Tag am Strand (#aussie2015)

Inzwischen bin ich nach langem Flug, Landung in Perth und längerer Autofahrt in Margaret River angekommen, bzw. auf der Farm, die etwa eine halbe Stunde im Outback liegt. Mit “Outback” ist wirklich Wildnis gemeint; ich kann mich nicht erinnern, wann ich nachts so viele Sterne und vor allem die Milchstraße gesehen habe. Vielleicht 2012 in Schweden.

Franka muss noch mindestens bis Mittwoch nächster Woche arbeiten, so gibt es bisher nur Aufgaben auf der Farm zu erledigen, und kleinere Tagestrips. Gestern ging es entlang der Westküste zu zahlreichen Stränden:

Eine der zahlreichen bewohnten Buchten.

Eine der zahlreichen bewohnten Buchten.

Dramatische Gischt (in Echt noch dramatischer)

Dramatische Gischt (in Echt noch dramatischer)

Mein Mitbewohner meinte, es gäbe in Australien rund 3700 Strände. Das heißt, man könnte für die nächsten 10 Jahre jeden Tag einen anderen Strand besichtigen. Ob das erstrebenswert ist, sei dahingestellt, aber schön sind die Strände auf jeden Fall.

Eine Art Lagune.

Eine Art Lagune.

Die salzige Luft, der Wind um die Nase – super!

Felsen im Meer. Ohne Gischt.

Felsen im Meer. Ohne Gischt.

Wir haben sogar ein kleines Känguru gesehen. Das war aber nicht die erste Begegnung; die Viecher laufen und hüpfen hier so herum, wie Rehe in Deutschland – zu etwa genau den gleichen unpassenden Zeiten an genau den gleichen unpassenden Orten…

G'day Mate!

G’day Mate!

Veröffentlicht unter Unterwegs | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Lieblingstweets im Juni

Viel Arbeit, viel unterwegs, einige Favoriten:

Veröffentlicht unter .txt | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Von der Schwierigkeit, einen ökologisch halbwegs unbedenklichen Schlafsack zu kaufen

tl;dr: Ich brauche einen Schlafsack, und Vaude ist die einzige Firma, die überhaupt Angaben zur Umweltverträglichkeit macht.

Es kann kalt werden in Australien, musste ich zu meinem Erstaunen feststellen – vor allem, wenn man im europäischen Hochsommer ins Flugzeug steigt.¹

Mein leichter Sommerschlafsack reicht da wenn überhaupt nur sehr, sehr knapp aus. Den Winterschlafsack, mit dem ich in Island unterwegs war, hatte ich ausgeliehen, und wollte ihn aus mehreren Gründen nicht mitnehmen. Hauptgrund: mit knapp 3Kg und einem Packmaß, das alleine eine Fahrradtasche füllt, ist er nicht gerade praktisch.

...auch wenn er selbst auf dem Deich schön warm ist.

…auch wenn er selbst auf dem Deich schön warm ist.

Auch in Hinsicht auf vermutlich kommende zukünftige Touren habe ich mich entschieden, einen neuen Schlafsack zu kaufen. Dabei standen für mich zunächst folgende Kriterien im Vordergrund:

  • Kunstfaser (Daune ist feuchtigkeitsempfindlich und tierschutzmäßig bedenklich)
  • kleines Packmaß (muss ja transportierbar sein, ne)
  • geringes Gewicht (siehe Packmaß)
  • Komfortbereich um 0°, Limit bei -5°, Extrem irgendwo zweistellig
  • bezahlbar (Maximum 200€, da ich auch noch mehr Zeug brauche)

Aus den Kriterien ergaben sich vor allem zwei Modelle: Ajungilak Winter Kompakt, Deuter Exosphere -4. Beide mit beeindruckenden Werten zu Packmaß und Wärmeleistung; den Ersten gibt es gerade beim Onlinehändler im Paket mit einer hervorragenden Isomatte, der Zweite besticht durch seine Dehnbarkeit – ich liege gerne mit angewinkelten Beinen auf der Seite.

Ein wenig googlen nach dem besten Preis – und dann die böse Überraschung: im Ökotest 2010 fällt der Ajungilak mit “ungenügend” durch, der Exosphere ist nur marginal besser. Hauptkritikpunkte: (vermutlich) krebserregende Farbstoffe, Materialien, die nur extrem schwer abbaubar sind, Herstellungsprozesse unklar, aber vermutlich sehr umweltbelastend; und so weiter.

Das alles passt überhaupt nicht zu meiner Vorstellung, mit dem Rad durch (zumindest teilweise) unberührte Natur zu reisen – und diese auch einigermaßen spurlos wieder zu verlassen. Ich kann mich nicht über Plastikholzbohlen ereifern, wenn das Brett vor meinem Kopf selber eine solche ist.

Nur die Natur und ich.  Und  polyfluorierte Kohlenwasserstoffe, Farbstoffe, Teflon, etc?

Nur die Natur und ich. Und polyfluorierte Kohlenwasserstoffe, Farbstoffe, Teflon, etc?

Nun weiß ich, dass sich in den letzten Jahren in der Outdoorbranche Einiges getan hat. Patagonia produziert seit jeher mit wiederaufbereiteten Materialien, Vaude ist Vorreiter, was nach Bluesign produzierte Produkte betrifft – angeblich das weltweit strengste Ökolabel; andere Hersteller schließen sich an. Es gibt also durchaus Nachhaltigkeitsbestrebungen, auch wenn die Werbung sich immer noch drauf konzentriert, vor allem die Unverwüstlichkeit der Kleidung herauszustellen.

Bei Schlafsäcken zählen in erster Linie Packmaß und Wärmeleistung, so war es ja auch in meiner Prioritätenliste. Doch nach dem Ökotestbericht dachte ich ein wenig nach. Wollte ich wirklich mit einem Schlafsack reisen, der nicht nur umweltschädliche, sondern auch potenziell gesundheitsbelastende Stoffe emittiert? Das zaghafte “nein” in meinem Kopf wurde langsam, langsam lauter als das Rascheln der Geldscheine – denn ein umweltverträglicher Schlafsack würde wohl kaum billiger zu haben sein, als ein konventioneller.

Zunächst die Nachfrage bei Ökotest: Gibt es vielleicht einen aktuellen Test? In den vergangenen fünf Jahren sind eine Menge neuer (umweltverträglicher) Materialien und Herstellungsverfahren entstanden. Antwort: leider nein.

Also muss ich vom Status Quo ausgehen. Wie sieht es denn mit den Herstellerinfos aus? Alle geben genau an, welches Polyamid, Polyester, etc. sie benutzt haben – aber weitergehende Umweltinfos? Computer says no.

Ohne Werbung machen zu wollen – Vaude sind die Einzigen, die zumindest angeben, unter welchem Ökolabel ihre Schlafsäcke entstanden sind – dies sind Bluesign und Greenshape, letzteres von Vaude entwickelt und der Nachhaltigkeit verpflichtet. Sie lassen beide genug Schlupflöcher für Sauereien (“bis zu 90%”, “größtenteils”, usw.) – aber ich nehme Vaude ab, dass sie ihre Nachhaltigkeitsstrategie wirklich ernst meinen.

Es gab also zwei Modelle, die meinen (angepassten) Kriterien entsprachen: der Vaude Sioux 800 und der Vaude Arctic 800. Beide nach Bluesign/Greenshape hergestellt, einer etwa 100€, der andere bei 250€ angesiedelt (der höhere Preis kommt durch geringeres Gewicht bei höherer Wärmeleistung).

Jetzt noch mit ein bisschen Glück nach einem Sonderangebot gefahndet, und bei 175€ habe ich mich dann für den Arctic 800 entschieden, der leichter, wärmer und eben teurer als der Sioux ist.

Den Kauf verstehe ich dabei auch als klares Statement für mehr Nachhaltigkeit gerade in der Outdoorbranche. Ich kann höchst selten mit Geld um mich werfen. Jede Investition in Kleidung, Material, Equipment lasse ich mir mehrmals intensiv durch den Kopf gehen und überlege, ob sie wirklich, wirklich nötig und sinnvoll ist. Gerade muss ich mir keine existenziellen Sorgen machen, sodass ich tatsächlich in der Lage bin, den Schlafsack auch zu bezahlen. Und in diesem kann ich dann hoffentlich nicht nur körperlich tief und fest und gut schlafen; er soll mir ja noch einige Jahre erhalten bleiben.

¹Der ökologische Fußabdruck des Fluges – 8832 Kg CO2 laut klimanko.de – bereitet mir Alpträume, wenn ich näher drüber nachdenke – aber das tue ich an dieser Stelle lieber nicht. Die Kompensation kostet 200€, die ich eigentlich hätte mitkalkulieren müssen. Mal sehen, ob ich mir das leisten kann.

Veröffentlicht unter ich und die welt, Unterwegs | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar