Von der Schlampe zum Hafensänger… Teil II

Der erste Teil dieses Posts bestand darin, stichwortartige Begriffe zu sammeln und euch rätseln zu lassen, um was es sich wohl handelt. Wie die meisten vermutet haben werden, handelte es sich um einen Konzertabend im Frannz und meine Gedanken und Assoziationen währenddessen (jedenfalls einen Teil davon). Hier also – blau – meine Gedanken, schwarz der Text dazu.

a.k.a. Ingo Pohlmann / Ben Hamilton im Frannz
Äh, ja. Darum geht es ja eigentlich. Spontan dem Ruf der „Zitty“-Empfehlung gefolgt, nochmal umgedreht, weil Portemonnaie vergessen, aber das war auch nicht weiter schlimm, Zitty schreibt die Zeiten ja auch gerne mal eine Stunde früher auf.

Vorurteil: Der Vollspinner (fast) gleichen Namens
Beinah wäre ich nicht gefahren, es gibt nämlich einen, der heißt Ingo Oschmann, ist eher semilustig und hat mit Herrn Poschmann nichts gemein. Außer etwa 99% des Namens. Der Herr Poschmann hat mit dem Herrn Pohlmann eher gar nichts gemein, was mir aber auch eben erst bei der Suche nach Herrn Pohlmann bewusst wurde. Ähm… zurück mit den Vorurteilen, und whaththefuck ist in meinem Namensgedächtnis schiefgelaufen?!?

Kühler, unpeinlicher Pathos von with or without you
Nachdem ich also das Vorurteil des Namens überwunden hatte, sah ich mich einem anderen Problem gegenüber: Der Poschmann hat ja so Songs geschrieben wie „Wenn jetzt Sommer wär“ oder „Der Junge ist verliebt“ – beide finde ich nicht wirklich schlecht, aber es schiebt den Pohlmann schon arg in die Schmusepop-Ecke. Da muss ich meine Schubladen wohl neu sortieren, denn „Bruce Lee“ erinnert mich nicht nur strukturell, sondern auch mit seinem kühlen, unpeinlichen Pathos an „With Or Without You“ und erfreut mich, denn auch das Line-Up (Gitarre A und E, Bass A und E, Schlagzeug nur A, Cello auch nur A) ließ mich hoffen, einige Arrangements zu erleben, die den Schmusepop ein wenig entschärfen.

Flashback nach Hannover / Blackmail
Gerade die beiden eingangs erwähnten Songs haben mich sehr an einen Sommer in Hannover erinnert, in dem sich meine damalige Mitbewohnerin – die ich bis auf ihren Niedlichkeitswahn sehr schätze – diese beiden Lieder angehört hat.

Tagelang.

Ausschließlich.

Sehr laut.

Als sie irgendwann mit dem – natürlich – sommerlichen Album eines berüchtigten Surfers ankam, stand ich kurz davor, jemandem Gewalt anzutun. Ich bin dann lieber aufs Blackmail-Konzert gegangen – das im Übrigen sehr geil war.
Alles in allem brachte mich das damals zu der Überzeugung: Gute Songs hin oder her, dieses Sommergesummse geht mir auf den Sack, ABER: Ingo Pohlmann ist Nur halb so nervig wie Jack Johnson

Und konnte auf der Bühne richtig gut unterhalten. So kam er dann irgendwann nicht umhin, Die Geschichte mit den Tieren nicht nur zu besingen, sondern auch näher zu erläutern. Hat nen Mörderspaß gemacht, auch wenn ich vermute, dass einige der zärter beseiteten Anwesenden angefangen haben werden zu weinen. Dabei ist es gerade das, was ich an Live-Konzerten mag: dass die Musiker immer mal wieder Geschichten erzählen. Geschichten die lustig sind oder traurig, ernst oder eben nicht, und dass sie das manchmal mit ihren Songs und manchmal eben auch ohne ihre Songs tun.

Diesbezüglich legte Imogen Heap eine hohe Messlatte, denn ihr Konzert vor fast genau einem Jahr an gleicher Stelle bleibt für mich immer noch unerreicht, was die Stimmung angeht. Nie hatte ich auf einem Konzert mehr Spaß daran, einfach nur dem Künstler/der Künstlerin zuzuhören.
Da konnte der Cellist, der Extrovertierte, leider nichts dran ausrichten, auch wenn er sich redlich Mühe gegeben hat, die Stimmung anzuheizen. Von ihm stammte irgendwann – während einer der Experimentier-Phasen – ein Geräusch, dass ihn nach eigener Aussage an einen Massagesalon frühmorgens irgendwo erinnerte. Der Sänger fühlte sich eher auf eine Kuhwiese versetzt; für mich klang es nach – vielleicht nicht ganz geglückter – Kopulation.

Das Konzert hat also recht viel Spaß gemacht. Keine Musik, die mich vom Hocker hauen würde – weil man ja alles schon mal so oder anders gehört hat – aber im Allgemeinen bin ich froh, dagewesen zu sein. Ich hab dann kein Mädchen? mitgenommen (ca.75% Mädchenanteil), denn der Gedanke daran, zu Hause dann Rock, Hard Rock? oder gar – Metal – aufzulegen, während sie noch „Der Junge ist verliebt“ summt, war mir dann doch zu grausam…

Ben = Ire? Brian Adams?
Ben, das war die Vorband. Also der Ben, das ist in Wirklichkeit nur einer. Der allerdings mit Gitarre und Stimme recht gut umgehen konnte und somit schonmal gut auf den Pohlmann vorbereitet hat. Leider viel zu kurz.

Ach ja: und Trinkgeld vom Schicksal…

Die Seite vom Herrn Pohlmann

Ben Hamilton

And now to something completely different:

Kopulation

Fette Katze

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Über sushey

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