Hamburg Update

Ich hab mich natürlich verlaufen.

Zwei Mal.

Das zweite Mal allerdings, weil ich mich spontan entschloss, bei diesem HiFi-Laden vorbeizuschauen, wo immer die tollen Sachen im Schaufenster stehen.

Also, die richtig tollen Sachen.

Also, richtig toll wie „kein Mediamarkt-Kram“.

Aber er hatte geschlossen, Silvester und so.

Dafür wurde ich – quasi im Voraus – mit einem der besten Sonnenuntergänge ever belohnt.

Glühender, orange-roter Ball gegen dunkle Hafensilhouette, weichgezeichnet von diesiger Luft, verunwirklicht vom allgegenwärtigen Raureif, das ganze aus dem Zug heraus betrachtet. Life in Motion.

Wozu Industriesmog doch gut sein kann…

2009 hat gut angefangen. Machen wir es zum besten Jahr aller Zeiten.

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Über sushey

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3 Antworten zu Hamburg Update

  1. Xandriah schreibt:

    Hast du den schönen Sonnenuntergang denn auch fotografiert?

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  2. Ecki schreibt:

    Das mit dem Foto kam mir auch gerade in den Sinn 🙂

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  3. sushey schreibt:

    ahem…

    ich bin nicht wirklich ein visueller mensch… das heißt, mir ist nicht mal die idee gekommen, mein razr zu zücken…
    aber ich kann versuchen, den sonnenuntergang ausführlich zu beschreiben (in der du-form, damit ihr euch besser hineinversetzen könnt):

    stell dir vor, du fährst – nach langem, schönen, anstrengenden familienprogramm – zu einem befreundeten paar nach hamburg.
    die strecke ist nicht wirklich lang, aber weil du in den letzten tagen eher wenig geschlafen hast, legst du dein buch schon nach wenigen seiten weg, träumst vor dich hin, schaust aus dem fenster, freust dich über die musik aus dem mp3-player und ärgerst dich darüber, dass diese verdammten nahverkehrszüge so eng gebaut sind.

    du döst vor dich hin und befindest dich in einer art stand-by-zustand, der nicht unangenehm ist.
    gerade ist einfach nichts zu tun, und du erlebst einen der seltenen momente, in dem du voll in der gegenwart aufgehst, kein „was-war“, kein „was-wäre-wenn“.
    einfach nur sein.

    es ist kalt draußen, das siehst du am raureif auf den wiesen und an der diesigen luft, die in der ferne alles verschwinden lässt.
    dass deine reise sich dem ende nähert, merkst du daran, dass die bahnfahrt unruhiger wird; plötzlich befinden sich mehrere gleise neben eurem, ihr fahrt über viele weichen.

    wenn man nach hamburg hinein kommt, dann ist das erste, was man sieht, ein teil des hafens.
    containerkräne stemmen sich wie schlafende dinosaurier gegen den horizont und verdecken die schiffe, die zum teil über und über mit containern beladen sind und von weit weg aussehen wie bunte flickenteppiche.
    all dies verfremdet durch raureif und neblige stellen in der luft.
    neben dir wird offensichtlich eine art trasse gebaut; betonmauern versperren die sicht, und nun bemerkst du, dass sich eine unmenge baukräne zum bild gesellt hat.

    dann siehst du sie.

    majestätisch und gold-rot hängt sie über dem horizont, und die luft um sie herum scheint zu flimmern.

    smog, denkst du kurz, gäbe es keinen smog, gäbe es nicht diesen sonnenuntergang. was mögen wohl die urmenschen gesehen haben, als die luft noch rein war?

    doch du willst den moment nicht verderben und schaust weiter aus dem fenster, beobachtest, wie einer jener stählernen kolosse vor die sonne schiebt und sie wieder freigibt.
    bemerkst in der silhouette der stadt einige formen, die du kennst.
    sie verschwimmen im halbdunkel der dämmerung zu einer einzigen großen, dunkelgrauen masse, einzig erhellt durch die sonne, die unweigerlich immer weiter richtung horizont sinkt.

    für einen kurzen, schaurig-schönen moment stellst du dir vor, die kräne wären lebendig, schlummerten ihrem einsatz entgegen. sie würden dich vielleicht nicht einmal wahrnehmen, klein und unscheinbar in deinem zug.

    gleich wirst du mit den anderen feiern. ihr werdet alkohol trinken, ein bisschen was essen, musik hören, quatschen, tanzen gehn.

    doch dieser moment, von allen, ist der eigentliche abschied von dem, was war. wenn diese sonne jetzt untergeht, dann ist auch das vergangene jahr vorüber, im guten wie im schlechten. die karten werden neu verteilt, die nächste runde beginnt.

    doch das soll dir erst später bewusst werden, als du darüber nachdenkst, wie du diesen sonnenuntergang in worte fassen kannst.
    du bewunderst die ästhetik der industrieanlagen, der raffinerien, die rohrleitungen, kräne, schiffe, container und hallen mit fasziniertem entsetzen.
    schwarze industriealisierung gegen glühend rote urmacht.

    du denkst nicht mal dran, ein photo zu machen.
    wie sollte eine kamera auch diesen moment in seiner gesamtheit einfangen können?

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