Well, well…

phook the hell!

oder: Musik, das Leben und der verdammte Rest.

oder: Ein gefühlter Montag macht noch keine Woche.

oder: Mehr als zwei oders sind komisch.

oder: werden wir ja sehen…

„Nee, nee, jeh mal nisch zur Jemüsesuppe, der da is uff keenen Fall Vejetarier!“ postulierte der Caterer in Richtung seines Kollegen und meinte dabei mein wie zufällig und trotzdem sehr zielstrebig aufs Essen zusteuerndes ich.
Für einen kurzen Moment war ich perplex und in einer Art logischen Kettenreaktion gefangen. Es hatte mich, ehrlich gesagt, nur minder getroffen, nicht als Vegetarier per se erkannt zu werden, dehnt sich meine Fleischabschiedstournee doch schon recht lange, und der mir von zahllosen Hannoveranern verliehene Titel „Schlechtester Vegetarier aller Zeiten“ trifft die traurige Wahrheit schon recht gut. Dabei ist es interessanterweise egal, ob es sich um zugezogene Hannoveraner handelt oder nicht.
Jedenfalls, ich war gefangen. Sollte ich eine Gemüsesuppe essen, um dem Vegetarismus zu genügen? Oder – in einer Art vermiedenen Trotz – die Vorhersage bestätigen und nach der Pfefferwurstkartoffelsuppe verlangen? Vielleicht aber – um die erwartete Trotzreaktion erst recht zu bestätigen – gerade die Gemüsesuppe wollen?
Bevor ich mich versah, war die leckere Suppe auf meinem Teller.

Trotzdem fühlt es sich stark nach Montag an, wenn man mit so etwas konfrontiert wird.

Am echten Montag – erkennbar am Kalender und an all den kleinen Dingen, die zwar irgendwann funktionieren, aber bis dahin unglaublich anstrengend und ätzend sind – erreichte mich folgende Meldung:

Universal kauft V2

Äh, das ist jetzt schon ne Weile her, aber manche Mühlen mahlen eben langsam:

Verdammte Scheiße, was soll der Mist?!? V2 galt für mich bisher immer als eine Art musikalischer Himmel, hatten sie doch so Menschen wie Aimee Mann, Tiger Lou, Architecture In Helsinki, The Polyphonic Spree, Dogs Die In Hot Cars oder Underworld unter Vertrag und standen damit für künstlerische Integrität abseits des ganz großen Mainstreams.
Jetzt kommen also diese Pisser von Universal daher und kaufen sich den Laden einfach, um direkt danach alle bisherigen Mitarbeiter herauszuwerfen.
Nun bin ich – im Gegensatz zu meinem Chef – im Raubtierkapitalismus aufgewachsen; da gehört es einfach dazu, dass die großen Haie die kleinen Fische fressen, so naiv bin ich ja nun auch nicht. Aber V2, das war bisher immer der eine coole Fisch, der den Haien gesagt hat: So aber mal nicht, Jungs.
Weil, der wusste: ich kann mich in meiner kleinen Höhle verstecken, und solange ich flinker bin als die großen, bösen Haie, brauche ich keine Angst zu haben.

Hmm. Verschätzt, würde ich sagen.

Jetzt kann man zu Recht fragen: Warum schreibt der Sascha über so nen Scheiß, wo doch unsere Grundrechte zum Teufel gehen und dieser Staat noch unerträglicher wird? Nun denn. Zum einen sollte jeder Amöbe, die halbwegs geradeaus verdauen kann, klar sein, dass der Schäuble alles tut, ausser das Grundgesetz zu schützen. Im Gegenteil, er bombardiert, durchlöchert, unterhöhlt, zerstört und sabotiert es, wo er kann. Und das ganze Parlament zieht mit.

Inzwischen geht es – glaube ich – nicht nur mir so, dass ich mehr Angst davor habe, unrechtmäßig verhaftet zu werden, als Opfer eines Attentats zu werden. Der Unterschied: das Attentat hat wenigstens irgendwann ein Ende, der Schäublewahnsinn beginnt erst…

Andererseits ist Schäublebashen schon fast uncool, weil das gerade alle tun.

Anyway, es muss auch gute Nachrichten geben, sonst wäre es nicht milchmithonig.

Also: Radio Eins (dieselben, die mir die V2-Nachricht überbrachten) hat noch am selben Abend The Great Gig In The Sky von Pink Floyd gespielt (also das mit der Frau, die so: AaaahaaaaaUUuuuuhuuuuuuaaaaaaauauauuuuuuuuuaaaaaaaaaaaoooooohooooooo macht), von dem großartigen Dark Side of The Moon – meiner Meinung nach haben sie nie ein besseres Album gemacht.
Solange noch solche Lieder im Radio gespielt werden, gibt es auch noch Hoffnung.

Es ist verdammt scheissenkalt. Jedenfalls fühlt es sich so an. Gefühlt Minus 20, die Uhr an der Ecke verrät mir: doch nur 0 Grad. Aber durch den Nachhauseweg, der scheissenverdammtkalt war, ist die ganze schöne Anduselei wieder verlustig gegangen.
Was bringt es denn, was zu trinken, und zuhause im Bett ist man wieder nüchtern?!?

Ich hätte vieles darum gegeben, direkt aus der warmen, kuschligen, gemütlichen Bar in mein Bett gebeamt zu werden, zähnegeputzt und alles. Aber nein, es geht ja durch die kaltverdammte Scheiße äh, Kälte, und zwar per pedes.

Dabei fällt mir ein, dass das Star-Trek-Team den Beamer nie wirklich ausgiebig genutzt hat. Man könnte sich nämlich ohne weiteres satt beamen, da bräuchte man nichts essen – obwohl einen das um einige interessante haptische Eindrücke bringen würde… – man bräuchte auch nie wieder Angst vor Krankheiten oder Tod haben. Der Computer scannt einen ja eh ein, wenn man gebeamt wird. Entweder bereinigt er die DNA gleich beim Beamen, weil er alle Krankheiten (und deren Erreger, sofern es welche gibt, kennt), oder aber, man scannt jeden Abend seinen Körper ein und hat so eine Art Backup, auf die man im Falle eines Falles zurückgreifen könnte. Damit wäre eigentlich jedes Problem gelöst, und jede Zivilisation, die in der Lage ist, Captain Kirk auf die Menschheit (und schlimmer noch: das All und dessen unendliche Weiten) loszulassen, müsste selbstbewusstverrückt genug sein, um mit der Möglichkeit multibler Personen nicht nur umzugehen, sondern damit auch fertigzuwerden.

Ausserdem könnte man unendlich viel herumprobieren: wie wäre die Welt, wäre ich nur 10 cm groß? Wie fühlt es sich an, zweidimensional zu sein? Wie, wenn der Körper in Scheiben geschnitten ist?
Aber das wollten sie in Star Trek ja nicht. Die haben lieber diese Fluffviecher überall herumlaufen lassen.

Bleibt noch Eines: ich hatte die sehr plastisch vor meinem geistigen Auge erscheinende Vision vierer Krankenwagen, die sich – allesamt unter Blaulicht und damit im Recht wähnend – in der Mitte einer Kreuzung getroffen haben, also in einem Sinne, der da lautet: Das wird teuer. Blechschaden ohne Ende, einer, zwei oder gar drei Krankenwagen umgekippt und die Verletzten, die hinten drin waren, rollen auf ihren Tragen in die vier Himmelsrichtungen auseinander.

Wenn jemand sich inspiriert fühlte, das zu malen: bitte, bitte. Ich würde mich gigantisch freuen.

It’s only Rock’n’Roll but I like it.

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Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
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4 Antworten zu Well, well…

  1. Xandriah schreibt:

    Ist es denn nun die Gemüse- oder die Kartoffelsuppe mit Wursteinlage geworden? *blödfrag*

    Ich bin zwar Fleischesserin, hätte mich aber für das Gemüse entschieden. Spricht mich spontan einfach mehr an.

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  2. musicsascha schreibt:

    Hehe, ich war hungierig … und hab beide Suppen gegessen, und danach nen schönen Teller Mousse au Chocolàt… mjam, lecker!

    Allerdings war die Kartoffelsuppe vom Unterhaltungsfaktor her wesentlich spannender, weil ernsthaft gewürzt 😉

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  3. Xandriah schreibt:

    Wenn das so ist, hätte ich mir die Suppenvorspeise gespart und wäre gleich zum Mousse übergegangen 😀

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  4. musicsascha schreibt:

    lol, stimmt schon, aber ich wollte erst „wat vernünftiges“ essen… nachdem das dann runtergeschlungen war, konnte ich das mousse mehr genießen 😉

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