Rawk’n’Fuckin‘ Rowl with Dave’n’Fuckin‘ Growl

Während ich noch verzweifelt darüber nachdenke, wie ich diesen Text in Worte fasse, schleicht sich eine Melodie in meinen Kopf.

Nein, eigentlich ist es nicht einmal das, sondern nur ein kleines Riff, eine Akkordfolge, fünf Akkorde, drei bilden einen Aufwärtslauf, die letzten beiden gehen wieder nach unten.
Unhörbar ist es, und beinahe geht es unter im lärmenden Geschrei der Gedanken. Doch es bleibt hartnäckig, bohrt sich in meinen Kopf, und dann ist es schließlich allgegenwärtig: Das bestimmende Riff von „The Pretender“, einem neuen Lied der Foo Fighters, das ich exakt zwei Mal in meinem Leben gehört habe: damals im Plattenladen – und gestern beim Konzert in der Wuhlheide.

Schlimmer wars beim identitätsstiftenden Riff von „Skin And Bones“, das eine geschlagene Woche in meinem Kopf herumspukte.

Vielleicht ist dies das Geheimnis der Fighters: sie machen Songs, die einfach gut sind – und das auf dauerhaft hohem Niveau.
Bereits nach einer Viertelstunde dachte ich, was soll denn noch kommen, die haben ihre Hits doch schon ‚rausgehauen? – und es kam noch eine ganze Menge. Etwa zweieinhalb Stunden lang rockten die Fighters, was das Zeug hielt und ließen uns kaum Zeit, überhaupt Luft zu holen, denn einige Stücke gingen ansatzlos ineinander über.
Dave Grohl war spürbar gut drauf und angesichts der Zuschauermassen entzückt, die Setlist war lang, lang, lang und abwechslungsreich, das Publikum war gut drauf, und die Bühne an sich ist sehr schön – Kollege J hält sie für die schönste Bühne Berlins.

Schön und vor allem schön abwechslungsreich war auch die Setlist, die einen guten Querschnitt durch das Schaffen der Foos darstellte. Die Akustik-/Rockproblematik wurde dadurch gelöst, dass bei einigen Stücken der harte Kern um die „zusätzlichen“ Foo Fighters, die auch schon bei „Skin And Bones“ dabei waren, erweitert wurde.
So kam es dann doch zu ruhigeren, wenngleich auch nicht weniger intensiven Momenten.
Bonuspunkte verdiente sich besonders der Einsatz des gestrichenen Cellos in einem Lied.
Überrascht haben mich die Augenblicke, in denen die Band jammte. Zeitweise sehr bluesig, kam auch immer wieder Stonerrock zum Vorschein, den ich so eher bei Fu Manchu oder Kyuss erwartet hätte.

Wäre man bösen Mutes, könnte man trotzdem behaupten, die Foo Fighters würden seit ihrem ersten Album immer wieder dasselbe Lied machen. Und in der Tat finde ich, dass sie an ihrem Erfolgsrezept – jangliges Intro, stark verzerrter Chorus, durchsetzungsfähiger und präsenter Bass, sowie kraftvolles Schlagzeug, gepaart mit dem meist halb geschrieenen Gesang – wenig geändert haben über die Jahre. Heraus kommt dabei immer wieder guter, solider Rock, der nicht sonderlich komplex ist, aber immer pointiert.

Um es kurz zu machen: Der Gig war großartig und toppte problemlos den an sich auch sehr guten Gig in Hamburg vor einigen Jahren um Längen.

das sagt die zitty

so siehts video aus

auch pointiert, eingängig, ehrlich und sehr, sehr gut

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2 Antworten zu Rawk’n’Fuckin‘ Rowl with Dave’n’Fuckin‘ Growl

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