Der Junge. Die See. Das Boot.

so könnte auch DEIN hinterhof aussehen...

Gestern musste ich monieren, dass meine – ansonsten über alle Maßen geschätzte und geliebte – Kollegin sich ihre Zigarette an einer Kerze angezündet hatte. Einem Aberglauben folgend, nötigte ich sie schließlich dazu, auf den Tisch zu klopfen, um den Fauxpas mit der Kerze wieder gut zu machen.

Schließlich weiß ich nicht, ob ich nicht doch noch Seemann werde…

Kurz zur Erklärung des Aberglaubens (diejenigen, die ihn kennen, dürfen gerne einen Absatz weiterspringen) : früher, so berichtet die Geschichte, hatten die Seemänner oft im Winter nichts zu tun. Bei nasskaltem Wetter, Stürmen, Schweinegrippe und allerlei anderem Ungemach blieb man lieber zu Hause. Um nicht in Armut zu darben, kamen findige Seeleute auf die Idee, Schwefelhölzchen zu verkaufen.
Zündet man also eine Zigarette (ein Kaminfeuer, einen Ofen,…) mittels der Kerze an, so ist dies laut Geschichte ein Akt des Boykotts und hat den sofortigen Hungertod des nun noch weiter verarmten ehemaligen Seemanns, der ansonsten ein Hölzchen mehr hätte verkaufen können, zur Folge.

Wieso allerdings das Klopfen diesen Vorgang unterbinden soll, habe ich noch nicht so genau verstanden…

Jedenfalls war ich der See gegenüber schon immer recht affin und habe die urige Gemütlichkeit der holländischen Plattbodensegler sehr genossen. Gepaart mit dem Landwehrkanal direkt vor der Tür, habe ich dann irgendwann begonnen, mir auszumalen, wie es wäre, auf einem Hausboot zu leben – und muss sagen, dass ich die Vorstellung mittlerweile sehr spannend finde.

Wäre es nicht schön, immer in den Schlaf geschaukelt zu werden? Zudem kann man immer mal wieder den Ort wechseln, ohne umziehen zu müssen – Umzug light sozusagen. Wenn man eine laute Party machen möchte, kann man einfach alle einladen (im Sinne ebendiesen Wortes) und weit nach Draußen fahren, wo man niemanden stört.
Man könnte quasi die Welt bereisen und wäre doch immer zu Hause. Super!

Ich könnte zu jedem Werder-Heimspiel schippern und mittlerweile am Weserstadion anlegen.

Ich hätte keinen Hinterhof mehr, in dem die Mülltonnen klappern und die Nachbarn krakeelen.

Ich könnte meinen Mitmenschen eine sehr spezielle Mitfahrgelegenheit anbieten.

Nur wie ich meinen Plattenspieler aufhängen soll, dass er immer waagerecht ist und die Wellen ihm nichts anhaben können, das weiß ich noch nicht…

Also, wenn ihr das nächste Mal eine Zigarette, einen Ofen, ein Haus anzündet, denkt an mich – und benutzt Streichhölzer 😉

p.S.: natürlich könnte ich das Hausboot nutzen, um zwischen Arbeit und der Baustelle des Passivhauses zu pendeln.

p.p.S.: Die Ökobilanz des Hauses wäre dann aber sowas von im Arsch…

Advertisements

Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
Dieser Beitrag wurde unter a million dollars - baby!, ich und die welt abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Der Junge. Die See. Das Boot.

  1. Pingback: Wie tauft man ein Paddelboot? « milchmithonig.de

Kommentar? Gerne!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s