Amanda Palmer – Who Killed Amanda Palmer?

Leidenschaft. Als ich mich von dem krachenden Klavier aus dem Eröffnungstrack „Astronaut“ erholt habe, ist dies mein Stichwort. Leidenschaftlich hämmert Amanda Palmer von der ersten Sekunde an auf ihr Klavier ein, steigert sich das Stück in einen wahren Rausch inklusive Orchester – um dann sehr ruhig a capella zu enden.

Wenn man so will, dann ist „Astronaut“ tatsächlich eine Art Ouvertüre, die das ganze Album in geballter Form einmal vorstellt: Stimmungs-und Tempowechsel, der zurückhaltende und doch spürbare Einfluss Ben Folds‚, Zoe Keating als Gastcellistin – „Astronaut“ ist in der Tat eine kurze Geschichte; die (musikalische) Geschichte des Albums und des Unfalls der Raumfähre „Challenger“, böse-schön vertextet.

Überhaupt lohnt es sich, einen Blick in die Lyrics zu werfen, die auf der Album-Website nicht nur abgetippt, sondern auch mit einigen Photos verschönert wurden.

„Ampersand“ war von vornherein mein Lieblingsstück. Ich mag die absteigende Akkordreihe am Anfang, ich mag die Melodie, ich mag die Art und Weise, wie Amanda Palmer singt. Dabei ist das Lied vermutlich das simpelste auf dem gesamten Album; nur Klavier, Streicher, Gesang, mehr braucht es nicht. „Ampersand“ zeigt, wie eine einfache Melodie, immer und immer wiederholt und mit dem richtigen Spannungsbogen vorgetragen, trotzdem sehr unterhaltsam sein kann.

In „Leeds United“ schaltet Amanda Palmer gleich wieder zwei Gänge rauf; die beschwingte Mitstampf-Nummer verdient sich Extrapunkte für den Einsatz von Bläsern und die wunderschön-(anti)poetischen Zeilen:
„Who needs love when there’s Law and Order?
Who needs love when there’s Southern Comfort?“

Wenn man der Entstehungsgeschichte glauben darf, dann ist die Albumversion eine Mischung aus Studioaufnahme und Livemitschnitt – was man der Stimme, die augenscheinlich eine Menge Southern Comfort oder Dergleichen genossen hat, auch anhören kann…

Ich mag diese Stimme, ich mag diese Frau!

Den Variantenreichtum, die Kreativität, die verschiedenen Stimmungen, die das Album umfasst, hinreichend textlich wiederzugeben, fällt mir schwer. Es rotiert gerade zum dritten Mal nacheinander auf dem Plattenteller, und ich weiß zwar noch immer nicht, wer Amanda Palmer umgebracht hat – aber ich würde sie gerne mal kennenlernen.

Wer die Klavier-Sängerin-Kombi a la Regina Spektor oder Tori Amos mag, sollte sich auch mal Amanda Palmer antun – die übrigens mit ihrem neuen Projekt Evelynevelyn Ende April in Deutschland zu sehen sein wird.

Who Killed Amanda Palmer
Evelynevelyn
Dresden Dolls
Zoe Keating

Ben Folds
Regina Spektor
Tori Amos

Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
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