Ein fucking Event (2/3)

fucking event
Es ist beinah einen Monat her, dass ich mir Sarah Kuttners „Mängelexemplar“, „Diary“ von Chuck Palahniuck und „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrematt gekauft habe.

Zeit also für einen Zwischenbericht:

„Mängelexemplar“ – Sarah Kuttner

Ich begann also mit dem Buch, das ich – ohne Frau Kuttner zu nahe treten zu wollen – als literarisches Milky Way empfinde – ein großartiger, süßer Snack für zwischendurch. Ich möchte hier nicht missverstanden werden. Eine Protagonistin, die unter Panikattacken leidet und ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt, das ist schon eine Geschichte, die unter die Haut geht. Aber die Art und Weise, auf die das Ganze erzählt wurde, gibt dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit, die es mir ermöglicht, das Buch als schnellen Spaß für zwischendurch zu betrachten.
Wirklich bemerkenswert sind einige der Wortspiele und Formulierungen, und hier gebe ich der Autorin Recht: Wenn etwas scheiße ist, dann sollte man das auch so aufschreiben, da brauchts keine blumigen Worte.

„Diary“ – Chuck Palahniuk

An „Diary“ habe ich mich schon sehr viel mehr aufgerieben. Um das Ganze in messbare Dimensionen zu packen: Für die ersten 140 Seiten des Buches habe ich fast einen Monat gebraucht, für die restlichen 120 Seiten gerade einmal einen Abend.

Es gibt viele Bücher, die mich auf eine Gefühlsreise mitnehmen. Ich schwitze mit Tom Sawyer, kuschele mich in das weiche Fell des riesigen Eisbären wie Lyra, fühle mich ein wenig beschämt, Gollum so billig ausgetrickst zu haben, verstecke mich mit Batman in dunklen Ecken – doch wenige Bücher haben es geschafft, dass ich mich mit dem Hauptcharakter identifiziere und mich gleichfalls von ihm distanziere – und dass ich mich wirklich unwohl fühle, während ich eine Geschichte lese.
Mag sein, dass dies damit zusammenhängt, dass „Diary“ aus der Sicht der Protagonistin erzählt wird, die in einer Art Tagebuch ihrem im Koma liegenden Mann von ihrer Geschichte erzählt – durch diese Perspektive wird dem Leser praktisch die Rolle des komatösen Ehemannes aufgezwungen – oder die Geschichte auch aus einer anderen Sicht ihre desaströs-hoffnungslose Spannung entwickelt hätte – ich jedenfalls war von einer morbiden Faszination gefangen genommen.
Besagte erste 140 Seiten erzählen die Story ein wenig schleppend, bis sie dann rasant an Fahrt aufnimmt.

Ein gutes Buch. Das Lesen habe ich beendet, das Nachdenken darüber noch nicht…

Quasi wie Erholung wird dann wohl „Der Besuch der alten Dame“ sein. Ich bin gespannt.

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Über sushey

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