Tag 4: An welchem ich meine Emotionen entdecke

oder: Medallie ist Medallie, egal wieviele Seiten

mit der musik ist es so: „wir machen eine erfahrung, und die setzt etwas in uns in gang. […] wenn wir uns anschließend erforschen, stellen wir fest, dass unsere maßstäbe um eine stufe gestiegen sind. dass die welt sich für uns rundherum erweitert hat.“

Leider weiß ich nicht mehr, wer urhebenderweise für dieses wunderbare Zitat verantwortlich ist. Sollte sich jemand angesprochen fühlen, bitte melden!

Auf die Frage angesprochen, welches Musikalbum am meisten mit Emotionen zu tun hat, lautete meine Antwort wie aus der Pistole geschossen: „The Human Equation“ von Ayreon. Das Album ist eine wilde Mischung von Musikstilen, die am ehesten dem Progrock/Progmetal zugeordnet werden können.
Inhaltlich geht es um einen Mann, der nach einem Autounfall im Coma liegt und seine Emotionen durchlebt. Jede dieser Emotionen wird von einem anderen Sänger portraitiert, was das Album zu einem richtigen Kopfkino macht.

Hass gibt es allerdings nicht; die stärksten negativen Emotionen sind Angst und Wut.

4. Buchfrage: Dein Hassbuch

Hass ist eine solch starke Emotion, ähnlich – in ihrer Stärke – wie die Liebe. Ich weiß nicht, ob ich einer Geschichte eine solche Emotion entgegenbringen kann. Sicherlich gibt es einige Bücher, die mich genervt haben. Die wenigsten davon hätte ich aber in meinem Regal stehen – ich hätte sie mittlerweile aussortiert oder gar nicht erst gekauft.
Es gibt aber einige Büche, die mich sehr enttäuscht haben.
Das Ende meines Wolfgang-Hohlbein-Lesens war sicherlich das unterträgliche „Dreizehn“ – ein Mädchen, das Dreizehn heißt, am dreizehnten Irgendwassten Geburtstag hat, mit dreizehn in ein Flugzeug steigt und da in der dreizehnten Reihe sitzt – ich mag Primzahlen, aber nach dreizehn Seiten habe ich das Buch in die Ecke gefeuert und nie wieder angefasst.
Ebenso erging es mir mit Schwanitz‘ „Der Campus“ – hatte ich gestern noch die scheinbare Leichtigkeit von Haffners „Geschichte eines Deutschen“ gelobt, war mir „Der Campus“ zu bemüht intellektuell-elaboriert. Mir ging der Professor auf die Nerven, die Studentin, die Geschichte, der Stil – da ist es nur konsequent, dass es eine deutsche Verfilmung des Stoffes gibt, vermutlich mit Heiner Lauterbach und Veronica Ferres.
Den unrühmlichen Platz eins meiner Hassliste bekommt „Herzlos“ – der originale Titel ist etwas umfangreicher – in dem es um eine Frau geht, die ihren Freunden die Beziehungen nicht gönnt und diese auseinandertreibt. Klang lustig auf dem Klappentext, war grausam zu lesen. Ich hab mich da durchgequält, weil ich bis zum Schluss gehofft habe, es gäbe eine gute Pointe, aber Pustekuchen.

Weil das alles so furchtbar ist, gibts keine Links, keine Photos. Wir wollen ja nicht auch noch Werbung für den Schrott machen.

passend: bad music munday

Über sushey

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