Das gute Ende

gute wege. nicht immer geradlinig.

Der Beginn der Beziehung war einigermaßen symbolträchtig, aber das konnte ich noch nicht wissen, damals. Ich wollte zu einem Vorstellungsgespräch als Praktikant in einer Veranstaltungsfirma gehen, doch der Termin musste verschoben werden.
Schließlich kam ich zum Ausweichtermin, wir waren uns sympatisch, und das Lächeln beim „wir melden uns“ hat mir recht viel Zuversicht gegeben. Tatsächlich kam das „wir melden uns“ sehr viel schneller als gedacht, denn sie brauchten dringend Jemanden, der mit Kunden umgehen, dabei einigermaßen schick aussehen kann und keinen Mist macht.

Und so begann vor vier Jahren eine Geschichte, die gestern ihr vorläufiges Ende gefunden hat.

Ich wurde Praktikant in der Veranstaltungsfirma, und nachdem ich mich ein Jahr in den verschiedenen Arbeitsbereichen getummelt und Erfahrungen gesammelt hatte, nachdem ich Geld verdient und mir Gedanken um die Zukunft gemacht hatte, nachdem das Umweltforum sich interessiert und ich nicht prinzipiell abgeneigt gezeigt hatte, legte ich nach dem Praktikum einen drauf und machte die Ausbildung zum Veranstaltungstechniker.

Wir veränderten uns, die Firma mich, ich die Firma, wir uns voneinander; Beziehungen zu den Kollegen entstanden, veränderten sich, brachen zusammen, wurden neu begründet. Wer kennt das nicht.

Mit dem Ende der Ausbildung ein neuer Abschnitt. Man würde gerne, man könnte sich vorstellen, vielleicht auch dieses oder jenes, solches aber nicht. Ich hatte dieses oder jenes vermutet, solches erwartet, anderes erhofft, und so begann der leise und lange Abschied. Es gab das hintergründige Gefühl, eine „lame duck“ zu sein, doch das eröffnete auch Perspektiven und brachte Räume für Ideen.

Natürlich gab es Konflikte. Ich wäre der Letzte, von sich zu behaupten, eine einfache Person zu sein, auch wenn ich es gerne wäre. Und auch mein Chef wäre gerne ein bisschen anders, als er ist. Wer wäre es nicht.

Die Beziehung ermüdete ein bisschen, wurde modifiziert, und dieser andere Plan nahm Gestalt an.

Vorgestern hatten wir das letzte, definierende Gespräch, von welchem ich glaube, dass es ein sehr gutes Ende zu vier guten Jahren im Umweltforum gestaltet hat:

Meine Festanstellung ist passè. Das wusste ich schon lange vorher, weswegen man mich ab Mitte September in der TU wiederfindet, wo ich Elektrotechnik studieren werde. Von wegen Inschenör und so.

Gleichzeitig kann ich meine Kohle weiterhin im Umweltforum scheffeln, wo ich nach Bedarf freiberuflich Veranstaltungen durchführen/betreuen/aufbauen/abbauen/und überhaupt werde.
Im Hochseilgarten arbeite ich sowieso weiterhin.

Noch mal von dieser Seite ein herzliches, ehrlich gemeintes „Dankeschön“ an alle Kollegen. Es waren sehr schöne Jahre, nicht ausschließlich positiv, aber doch überwiegend – und immer fair.
Alles Gute euch!

Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
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3 Antworten zu Das gute Ende

  1. alicia schreibt:

    Hallo mein Großer, du hast es ja selber schon rausgefunden: Immer, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Neue. Wichtig ist, daß du dir selber treu bleibst. Dann bleiben am Ende nämlich hinter den verschlossenen Türen keine negativen Gefühle. Ma

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  2. DIE Conny schreibt:

    Soso…
    Ist’s jetzt also schon soweit…
    Kriegst ein Däumchen, ein Däumchendrücken und ein herzlichstes „Na, wennde schon umme Ecke studierst, kannste ja och ma wieda uffn Kaffe vorbei komm…“

    „Ringring… Hello?“

    Liebste Grüße,
    die Conny höchst selbst (derzeit anscheinend die beste Freundin des Superlativs…). Yaaay..

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    • sushey schreibt:

      na das klingt doch mal nach was. mein stundenplan ist auch ausreichend zerklüftet, um den kaffeeplanungen vorschub zu leisten…
      und vielen dank für die däumchen, die kann ich gut gebrauchen…

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