Veränderungen

Manchmal, da kommt einem das Leben vor wie ein Traum. Nicht im kitschigen Sinne, dass alles super sei oder völlig irreal, aber manchmal scheint es mir, als befände ich mich in einer Parallelrealität, die sich in unmittelbarer Nähe unserer „normalen“ Realität befindet – und beide Welten trennt nur ein Atemzug.

Es ist beinah so, als trüge ich Kopfhörer, während ich durch die Straßen gehe. Die Welt ist genau so, wie immer, aber die Geräuschkulisse ist eine völlig andere. Menschen laufen an dir vorbei, und statt der Gehgeräusche lauschst du einem Song von Moloko. Statt des Schnaufens der anderen in der Bahn einen gehauchten Song von Emilie Simon, das hat zumindest ästhetische Vorteile.

Aber während sich Musik massiv in die Wirklichkeit drängt und einen Teil dieser ersetzt (so, als tauche man in ein spannendes Buch ein und kämpfe Seit an Seit mit Bilbo gegen den fiesen, bedauernswerten Gollum), ist dieses Gefühl der Irrealität sehr viel subtiler, wesentlich fragiler. Es ist beispielsweise nicht stark genug, um mich beim Arbeiten zu stören – aber ich glaube auch, dass die Arbeit ein Teil dieser Realitätsveränderung ist. Etwa in dem Sinne, dass ich ungewohnt früh aufstehe und – anstatt an meinem Schreibtisch – direkt vor Ort in der Mälzerei arbeite, und das eine ganze Woche lang.

Nein, es ist gerade einmal so stark, als dass ich nachts im Bett liegen und mich wundern kann, den Kopf voll mit einem Song, der aufgenommen werden will. Das muss später kommen, leider. Aber wenn es auch nur annähernd so toll wird, wie es im Geiste klingt, dass wäre ich sehr glücklich.

Es ist gerade einmal so stark, dass ich staune, über das Leben lache, mich begeistern lasse von der Dynamik, mit der die Dinge sich manchmal selber in die Hand nehmen.

Warum das so ist?

Möchte ich gerade nicht analysieren. Vermutlich ist es die Mischung aus ungewohnten Dingen, neuen Menschen, massiver Übermüdung – und der Überzeugung, dass alles, was passiert, sinnvoll ist.

Unsere Kunden haben sich heute mit dem Thema „Veränderungen“ beschäftigt. Mir fällt dazu ein Spruch ein, den ich irgendwann mal aufgeschnappt habe: Veränderungen tun gut. Fast jeder findet es spannend, etwsa neues zu erleben, frischen Wind zu spüren. Warum haben die meisten Menschen trotzdem eine solche Angst davor?

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Über sushey

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