bad music munday

cannot unhear what i heard…

cannot unhear what i heard…

„Around the Sun“ von R.E.M. sei, so schrieb (vermute ich) einer der geschätzten Schreiberlinge vom musikexpress, das eine Album, von dem er sich wünschte, sie hätten es nicht geschrieben.
Bis dahin nämlich hatten die vier drei aus Athens, Georgia schon viel in ihrem Leben getan, nur eines nicht: ein doofes Album geschrieben. Dann kam „Around the Sun“, welches einen faden Beigeschmack hatte und letzten Endes genauso identitätslos wie das weiße Cover geblieben ist.

Um das Album näher zu beschreiben, reicht es, „Automatic For The People“ zu nehmen, und die Seele, den Gänsehautfaktor, abzuziehen, sich „New Adventures in HiFi“ anzuhören – freilich ohne das Sonntagabend-Abgefuckt-Homeless-Gefühl – oder auch „Monster“ ohne die rohe, lärmende Energie.

Selbst das meiner Ansicht nach überbewertete „Out of Time“ mit seinen catchy Popsongs, oder das introvertiert-experimentelle „Up“ haben viele, viele Momente, die „Around the Sun“ fehlen, und das sind die Momente, die dem Album ein Gesicht geben, irgendwas, an das man sich erinnert.

Schade. Aber: vergessen wirs und warten aufs nächste Killeralbum von R.E.M.

Das kommen wird, ganz bestimmt.

Ganz bestimmt wiederkommen wird der 24. Januar. Gleichbetiteltes Lied von Lambchop ist leider der einzige Lichtblick (aber was für ein geiler!) vom Doppelalbum „AwCmon/NoYouCmon“, das ich mir gekauft hatte, weil – wieder mal – der Musikexpress es mir empfohlen hatte. Man hätte aus den quälend langweiligen zwei Stunden eine annehmbare Dreiviertelstunde machen können, was ich ursprünglich auch vorhatte, Brenner sei dank.
Dass dieses Projekt in Vergessenheit geraten ist, sagt eine Menge darüber aus, was Lambchop mir bedeuten…

Eher bedeutungsschwanger texten Prefab Sprout vor sich hin, und zwar so schlecht, dass ich sie ursprünglich für Furyähnliche englischtextende Deutsche gehalten habe. Nix da! Es sind Angelsachsen.
Leider kann ich mich an den Titel des Albums nicht erinnern, und wiederfinden gerade auch nicht, was ich aber recht emotionslos hinnehme.
Das Einzige, was dieses Album für mich bedeutsam macht, ist die Tatsache, dass es die erste CD ist (und auch die bisher einzige),
die ich gekauft, aber nicht zu Ende gehört habe – ich bezweifle, dass ich den ersten Track überhaupt ganz gehört habe…

Ach ja: Lambchop und Prefab Sprout sollen angeblich zur guten Seite des Country gehören. Ich frage mich langsam: gibt es da überhaupt eine gute Seite…?

Gänzlich der (vermeintlich) guten Seite hat sich Neal Morse verschrieben. Ich wurde auf ihn aufmerksam, weil er ein richtig guter Progger ist, der schön komplexe und trotzdem gut hörbare Songs schreibt. „Testimony“ ist musikalisch auch nicht schlecht, aber inhaltlich schon arg darauf fokussiert, dass der gute Neal Gott gesehen hat oder wird oder vielleicht gerade sieht und deswegen alles furchtbar wunderbar ist. Das kann er auch gerne tun und finden, aber sowas gehört ins Reader’s Digest und nicht auf eine CD, pfui! Oder wenn, dann wenigstens besser vertextet.

Weitere Griffe ins Klo:

  • Dieser verdammte Brithype.
    „Aber, aber“ werdet ihr da sagen, „wie kannst du sowas sagen, die sind doch alle richtig cool, die Kaiserchiefarcticmonkeybabyshambleuswklone. Du hast doch keine Ahnung. Hast du sie dir mal richtig angehört?“
    Leider ja. Geschlagene vier Stunden lang im indiesten Club Hannovers. Immer wieder dasselbe: Tanzbarer, treibender Beat, pseudocooler Text, angezerrte Gitarren und ab und zu mal irgendein Special Effect. Super.
    Und etwa so spannend wie Forsthaus Falkenau.
  • „Slow Sunday“
    Habe ich live in Hannover gesehen. Kommen ihrem Titel musikalisch erstaunlich nahe und sind in etwa dasselbe wie ungewürzter Tofu: eine gute Idee, leider völlig fad umgesetzt.
  • napster.com mit einer völlig unbrauchbaren mp3-Flatrate.
    Damit wir uns richtig verstehen: ich finde es okay, für Musik zu zahlen. Nur will ich dann auch ein Produkt, das seinen Preis wert ist. Musikflatrate, das klingt dann erstmal richtig toll: nen Zehner pro Monat und ab geht die Post.
    Leider hat man damit auch die musikalische Seele an napster verkauft, weil sämtliche von dort gekaufte Musik ein wertloser Haufen Datenmüll ist, sobald man die Flatrate nicht mehr bezahlt.
    Schade, gute Idee, bekloppte Umsetzung.

Jetzt muss ich aufhören. Ich brauche gute Musik, Tom Waits z.B. oder auch Imogen Heap oder Alle Alben Von R.E.M. Vor Around The Sun, oder The Shins…

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Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
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3 Antworten zu bad music munday

  1. arschtrompete schreibt:

    wenn dich napster aufregt solltest du vielleicht mal musicmonster anschauen – hier kann man zum fixpreis von 8,95 euro im monat so viele mp3s downloaden, wie man will – eine echte flatrate und die music landet als ganz normale mp3-dateien auf deinem rechner. ich bin voll und ganz zufrieden. ob und wie musicmonster funktioniert hab ich in einem kleinen erfahrungsbericht zusammengeschrieben:
    http://www.arschtrompete.de/internet/musicmonster-mp3-flatrate/

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  2. musicsascha schreibt:

    hey danke! werde ich auf jedensten mal ausprobieren.
    grüße!

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  3. Pingback: Tag 4: An welchem ich meine Emotionen entdecke « milchmithonig.de

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