Des Wahnsinns dicke Eier | Rob Zombie – Hellbilly Deluxe 2

Man wähnt sich zunächst in einer großen Halle oder etwas Ähnlichem. Der Wind pfeift, und von irgendwo her spielt eine Surfgitarre – und plötzlich fällt der musikalische Hammer, und man stellt fest, man ist keineswegs in einer alten Fabrikhalle, sondern im Titeltrack von Rob Zombies neuem Longplayer „Hellbilly Deluxe 2“.
Bleibt noch zu erwähnen, dass das Riffmonster sich „Jesus Frankenstein“ nennt und damit ganz wunderbar in die allgemeine Titelgebung des Albums einreiht – mit „Werewolf Women of the SS“ als Höhepunkt.

Die Musik selber ist eine stampfende, rumpelnde, breitbeinige Mischung aus Rock, Cockrock und Rockabilly. Nicht selten erinnert eine einsam gezupfte Akustikgitarre, die von einem Wall of Sound überrollt wird, an Volbeat  – die Dänen gefallen dabei aber mehr, weil sie nicht ganz so straight wohlbekannte Pfade betreten.

Überhaupt werden die Grundzutaten des Rockabilly – krächzende, kreischende, schreiende Gitarren, Filmzitate, merkwürdige Texte sowie Mitwipp-Rhythmen – reichlich verwendet. Dies allerdings so geschickt, dass das Album kurzweilig vor sich hin rockt. Dabei helfen auch immer wieder Ausflüge in benachbarte Genres, wie Metal oder Psychedelic Rock.

„What?“ beispielsweise überzeugt mit prominentem Einsatz der Hammond-Orgel.
Das darauf folgende „Mars Needs Women“ besticht durch den atmosphärischen Anfang. Während die Akustikgitarre sich von Riff zu Riff bewegt, stampft die Bassdrum im Hintergrund und man denkt, das dicke Ende kommt hier erst noch. Ganz so dick kommt es dann nicht – dafür aber im Nachfolger „Werewolf, Baby!“. Die Nummer geht von vorne bis hinten ganz ordentlich ab.

Mit fetten Sounds, ordentlich stampfenden Songs und dem ein oder anderen interessanten Sample sowie Gitarren über Gitarren über Gitarren geht es im bekannten Schema weiter.

„Burn“ sticht noch einmal heraus; nicht zuletzt durch gesangliche Anleihen bei Korn.

„Hellbilly Deluxe II“ ist sicherlich nichts für Rotwein-und-Gedichte-Abende. Die Scheibe passt eher in die Kneipe in „From Dusk Till Dawn“ – und ebenso wie der Film, hoffe ich mal, dass das Album sich nicht so ernst nimmt – denn dann macht es ebenso Spaß wie eben dieser Film.

Ein Dickes Lob geht an dieser Stelle an das Label „Roadrunner Records“ – die ihre Künstler anscheinend gut behandeln und noch besser promoten. Ich jedenfalls finde die Sache mit dem Webwheel total klasse.

Rob Zombie – Hellbilly Deluxe II (Webwheel)
roadrunnerrecords.de

Und – wie es der Zufall so will – habe ich vor genau einem Jahr über Volbeat geschrieben. Cool, oder?

Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
Dieser Beitrag wurde unter abgehört abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Des Wahnsinns dicke Eier | Rob Zombie – Hellbilly Deluxe 2

  1. ohrenrausch schreibt:

    Was ein echter Zombie ist, kommt eben immer wieder. Erste Hörprobe, schon mal gut. Titel wie „Jesus Frankenstein“ oder „Werewolf Women of the SS“. Herzallerliebst. Und macht mich nostalgisch, weiland im letzten Jahrhundert White Zombie als Vorgruppe von Danzig. Pschöööön!!

    Gefällt mir

Kommentar? Gerne!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s