Elaine und der Spiegellampenschirm

Die Kugel leuchtet von innen heraus, während Elaine sich in zigfacher Spiegelung sieht und völlig hingerissen ist. Sie schaut sich die Kugel genauer an, die aus zahlreichen Spiegelsteinen besteht, jeder für sich etwa 1cm mal 1cm groß. Die Kugel wirkt wie eine normale Spiegelkugel, nur dass eben im Inneren eine Lampe steckt. Und man würde überhaupt nichts vom Licht sehen, würde es nicht genau an den Fugen von den Spiegeln gebrochen werden – und so wirkt es, als leuchtete die Kugel von innen heraus, während sie auf der Oberfläche dunkel ist. Und mit den Spiegeln ist es ähnlich: sie leuchten nur an den Kanten, an denen das Licht sich bricht.

So ein Ding baue ich mir für zuhause, denkt Elaine sich, während sie an ihrem Bier nippt. Ihr gefällt der scheinbare Widerspruch aus dem inneren Leuchten und der äusseren Dunkelheit. Ohne Schatten kein Licht, das hatte ein befreundeter Lichttechniker mal anhand der Lichtshow eines Konzertes erklärt. Ohne Schatten kein Licht, und das Licht muss sich irgendwo brechen oder reflektieren. Es braucht ein Medium, damit man es sieht.

So wie mit den Spiegeln, und sie findet den Gedanken lustig, dass die Kanten der Spiegel leuchten, die Spiegel selber aber nicht.

Die Tresenfrau schaut Elaine ein wenig konsterniert an, entscheidet dann aber, dass das Bier noch voll genug ist und widmet sich wieder dem Gespräch ihrer Bekannten.

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Lieblingstweets im September

Ich muss echt mal wieder selber bloggen. Das soll aber den Spaß an den Lieblingstweets nicht verderben:

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Moderat in der Wuhlheide

„Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mal in der Wuhlheide spielen werde, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Allein die Columbiahalle war Wahnsinn. Ich kann gar nicht fassen, dass ich hier bin!“

Sascha Ring ist sichtlich begeistert, und er darf es auch sein. Es wird gerade richtig dunkel, es ist kühl, aber trocken, die Batterie an Blindern beleuchtet die Menge in der ausverkauften Wuhlheide, die vom ersten Ton an begeistert mitging.

Für einen kurzen, sehr zynischen Moment denke ich: „Ich kanns auch nicht fassen.“, denn vorausgegangen waren anderthalb Stunden vor dem Einlass, an dem gar nichts mehr ging. Die Secus hatten ihre Probleme, die paranoiden Sicherheitsvorkehrungen umzusetzen (ich wurde nicht mal auf einem arabischen Flughafen so intensiv abgetastet) und ein Konzept zur gezielten Steuerung der Massen und Entlastung über Nebeneingänge war nicht zu erkennen gewesen. Mit Glück habe war ich zur Hälfte des ersten Songs da – Vorband verpasst, aber immerhin bin ich jetzt endlich drin.

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