Zwei Filme?

Neulich wurde ich Zeuge eines Gesprächs über verschiedene Filme. Da ich einige dieser Filme kannte und essenstechnisch an meinen Aufenthaltsort gebunden war, habe ich ein wenig zugehört.

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Einer der besprochenen Filme war „Stranger Than Fiction“, und würde ich den Film beschreiben, so lautete meine Synopsis folgendermaßen:

„Stranger Than Fiction“ ist ein Film über Harold Crick, der ein recht eintöniges und von Zahlen bestimmtes Leben führt, bis er eines Tages feststellt, dass eine Stimme sein Leben beschreibt, akkurat und mit besserer Wortwahl, wie er selber findet.
Harold Crick findet heraus, dass er der Hauptcharakter eines Buches ist, dessen Autorin gerade einen Writers Block durchmacht.
Was aber auch nicht soo schlecht ist, denn sie will ihn am Ende sterben lassen…

Aus dem Munde der Filmliebhaberin klang die Geschichte etwa so:

„Stranger Than Fiction“ ist ein Film über eine Buchautorin, die das Leben von Harold Crick beschreibt. Sie versucht, das Buch zu vollenden, was heißt, dass Harold Crick sterben wird, was dieser aber nicht will; und weswegen er versucht, sie zu finden und davon abzuhalten.

Ich will keinen qualitativen Vergleich anstellen; sehenswert ist der Film in jedem Fall.

Was mich allerdings an diesem Ereignis fasziniert hat, ist die Tatsache, dass wir beide uns einen Aspekt des Films gegriffen haben und aus unserer jeweiligen Perspektive heraus  eine Art Realität konstruiert haben.

Meine Perspektive geht von Harold Crick aus, und das tue ich nicht nur, weil der Film aus seiner Perspektive erzählt wird, sondern ich mich mit ihm identifiziere, oder vielmehr seiner Geschichte, Quintessenz: Was wäre, wäre ich ein Charakter aus einem Buch?

Die Perspektive der Filmliebhaberin geht von der Autorin aus (die im Film übrigens in einem grandiosen Stil schreibt) – vielleicht hat sie sich mit der Autorin identifiziert, weil sie selber schreibt?

Das Ganze hat mich an eine Szene aus „Shakespeare In Love“ erinnert, in welcher der Schauspieler, der im Film den Apotheker aus „Romeo und Julia“ spielt (und die beiden mit ihren Giften versorgt) einem Freund erklärt, bei dem Theaterstück handele es sich um eine Geschichte über den Apotheker.

Wie dem auch sei, „Stranger Than Fiction“ ist meiner Meinung nach einer der originelleren Filme der letzten Jahre und wartet mit einigen großartigen Szenen und Dialogen auf – witzigerweise leiden das (fiktive) Buch über Harold Crick und der Film am gleichen Problem, das Ende betreffend.

In der deutschen Version geht allerdings viel Wortwitz verloren, darum unbedingt im Original schauen!

Stranger Than Fiction auf imdb.com
Stranger Than Fiction auf de.wikipedia.org

Offizielle Seite

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2 Antworten zu Zwei Filme?

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