Sandy Bird und My New Old Bellyache im Schokoladen

sandybird Beinah wäre ich nicht gegangen.

Ich war eigentlich mit einem Kollegen verabredet; wir wollten schon immer mal Snooker ausprobieren. Er hat mir – nicht wirklich überraschenderweise, ich mache ihm da keinen Vorwurf – abgesagt; normalerweise wäre das für mich ein Grund zu sagen: jetzt erst recht, und einfach irgendwas zu machen – aber die Schatten auf meiner Seele verdecken diese Einstellung gerade ein wenig und machen es mir schwer, mich spontan für Dinge zu motivieren.
Dementsprechend stand ich mir mit allerlei Kinkerlitzchen selber im Weg, aber was zählt, ist das Ergebnis, das da lautet:

Ich bin gegangen. Und.

Es hat sich gelohnt.

Trotz meiner Verspätung war ich genau rechtzeitig da; im Schokoladen war es kuschelig voll und die Vor“band“ – My New Old Bellyache besteht nur aus nem Typen an der Gitarre – hatte sich dankenswerter Weise Zeit gelassen, bis ich mit einem Cuba Libre in einer Ecke neben dem Mischpult stand.

Ich finde es immer wieder überraschend, mit welch einfachen Mitteln ein einzelner Mensch mit Instrument zu spannenden Ergebnissen kommen kann – mehr als seine Stimme, die Gitarre und ein schönes Delay übers Effektgerät hat er nicht gebraucht, um sehr schöne Lieder zu spielen, die zugegebenermaßen recht einfach gehalten sind und irgendwo zwischenFolk, Rock und Drone liegen.

Sandy Bird als „Hauptact“ passten da sehr gut, denn auch sie bedienen das so vage gehaltene Feld des Postrock/Drone. Man stelle sich vor, ein Song wird Stück für Stück aus Einzelelementen aufgebaut – verschiedenen Gitarrenloops, Bass, Schlagzeug, Glockenspiel und Geige – und sich wiederholend, steigert sich das Ganze in eine Art musikalische Skulptur. Ich habe mich manchmal an godspeed you! black emperor erinnert gefühlt, auch wenn Sandy Bird nicht so anarchisch vorgehen – ihre Songs sind schon sehr klar strukturiert, mir manchmal ein bisschen zu brav.
Was mir allerdings sehr gefallen hat, war das Spiel mit der Dynamik und der ständige Wechsel zwischen Cresceno und Decrescendo.

Die fünf Euro Eintritt haben sich allemal gelohnt; auch die fünf Euro für das sechs Tracks umfassende Album/Ep waren ein sehr fairer Preis, vor allem, weil jeder CD ein handgefalteter Origami-Vogel beilag.

myspace:
My New Old Bellyache

Sandy Bird

Schokoladen

godspeed you! black emperor

p.S.: hab grad mit ihm telefoniert. wir gehen heute snookern.

Advertisements

Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
Dieser Beitrag wurde unter berlin, concerto, musik abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar? Gerne!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s