Und du denkst, Migräne sei schlimm?

jekyll

hätte ich ihm sagen sollen, dass wir eigenes besteck haben?

Go, Hyde yourself

Dr. Jackman hat ein Problem, über das er nicht gerne redet.

Dabei sollte er vielleicht; es hat sich mittlerweile zu einem Problem gemausert, neben dem eine Migräne wie ein Spaziergang im Park wirkt:

In den Momenten, wo andere Kopfschmerzen bekommen, wird aus dem treusorgenden, liebevollen und etwas schlurfigen Familienvater – Billy.

Bei Billy handelt es sich mitnichten um einen Vertreter der erfolgreichen Regalserie eines schwedischen Einrichtungshauses, sondern um ein menschlich recht genaues Gegenteil von Dr. Jackman.
Billy ist infantil, bösartig, sowie geistig und körperlich schwer auf Zack – und wirkt wesentlich jünger als Dr. Jackman.

Man könnte also von einer gespaltenen Persönlichkeit sprechen, und wem das Ganze erst bekannt vorkommt, nachdem ich verrate, dass Billy mit Nachnamen Hyde heißt, dem sei an dieser Stelle verraten, dass es sich um die Miniserie Jekyll handelt, die einst im Auftrag von BBCOne produziert wurde und hierzulande über Arte empfänglich empfangbar (verdammt, Berlin färbt ab) ist.

Dabei ist Jekyll keine 1:1 – Übertragung des Stoffes von Stevenson auf heutige Zeiten, sondern eine Art Adaption – Dr. Jackman ist in der Serie ein weit entfernter Nachkomme des Dr. Jekyll.
Auch wurden Mr. Hyde einige Eigenschaften gegeben, die ihn vom Original unterscheiden, und nicht zuletzt werden Jackman/Hyde von mehreren Seiten beschattet, was die Sache ein wenig spookiger macht.

Durch einen Zufall bin ich auf dieses Kleinod gestoßen – und bin begeistert. Die Story ist hinlänglich bekannt, aber eben durch die Adaption aufgespannt (cool, hm? also aufgespannt im sinne von „spannender“…) und in hervorragender Qualität produziert – BBCOne eben.

James Nesbitt ist eine großartige Besetzung; zwar wird er auch durch kosmetische Tricks von einem Charakter zum anderen, aber der Wandel seiner Mimik, seiner Gestik, seiner gesamten Körpersprache ist superb. Es scheint, als hätte er eine Menge Spaß gehabt, insbesondere die Rolle des Billy zu verkörpern.

Also, wer am Freitagabend zwischen Feierabend und Aufschicken fürs Weggehen noch ein Stündchen Zeit hat und arte findet, anschauen:

„It’s a worthwhile way to spend six hours of your time, and though it may not give you nightmares, it’ll give you pause. Are we supposed to cheer so enthusiastically for the bad guy?“spacepug.wordpress.com

p.S.: und Migräne kann böse sein. Sehr böse sogar.

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Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
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