Earl Greyhound – Suspicious Package

Es beginnt sehr, sehr ruhig. So ruhig, dass ich fast vermutete, der Stream würde gar nicht funktionieren.

Nur sehr bedächtig klingelt sich ein Rhodes in den Vordergrund, und langsam baut sich ein Song auf, der erst nach gut anderthalb Minuten so richtig loslegen will – und gnadenlos von seinem zweiten Teil überfahren wird.

Die Rede ist von „Eyes of Cassandra“ Part I und II des Albums „Suspcious Package“ von Earl Greyhound.

Für die drei Musikanten dieser Band ist die Zeit offensichtlich im rockig-psychedelischen Teil der Siebziger stehen geblieben – und gleichzeitig schaffen sie es, einen zeitgemäßen Sound hinzulegen.
Das erinnert in „Cassandra“ entfernt an Wishbone Ash; das darauf folgende „Oyo Vaya“ orientiert sich eher am psychedelischen Rocksound der 90er á la Lenny Kravitz. Nebst krachigen, wahlweise wabernden Gitarren macht hier vor allem das Schlagzeug von sich reden. Die Nummer groovt.

Trotz der einfachen Instrumentierung bestehend aus Gitarre, Schlagzeug, sporadischem Bass und guten Versatzgesängen, schafft die Band es, aus diesen Mitteln psychedelischen Rock zu kreieren, den man so oder so ähnlich schon vielfach gehört hat – und der trotzdem frisch und originell klingt.

Der vor allem in „Shotgun“ sehr knackig abgemischte Bass sowie das klar differenzierte Schlagwerk helfen da enorm. „Holy Immortality“ benutzt das selbe Eingangsriff wie „The Show Must Go On“ von Queen – ist mir danach aber einfach zu behäbig. Lenny Kravitz an einem schlechten Tag. Da sollte sich die Band lieber auf reinen Rock’N’Roll besinnen, wie im folgenden „Black Sea Vacation“.

Leider wird danach ordentlich Tempo herausgenommen. Die ruhigen Schlusssongs des Albums sind nicht unbedingt schlecht, klingen aber im Vergleich zu den Energienummern vorher, als habe die Band die Handbremse gezogen. Zudem schwingt immer eine Portion Pathos und Kitsch mit – auch das kennen wir ja von Mr.Cab Driver.

Trotz der Schwächen – die Stärken überwiegen deutlich. Hörenswert!

Übrigens: 24.09. Hamburg, 25.09. Berlin!

Bandseite

Das Album im Stream

Artikel von laut.de

Über sushey

twitter.com/milch_mit_honig
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2 Antworten zu Earl Greyhound – Suspicious Package

  1. Alex schreibt:

    Die ruhigen Songs stehen meines Erachtens den lauten, schnellen in nichts nach. Was für ein hervorragendes Retro-Rockalbum. Eines meiner absoluten Favoriten 2010. Nächsten Montag seh ich sie in München live😉

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    • sushey schreibt:

      Hallo Alex,
      vielen Dank für deine Meinung, und willkommen hier!

      Vielleicht habe ich mich da auch ein bisschen falsch ausgedrückt.
      Besonders schlecht finde ich die ruhigen Songs auch nicht – war aber ein bisschen verwöhnt von der starken ersten Hälfte des Albums.
      Ich hätte mir einfach gewünscht, es wäre ähnlich temporeich weitergegangen.
      Ansonsten kann ich den Hype nachvollziehen: eine starke Scheibe.

      Viel Spaß auf dem Konzert!

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