Lieblingstweets im Januar

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Sünndagsschnack (31)

Moin moin,

Tolle Künstlerin
Ich schaue mir gerne die Videos des Landschafts- und Reisefotografen Elia Locardi an. Ich mag die Art, wie er seine Fotos angeht, wie er sich Zeit lässt und immer versucht, den perfekten Moment und die perfekte Komposition zu finden. Seine Nachbearbeitung finde ich manchmal etwas zu heftig, aber das ist ja auch Geschmackssache.
In seiner Serie „Moments in Time“ trifft er sich auch immer wieder mit anderen KünstlerInnen, und Sara Lando hat mich sehr beeindruckt. Ich finde großartig, wie sehr ihre Kunst eine Mischung aus digial und analog ist, wie sehr es um den Prozess geht und um Offenheit, das Entdecken und Spielen, und weniger um ein (festgelegtes) Endergebnis. Und damit kann ich mich sehr identifizieren, bei mir kommt auch immer etwas anderes raus, als ich mir eigentlich vorgenommen habe 🙂
Tatsächlich finde ich ihren Ansatz so spannend, dass ich mir fest vorgenommen habe, dieses Jahr etwas Ähnliches auszuprobieren.

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Urlaubspläne
Neues Jahr, neuer Urlaub, neue Pläne… außer, dass ich im Moment gar nicht weiß, was ich sagen soll, wenn ich nach meinen Plänen gefragt werde – es gibt derzeit nicht die eine Idee.
Klar gibt es immer mehr oder minder ausgereifte Ansätze – durchs Baltikum fahren, nach Osteuropa/Istanbul, Richtung Skandinavien oder gar nach Spitzbergen – die Möglichkeiten sind zahlreich. Fest steht, dass ich nicht fliegen will – das macht Spitzbergen schwierig bis unmöglich – und nicht notwendigerweise auf das Fahrrad fixiert bin – mit dem Zug durch Schweden zu fahren, war auch cool. Toll fand ich auf jeden Fall die Gedanken des Twitterers @Aus_der_UBahn, der sich mit seiner Reiseplanung befasst hat.

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Frau Nessy auf La Gomera
Ganz akut unterwegs ist Vanessa Giese. Sie verbringt einen Monat der Entspannung, der Ausspannung, der Entschleunigung, der Ruhe, des Lesens und Schreibens auf La Gomera, und jeden Tag gibt es einen Blogeintrag mit ihren Gedanken. Immer wieder schön!

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Visueller Rückblick auf 2019
Meine Schwester macht seit Jahren Fotobücher von ihren Urlauben, Geburtstagen und anderen wichtigen Momenten in ihrem Leben. Und während ich immer verstanden habe, was für einen Wert ein Fotobuch haben kann – man blättert förmlich in den eigenen Erinnerungen – habe ich immer gedacht, dass das ja eine schöne Sache ist, aber für mich nicht so das richtige Medium ist – ich habe ja twitter, flickr und milchmithonig.de, da sehe ich ja auch alles, was ich gemacht habe. Dann habe ich mehrere Fotobücher von Fotografen gekauft, deren Arbeit ich toll finde und beschlossen, nur für mich selber eine Retrospektive auf 2019 zu machen. Und was soll ich sagen: allein das Zusammenstellen der Bilder war ein kreativer Prozess für sich, der mich sehr befriedigt hat, und jetzt wo ich das fertige Produkt in den Händen halte, bin ich sehr glücklich, es gemacht zu haben – und alleine an dem Buch habe ich eine Menge gelernt: es gibt Bilder, die passen gut zusammen. Es gibt Bilder, die verstehen sich nicht – und manchmal glaubt man, man wisse, was passt und was nicht, und dann ist es doch anders. Manche Bilder wollen für sich selbst stehen, andere wachsen in Gemeinschaft. Und das war nur der Auswahlprozess. Wenn ich jetzt durch das Buch blättere, macht es mich sehr glücklich. Nicht weil ich denke, dass die Bilder besonders gut seien – im Gegenteil, da ist sehr viel Luft nach oben – sondern, weil ich mich an die Momente erinnere, in denen sie entstanden sind. Die Dinge, die ich gemacht habe, die Umstände, die Gedanken dabei. 2019 war kein besonders tolles Jahr für mich, und zu sehen, dass trotzdem einige gute Bilder dabei entstanden sind, tut mir gut. Und ich stelle mir mein Bücherregal 2030 vor, wenn ich zehn solcher Bücher dort stehen habe, und was für Bilder es wohl geben wird.

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Jümmer schön suutje blieven.

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Sünndagsschnack (30)

Moin moin,

Mit Paketdiensten die Stadt kennenlernen
Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die sich an den legendären Tag erinnern, an dem ich lauthals postuliert habe, niemals wieder etwas liefern zu lassen und nur noch lokal zu kaufen. Vermutlich, weil ich wieder halb durch die Stadt hirschen musste, um mein Paket aus irgendeinem verraucht-versifften Späti zu holen, den ich noch nie vorher gesehen habe (und vermutlich auch danach niemals wieder), wo ich vermutlich angemeckert wurde, weil ich keine Abholkarte dabei hatte – und das Ganze, obwohl ich vermutlich den ganzen Tag quasi neben der Wohnungstür gelauert habe und schon beinahe die ninja-artige Auslieferungsvermeidungsstrategie bewundere, die Art, mit der Paketboten sich in quasi-schrödingschem Überlagerungsstatus aus Noch-nicht-da und Schon-wieder-weg befinden, mag und verteufle.
Nun, ich bestelle nach wie vor sehr, sehr wenig, aber ab und zu kann man es nicht vermeiden – so habe ich gerade ein Buch eines Londoner Fotografen gekauft, dass man niemals in einer lokalen Buchhandlung kaufen kann. Und ich musste dazu in einen versifft-verqualmten Getränkeladen – ohne Abholkarte – ich musste mich anmeckern lassen – und: ich habe diesen Laden noch nie vorher gesehen, und werde ihn vermutlich auch nie wieder sehen. Und vielleicht ist das der (fragwürdige, aber vorhandene) Wert dieser ganzen Übung: dass man dank Paketdiensten Läden, Straßen, bisweilen gar ganze Stadtteile sieht, über deren Existenz man sich zuvor nicht bewusst gewesen war.

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Herkunft
Das erste Buch, welches ich im neuen Jahr gelesen habe, ist „Herkunft“ von Saša Stanišić – und es ist richtig, richtig gut. Der Rhythmus, die Sprache, das Ende, welches – ohne zu viel verraten zu wollen, richtig abenteuerlich war – ein schönes Buch. Ja, es ist auch stellenweise ein wenig traurig; es geht schließlich um seine eigene, vom Krieg maßgeblich beeinflusste Kindheit und Jugend. Und um seine Oma, deren Erinnerungen (und damit Herkunft?) langsam verschwinden. Es geht aber auch um wahnsinnig lustige Erinnerungen an die von der Tanke in Heidelberg maßgeblich beeinflusste Jugend und Adolezenz. Um die Erinnerungen der Oma, die manchmal unvermittelt wiederkommen. Es geht um Jugos und Drachen, um Schnaps, Berge, Gräber. Um Sprache, Abenteuer und Poesie. Es ist eine Bereicherung!

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Sonniger Sonntag
Eine Bereicherung war auch die Sonne an diesem Sonntag. Ich war viel Draußen – gleich geht es in die Boulderhalle – und es fühlte sich fast an, wie Frühling. Aber nur fast. Und so bleibt „Play“ von Moby auch im Plattenschrank, bis es richtiger Frühling ist. Denn obwohl ich das Album richtig gerne mag, bleibt es den wirklich schönen Frühlingstagen vorbehalten. Tage der Sorte: das Leben kehrt zurück. Die Tage werden wieder länger, die Luft riecht vielversprechend nach einem neuen Jahr, der Winter ist vorbei. Obwohl wir ja rein wettertechnisch noch keinen richtigen Winter hatten, was ja auch ein bisschen schade ist.

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Jümmer schön suutje blieven.

Speicherstadt_pastell

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