Sünndagsschnack (30)

Moin moin,

Mit Paketdiensten die Stadt kennenlernen
Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die sich an den legendären Tag erinnern, an dem ich lauthals postuliert habe, niemals wieder etwas liefern zu lassen und nur noch lokal zu kaufen. Vermutlich, weil ich wieder halb durch die Stadt hirschen musste, um mein Paket aus irgendeinem verraucht-versifften Späti zu holen, den ich noch nie vorher gesehen habe (und vermutlich auch danach niemals wieder), wo ich vermutlich angemeckert wurde, weil ich keine Abholkarte dabei hatte – und das Ganze, obwohl ich vermutlich den ganzen Tag quasi neben der Wohnungstür gelauert habe und schon beinahe die ninja-artige Auslieferungsvermeidungsstrategie bewundere, die Art, mit der Paketboten sich in quasi-schrödingschem Überlagerungsstatus aus Noch-nicht-da und Schon-wieder-weg befinden, mag und verteufle.
Nun, ich bestelle nach wie vor sehr, sehr wenig, aber ab und zu kann man es nicht vermeiden – so habe ich gerade ein Buch eines Londoner Fotografen gekauft, dass man niemals in einer lokalen Buchhandlung kaufen kann. Und ich musste dazu in einen versifft-verqualmten Getränkeladen – ohne Abholkarte – ich musste mich anmeckern lassen – und: ich habe diesen Laden noch nie vorher gesehen, und werde ihn vermutlich auch nie wieder sehen. Und vielleicht ist das der (fragwürdige, aber vorhandene) Wert dieser ganzen Übung: dass man dank Paketdiensten Läden, Straßen, bisweilen gar ganze Stadtteile sieht, über deren Existenz man sich zuvor nicht bewusst gewesen war.

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Herkunft
Das erste Buch, welches ich im neuen Jahr gelesen habe, ist „Herkunft“ von Saša Stanišić – und es ist richtig, richtig gut. Der Rhythmus, die Sprache, das Ende, welches – ohne zu viel verraten zu wollen, richtig abenteuerlich war – ein schönes Buch. Ja, es ist auch stellenweise ein wenig traurig; es geht schließlich um seine eigene, vom Krieg maßgeblich beeinflusste Kindheit und Jugend. Und um seine Oma, deren Erinnerungen (und damit Herkunft?) langsam verschwinden. Es geht aber auch um wahnsinnig lustige Erinnerungen an die von der Tanke in Heidelberg maßgeblich beeinflusste Jugend und Adolezenz. Um die Erinnerungen der Oma, die manchmal unvermittelt wiederkommen. Es geht um Jugos und Drachen, um Schnaps, Berge, Gräber. Um Sprache, Abenteuer und Poesie. Es ist eine Bereicherung!

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Sonniger Sonntag
Eine Bereicherung war auch die Sonne an diesem Sonntag. Ich war viel Draußen – gleich geht es in die Boulderhalle – und es fühlte sich fast an, wie Frühling. Aber nur fast. Und so bleibt „Play“ von Moby auch im Plattenschrank, bis es richtiger Frühling ist. Denn obwohl ich das Album richtig gerne mag, bleibt es den wirklich schönen Frühlingstagen vorbehalten. Tage der Sorte: das Leben kehrt zurück. Die Tage werden wieder länger, die Luft riecht vielversprechend nach einem neuen Jahr, der Winter ist vorbei. Obwohl wir ja rein wettertechnisch noch keinen richtigen Winter hatten, was ja auch ein bisschen schade ist.

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Jümmer schön suutje blieven.

Speicherstadt_pastell

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Speicherstadt im Nebel

Der Neujahrstag war sehr neblig und grau. Ideal, um mal ein paar andere Fotos der Speicherstadt zu machen 🙂

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Hochbahn ins Nichts.

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Einsamer Baum

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Abendspaziergang.

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Sandbrücke im Nebel.

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Abendspaziergang II.

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Haus unter der Glocke.

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Spazierende Geister.

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Lieblingstweets im Dezember (und noch ein paar aus dem November).

…da ich ja im November keine Lieblingstweets gemacht habe (der Monatswechsel ist irgendwie an mir vorbeigerauscht), gibt es dieses Mal ein paar Tweets mehr. Guten Rutsch und Frohes Neues!

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