Drei Schweden für ein Hell-Yeah!-Lujah

Tim Neuhaus/Hellsongs im frannz

Sehr viel spontaner kann man sich nicht mehr für ein Konzert entscheiden: knappe dreißig Minuten, nachdem ich verschlafenerweise im Radio davon gehört hatte, stand ich in der dritten Reihe, Bier in der Hand, und lauschte erwartungsfroh den Klängen der Vor“band“ Tim Neuhaus.

Tim Neuhaus und - AndyTim Neuhaus und – Andy

Der allein wäre das Eintrittsgeld eigentlich schon wert gewesen; als Singer/Songwriter hat er sich und dem Publikum nicht nur den Gefallen getan, schöne Songs zu spielen, sondern dabei auch gut zu unterhalten und auf den Hauptact vorzubereiten. Unterstützt wurde er von einem Pianisten namens Andy, der viel improvisiert hat – die beiden hatten wohl recht kurzfristig beschlossen, zusammen zu spielen. Für mich natürlich ein Highlight; authentischer und auf-den-Moment-fokussierter kann Musik eigentlich nicht sein, als wenn zwei beschließen, gemeinsam zu musizieren. Toll!

The Swinging Ladies of DarknessThe Swinging Ladies of Darkness

Als dann die ersten Töne von „The Trooper“ – im Original eher schweres Metall – in beschwingter akustischer Form durch den Raum klangen, wusste ich endgültig, dass auch das Geld für die Cds gut angelegt war: Hellsongs covern fast ausschließlich Rock- und Metalsongs, und zwar auf schwedisch-beschauliche Art mit akustischer Gitarre, Piano und einer sanften, oft enthusiastischen, manchmal süffisanten Sängerin, deren Stimme ich irgendwo zwischen Feist und Duffy einordnen würde.

Dabei steht die positive, fröhliche Art, in der die Originale interpretiert werden, teilweise im krassen Gegensatz zu den Texten. Besonders auffällig ist dies bei „Blackened“, das in dieser Version durchaus für eine Liebesszene in einem Zach-Braff-Film durchgehen würde – im Original geht es immerhin um Mord und Totschlag und alle möglichen Arten von grausamen Enden.

Das Publikum wurde dabei mustergültig eingebunden – Sänger und Gitarrist Kalle Karlsson schien mehr als überrascht, dass erstens die Berliner montags ausgehen und zweitens die ganzen Metalheads im Publikum so begeistert mitsangen und -gröhlten. Das nutze er für allerlei Woohoo-Spielereien und Dergleichen.

Meine persönlichen Highlights waren allerdings die beiden Zugaben – Thunderstruck, man muss sich diesen Backgroundgesang mal reinziehen – und heute Abend wurde mir klar, was für ein Mördersong „Run To The Hills“ eigentlich wirklich ist.

Ein großartiges Konzert, und hier mein Tipp an alle Bremer: am 29,04. spielen sie im Tower. Unbedingt hingehen, es lohnt sich!

www.tim-neuhaus.de

www.hellsongs.com
rezension von „hymns in the key of 666“ auf laut.de

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Über sushey

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