ein kompliment

„Das ist beinahe Perfektion“

das sagte sie, mit verzücktem blick auf den oktopus starrend, dessen arme beine tentakeln ich kurz zuvor kunstvoll miteinander verknotet hatte, und zwar so, dass sich ein kreis aus knoten ergab; ich mag symmetrien, und dann begann sie, über ein faszinierendes konzept zu sprechen, nämlich die sessilität, und das wiederum fand ich sehr spannend, ich will hier nicht allzuweit ins detail gehen, aber da wir menschen im biologischen sinne larven sind, steht unser sessiles stadium eigentlich noch aus, und ich fand es interessant, darüber nachzudenken, wie es wohl wäre, wären wir sessil – da ich noch ein bier wollte und das gerade ausser reichweite war, könnte ein sessiler lebensstil aber manchmal auch hinderlich sein – aber das größte kompliment von allen war ihr blick, mit dem sie den knoten bewundert hatte, denn er galt nicht der person, die ihn gemacht hatte, sondern dem werk selbst, und was kann man mehr wollen?

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Über sushey

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