um den Hals hängt? Vielleicht, weil dies absonderliche Gestell an ebensolche Zahnspangen erinnert?
Zweckdienlich wars auf jeden Fall, und um den Sänger und seine Musik zu verstehen, reicht es, zu wissen, dass er mit dem Satz: “Meine Mundharmonika ist kaputt. Ich werde trotzdem auf ihr spielen, damit ihr meine CDs kauft und ich eine neue kaufen kann…” sogleich auch ein schiefes Lied anstimmte. Ich fands gut, hab mir also die CD nicht gekauft, muhahah!
In der Pause hat die DJende Person entweder musikalische Abgebrühtheit, jede Menge Humor oder ein gewisses Maß an Verrücktheit bewiesen, denn berieselt wurden wir von einer Ambient-Version dieses Megahits von The Darkness. Hört man auch nicht alle Tage.
The Devastations
Kommen aus Australien, da muss man als Neuseelanderfahrener vorsichtig sein… Sie haben dann auch gleich losgelegt und könnten in die Schublade “Nick Cave minus ein wenig von dessen Einmaligkeit” gesteckt werden. Einige Sounds und Strukturen haben mich entfernt an Archive erinnert, ab und zu dachte ich kurz und unwillkürlich an Sophia.
Vielleicht lags an erwähntem Clash of feelings (Enthusiasmus vs. Melancholie), dass ich mich nicht wirklich auf die Band einlassen konnte. Sie waren gut, keine Frage - aber manchmal fehlte mir ein rockiger(er) Punch, der meiner Ansicht nach einigen Songs gut getan hätte. Ab und zu war mir insbesondere der Bassist zu geradlinig, da hätten es neben den Grundtönen auch gerne einige Fills sein dürfen.
Das Miteinander von (digitalen) Effekten und handgemachtem Pop war recht gefällig, auch wenn der Gitarrist mit einigen technischen Problemen zu kämpfen hatte. Insgesamt fand ich sie so okay, dass ich - hätte ich genug Geld dabei gehabt - mir ne Platte mitgenommen hätte, aber nicht so gut, um 16 Euro für den Abend zu bezahlen.
… und darum wird es auch musikalisch gehen.
eine freundin von mir hatte geburtstag, und weil sie keine lust hatte, den so wirklich zu feiern, gleichzeitig aber soulmusik sehr gerne mag, waren wir am samstag im lido, beim dortigen berlin beat explosion - mini - festival.
live gesehen haben wir
the fay hallam trinity - deren beschreibung von einem prägnanten 60ies/70ies hammondsound durchaus nicht übertrieben ist. the hay fallam trinity haben geschwurbelt, was das zeug hielt und dabei selbst vor einer coldplay-coverversion in hammond, bass und schlagzeug nicht halt gemacht. überhaupt habe ich lange gebraucht, um mich davon zu überzeugen, dass sie wirklich ohne gitarre spielen, weil es klanglich so super gepasst hat. diese band hat einfach für spaß gesorgt und ist des anhörens - auf platte oder live - auf jeden fall wert, auch wenn sie mir ein bisschen zu lahm, zu lieb waren.
vielleicht ja, weil eben die gitarren fehlten.
von denen hatten the jaybirds dann aber genügend zu bieten; sie waren weniger psychedelisch als the hay fallam trinity, haben dafür aber lupenreinen, r’n'b-infizierten rock’n'roll geboten - genau richtig; nach den entpannteren tönen gings hier mal mehr zur sache. kaum zu glauben, dass wir es mit österreichern zu tun hatten, soviel groove hatten die…
der rest des abends war eine 60/70s beat/mod/soulparty, die sich musikalisch sehen lassen konnte. klar, irgendwann hat man den typischen rhythmus raus, und “aaaa-huuuuu”-chöre sind auch nur manchmal wirklich lustig. dass es aber trotzdem ein sehr vergnüglicher abend war, lag nicht nur an der netten begleitung, sondern auch daran, dass ich - als erwiesener soul-nicht-experte - das gefühl hatte, dass die djs sehr genau wissen, was sie da tun - und wenn djs ihren job verstehen, dann können sie (beinah) auflegen, was sie wollen, denn dann passt die setlist einfach gut und alle haben spaß.
flankiert wurde dieser samstag/sonntag von völlig unsouligen tönen: während ich eigentlich nach der piratensongs-cd suchte, bin ich über paradise lost gestolpert - von eben jener band, 2005 schon veröffentlicht.
dass die scheibe sich seitdem bei mir in dauerrotation befindet, liegt daran, dass die herren düsteren, aufwendig produzierten metal spielen, der trotzdem - wie ich finde - sehr melodisch ist. klar hat das album manchmal seine seichten, schon fast kitschigen momente, aber der krachige opener “don’t belong” oder das riffmonster “all you leave behind” zeigen ganz klar, wo der hammer hängt.
obwohl sie mich manchmal vom sound her ganz entfernt an linkin park erinnern - sägendes gitarrenriff zu langgezogenem verzerrten gesang und wabernden keyboards - würde ich paradise lost ganz klar vorziehen - weil sie trotz ihrer vielfalt sehr integer sind und irgendwo authentischer klingen.
“forever after” hat schon industrielle züge, einige sounds erinnern stark an depeche mode, und insgesamt gefällt mir das album im moment mit jedem hören mehr und mehr.
mein plattenspieler ist da! wann ich zeit habe, ihn zu kaufen, weiß ich noch nicht, aber erstmal besteht zumindest die theoretische möglichkeit, wenn ich mal vor ladenschluss da vorbeikomme…
wir werden es sehen hören!
zum abschluss noch ein kleines schmankerl: ich habe mal in hannover ein praktikum beim musiklabel swamp room gemacht, das mit gleichbetiteltem psychedelic festival weltberühmt ist (wie auch die künstler - nur leider kennt sie keiner ;-P) und mit der mandra gora lightshow society eine sehr interessante psychedelische/krautrockband hervorgebracht hat.
das festival selber ist eine sehr spannende erfahrung; was bei musikrichtungen wie “horrorpunk”, “bat cave” oder “acid fuzzrock” aber auch nicht weiter verwunderlich ist. also: nicht von der grellbunten aufmachung abschrecken lassen und schauen, was es da so gibt, der mann hat ahnung von musik!
bleibt mir gewogen; bis zum nächsten mal!
es ist mal wieder einer dieser arbeitstage, bei denen ich eigentlich denke, ich hätte ja noch ne menge zeit, aber dann ist es doch schon kurz vor acht, und das konzert geht doch schon um neun los und ich hab doch noch keine karte…
zum glück gibt es ja noch kollegen mit autos. wir handelten also aus, dass ich ihm ein bisschen helfe und er mich dafür direkt zum lido bringt. hat alles wunderbar geklappt, karte bekommen, noch eben was gegessen und dann ungeduldig gewartet - vor allem wollte ich in bewegung bleiben, um nicht müde zu werden.
das lido füllte sich nur zögerlich, und so war es erst halbvoll - wenn überhaupt - als die erste band loslegte. lineup: bläserInnen + typischer rockdreier. der gig war geprägt von den, nunja, eigenwilligen sangeskünsten des strandlatschen tragenden gitarristen. er heulte und öddelte vor sich hin und brachte irgendwie was raus.
damit war er aber auch auf einer linie mit dem, was landläufig tanzen genannt wird, denn michael stipe ist eine ballerina gegen ihn.
trotz der spürbaren unsicherheiten, die die band an den tag legte (einzig die schlagzeugerin tackerte wirklich routiniert und sicher vor sich hin) eine sympatische sache, die musikalisch zu sea and cake passten. nach ner halben stunde war es schon vorbei; naja.
die zweite vorband - the say highs - präsentierte sich da weitaus sicherer im sattel; die akkugitarren-/egitarrenkombi funktionierte sauber, der schlagzeuger bietete ähnliches wie seine kollegin vorher, und von den stimmen her war die band super. die beiden gitarristen wechselten sich gesanglich ab, und war für die gitarren galt, gilt hier ebenfalls. der bassist erinnerte mich immer wieder an peter buck - hoffentlich fängt er nicht auch noch an, sich in flugzeugen zu prügeln…
für the say highs allein hätte ich das eintrittsgeld auch bezahlt; inzwischen wurde es voller und voller, sodass ich mich langsam auf den weg ganz nach vorn machte, um den hauptact zu sehen:
the sea and cake.
ich wusste ja nimmer, was für musik die eigentlich machen. jetzt kann ich sagen, dass man sie in etwa dem indiepop zuordnen könnte. wobei das indie weitaus größer ist, als das pop. ihr sound, ihre songs und das treibende schlagzeug haben mich manchmal sehr stark an death cab for cutie erinnert, aber gut, die mag ich ja auch und the sea and cake sind genug sie selbst, um lediglich an die cuties zu erinnern.
so viel zum thema postrock. (uppsala, da habe ich doch was durcheinander gebracht…)
nach einem super auftritt und zwei zugaben gings dann irgendwann um mitternacht zu ende. sea and cake sind nett, wenn auch nicht der oberkiller (um es mit dem fußball zu sagen, quali für den europacup), dafür ist mir die musikrichtung aber auch ein wenig zu poppig. say high und sea and cake hätten auch als double feature geführt werden, weil die beide ungefähr auf augenhöhe sind… was ich natürlich toll finde, da hat man ja zwei tolle bands fürs geld.
a propos: 15 euro ak gehen voll in ordnung. nur die getränkepreise im lido sind mir zu teuer.
adrian orange
the say highs
the sea and cake
man muss sich diese location mal auf der zunge zergehen lassen: mitten in einem fluss gelegen, schön restauriert und gepflegt, mit einem wunderschönen innenhof, in dem das konzert open air stattfand, präsentiert sich die zitadelle.
heute würde es endlich so weit sein, dass ich meine lieblingstheatertruppe mal live sehe, und ich bin echt gespannt, ob sie den hohen erwartungen standhalten können.
zunächst sind allerdings riverside dran, die thematisch sehr gut zu dream theater und der zitadelle passen, die machen nämlich sehr sphärischen rock/metal, der eine ganze ecke ruhiger daherkommt, als das, was dt später präsentieren
werden.
insideout bezeichnen ihre musik als artrock gepaart mit düsterem metal; letzteres habe ich nicht so vernommen, ersteres hingegen wohlwollend zur kenntnis genommen.
leider geht recht viel von der atmosphäre aufgrund der anlage unter (dt werden später dasselbe problem haben). so ist die
ohnehin schon nicht so durchsetzungsfähige (aber im sound der band sehr passende) stimme des sängers manchmal gar
nicht zu hören; ähnliches gilt für den keyboarder. was übrigbliebt, schwurbelt schön vor sich hin. ich mag lange songs, und
ich muss es auch nicht immer komplex haben,
solange die stimmung eines songs an sich gut ist.
was sie ist.
riverside haben potential und klingen laut der auskunft eines freundes auf cds auch wesentlich kerniger, als jetzt gerade in
der zitadelle.
nach etwa einer stunde ist es schon vorbei, und dream theater übernehmen das feld. leider haben auch sie probleme mit
der anlage; zum teil ist der gesang - auch zweit- und drittstimme - komplett verschwunden, was ich schon ärgerlich finde.
über die musik von dream theater brauche ich nicht mehr viel schreiben; während des zweistündigen gigs machen sie eine
schöne reise durch ihre eigene bandgeschichte.
im wesentlichen konzentrieren sie sich auf die alben “images and words”, “six degrees of inner turbulence” und natürlich
“systematic chaos”.
“octavarium” wird fast gar nicht beachtet, was ich komisch finde, weil sie doch noch letztes jahr gesagt haben, das sei ihr
bestes album.
bei einer band, die dermaßen ihre technische perfektion zur schau stellt, achtet man eher auf die fehler,
die sie tatsächlich mal machen. also:
john petrucci hat ein riff völlig in den sand gesetzt.
jordan rudess hat da sehr schnell reagiert und ein keyboardsolo eingelegt.
sich dann aber später sage und schreibe ein einziges mal verspielt.
ich schwöre: es ging ein raunen durch das publikum, weil: man hatte noch nie nen fehler von ihm gehört…
so war das konzert insgesamt für mich eine gute sache, wenn auch nicht das erhoffte highlight.
aber das hatte ich schon vor zwei jahren in hannover befürchtet, weswegen ich sie dort nicht gesehen hatte.
die sehr guten dvds, die ich oft schaue/höre, haben da die messlatte wohl ein wenig hoch gelegt.
trotzdem: ein schöner abend.
riverside
dream theater
zitadelle spandau
das zweite konzert innerhalb von drei tagen, und diesmal sogar ein kleines festival? berlin wirkt sich auf mein konzertverhalten aus, und ich finds gar nicht schlimm.
heute gibts ein intro intim; in ähnlicher form war ich in hamburg schon mal in den genuss von archive, the zutons, the kooks und duels gekommen.
hier im maria am ufer (angenehm, nur fünf minuten mit dem rad entfernt) gibt es also progressiven postrock (pk18), unkonventionellen, weil verspielten rock (trans am), deutschen indiepop (karpatenhund) und postpunk (love of diagrams)
letztere begannen mit dem festival. es war eines ihrer ersten konzerte ausserhalb von australien, und das merkte man, waren sie doch zum teil recht unsicher, angespannt und schüchtern. nun ja, wir alle fangen mal an, und dafür haben sie ihre sache ganz ordentlich gemacht. um es wohlwollend zu sagen: da ist noch raum nach oben.
karpatenhund waren da ein ganz anderes kaliber. die ganze band durchgestylt, routiniert und sie sängerin sehr selbstbewusst die richtigen akzente zur richtigen zeit setzend. irgendwie erinnerte sie mich an den sänger einer musikalisch ähnlich ansiedelbaren band namens kleinstadthelden…
ein guter gig der hunde. würde mich nicht wundern, wenn die noch mal ganz groß rauskommen.
polarkreis 18: ich war schon hundertmal an den großen plakaten vorbeigelaufen, die ihr debütalbum bewarben, hatte vom design derselben so etwas wie joachim witt (wann kommt die flut?) erwartet und war mehr als positiv überrascht, als ich gesehen habe, was alles an instrumentarium aufgebaut wurde. ein haufen keyboards, eins älter und sonderbarer als das andere, verrückte siebzigerjahregitarren, bläser… das ganze sah aus wie bei godspeed you! black emperor und klang glücklicherweise gar nicht nach ndw-industrial, sondern verschwurbelt, komplex, durchdacht und gleichzeitig an den richtigen stellen improvisiert klingend. musik, die mir gefällt also.
trans am beschlossen den abend mit leicht anstrengendem, weil nach vorne gehenden elektro-rock. der drummer wirkte dabei wir eine dampfmaschine kurz vom kollaps und trieb die beiden kollgegen an gitarre/keyboard und bass mächtig nach vorn. mich erinnerte er mit seinem irren stieren und dem nackten oberkörper sehr stark an iggy pop. gute musik, vielleicht nen kleinen tick zu straight im vergleich zu pk18 und als vierter act irgendwann um mitternacht einfach zu anstrengend…
ich mag diese mini-festivals. man bekommt viel musik zu sehen und zu hören für das geld, und die mischung aus bekannt/unbekannt kommt eigentlich allen zugute.
nur warum die promotion-frau uns ausdauernd ignoriert hat, weiß ich noch immer nicht…
Polarkreis 18
Trans Am
Karpatenhund
Love of Diagrams
ich hatte lange gezögert.
35 euronen, dave mit seiner band zu adult-pop verkommen und die columbiahalle, von der die ticketverkäuferin abgeraten hatte, sprachen nicht gerade für das konzert.
gegengewicht bildeten katja und tim, zwei freunde aus hannover, die extra wegen dieses konzerts vorbeikamen. katja hat nen super musikgeschmack, weiß sie also etwas, das ich nicht weiß?
also mit ihnen dorthin gefahren, fix noch ne karte auf der straße ergattert (für weniger als den eigentlichen preis, hehe…) und gespannt drauf gewartet, was so kommt.
erstmal: nix. nur zwei barhocker auf einer spärlich bis gar nicht dekorierten bühne. die columbiahalle hat nen oberrag, von dem aus man sehr gut auf das geschehen unten schauen kann, auch wenn man recht weit weg vom selbigen ist.
dann kamen dave matthews und ein guter freund von ihm, beide mit akkustikgitarren bewaffnet. was folgte, bewog mich beinahe dazu, meine eigenen gitarren zu verbrennen:
ein haufen guter songs, die sich allesamt dadurch auszeichneten, dass herr matthews sich sehr sonderbare kadenzen, andere tunings oder beides ausgedacht hatte, sodass die an sich nicht komplexen lieder eine sehr ungewöhnliche note bekamen.
der freund mit der zweiten gitarre (tim reynolds) fügte noch einiges an klängen hinzu, die nicht immer nach gitarre klangen. vermutlich macht der nix anderes, als den ganzen tag gitarre spielen…
der kontakt zur masse war überschaubar, aber sehr witzig und spontan. bei einigen wortbeiträgen fragte man sich, was für drogen herr m wohl genommen haben mochte, aber anscheinend trank er wirklich nur tee.
dann wars vorbei. dave verschwand und überließ es seinem kumpel, die zeit bis zur zugabe zu füllen, was dieser mit enormer technischer fingerfertigkeit auch tat. was um alles in der welt macht er da mit der gitarre? haben diese akkorde namen? dann kam irgendwann, man ist versucht zu sagen, erlösenderweise, das riff, das alle kennen, und zwar cashmir von led zeppelin (wers nicht kennt, sei an puff daddys “godzilla”-beitrag verwiesen). der hammer.
inzwischen war dave wieder da, und hochqualitativ gings dann wirklich nach beinahe drei stunden zu ende.
fazit: gut, dass ich dabei war. ein spannendes konzert mit der erkenntnis, dass dave matthews (semi)solo besser ist, als mit voller band.
Dave Matthews
auf dieses konzert habe ich mich so richtig gefreut. imogen heap hatte ich ja schon auf dem rock am ring 2006 live gesehen, und das hat richtig appetit auf mehr gemacht.
vor”band” war zoe keating, die man vielleicht am besten als one-woman-apocalyptica bezeichnen könnte. wenn mich net alles täuscht, hat sie sogar mal mit den cello-metallern zusammengespielt.
anders als die vier covert sie keine songs, sondern bastelt sich mit sequencern, repeatern, samplern und ihrem cello unglaubliche klangcollagen zusammen. das ist nix für pop-gewohnte ohren, macht aber sehr viel spaß. auch zoe allein war schon das eintrittsgeld wert und kommt hoffentlich noch mal ganz groß raus.
der hauptact bestand natürlich auch nur aus einer dame - zwei von imogens sorte wären aber auch echt zuviel gewesen. frau heap hatte einen haufen equipment auf der bühne versammelt (den sie sehr stolz stück für stück präsentierte), und damit zauberte sie das bekannte elektro-pop-gewumsel zusammen, das man von ihr kennt (und ja, ihr kennt sie vermutlich auch; sie hat den aktuellen “grey’s anatomy”-titelsong gemacht, den narnia-soundtrack, nen song für britney spears, und so weiter).
imogen heap alleine füllte die bühne komplett aus, bewohnte sie, belebte sie, sodass man zwischenzeitlich das gefühl hatte, da würde ein kleines mädchen in seinem zimmer mit dem spielzeug spielen und dabei vor sich hinsingen.
mit einem putzigen britischen akzent machte sie ein paar witzige ansagen und hatte uns damit natürlich alle in der hand…
zoe keating durfte ab und an dazukommen, und ihr cello fügte einigen ih-songs eine weitere dimension hinzu. schade, dass sie nicht bei “the moment i said it” dabei war. dieser song mit nem gestrichenen cello wäre der killer gewesen.
alles in allem ein rundum gelungener konzertabend. der sound war klasse, auch wenn ein repeater von zoe kaputt war, die location ist gut für kleine, intime konzerte, die preise waren fair… ich denke gerne dran zurück!
Zoe Keating
Imogen Heap












mildly pissed off
zoe keating
zuletzt habt ihr gesagt...