Tag 14: An welchem ich Kieselsteine trage. Wenn ich denn ankomme.

oder: Die Schildkröte hat schon wieder mein Gebiss geklaut (0:45-1:30)

Photo von Zoomboy

Berühmte Schildkröten der Weltgeschichte:

Die Uralte Morla
Die Uralte Morla lebt in Phantasièn, in den Sümpfen der Traurigkeit. Sie ist so alt und schläfrig, dass sie Artreju nur bedingt auf seiner Suche nach einem Heilmittel für die sterbende Kindliche Kaiserin helfen kann. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – ist die Uralte Morla irgendwie cool.

Groß-A’tuin
Groß-A’tuin schwimmt durch das Multiversum, einem unbekannten Ziel entgegen. Dabei trägt er/sie vier Elefanten auf dem Rücken, die ihrerseits die Scheibenwelt tragen…
So oder so ähnlich beginnen viele von Pratchetts Scheibenwelt-Romanen, und ab und an spielt die Schildkröte sogar eine wichtige Rolle in den Romanen selber.

Archilles und die Schildkröte

14. Buchfrage: Ein Buch aus deiner Kindheit

Herrje, das nimmt kein Ende. In den vergangenen 14 Tagen (Kinners, wie die Zeit vergeht…) habe ich mich geschätzte Einemillionmal mit den literarischen Erfahrungen meiner Kindheit beschäftigt.

Hier nun also ein weiteres Buch aus meiner Kindheit, welches ich nach wie vor gerne lese:

„Momo“ von Michael Ende.
Aktuell werden die Grauen Herren aus „Momo“ ja leider für ein Versicherungsunternehmen verwurstet, was ich absolut fürchterlich finde. Mal ehrlich: welche Versicherung hat wirklich Interesse an ihren Versicherten (also Interesse, das über das reine Geldabmelken hinausgeht)?
Ich habe als Kind nicht wirklich verstanden, welch diabolisches Werkzeug die Grauen Herren ihren armen Klienten in die Hände gaben, als es darum ging, Zeit zu sparen. Mir haben die Grauen Herren gehörig Angst gemacht, ich habe sie verabscheut, mir war übel, wenn sie ihre Zigarren geraucht haben; ich habe den ekligen Qualm förmlich auf meiner Haut gespürt (in etwa so wie Dienstag, als ich in einer sehr verqualmten Kneipe war, um Werder zu sehen…).
Und dann wurden die Menschen zusehends gestresster, hatten weniger Zeit, konnten den Dingen keinen Wert mehr geben. Auch schon vor dem Studium habe ich viel gearbeitet, sodass der Versuch, Zeit zu „sparen“ mir nicht fremd ist.
Um es kurz zu machen: Zeit kann man nicht sparen.
Man kann sie nur verbringen – und allenfalls die Qualität des Verbringens bewusst wahrnehmen. Deswegen hat mir beispielsweise die Radtour am Himmelfahrtswochenende sehr viel mehr bedeutet, als jeder Moment, den ich eingespart hätte, hätte ich etwas „Vernünftiges“ getan.
Auch in anderer Hinsicht beeinflusst „Momo“ mein tägliches Leben: es gibt immer wieder Aufgaben und Dinge, die mein Aufnahmevermögen übersteigen oder auch nur nahe an meine Frustrationsgrenze kommen. Ich sehe einen Berg von Aufgaben, aber nicht die kleinen Kiesel, aus denen dieser Berg errichtet wurde. In solchen Momenten denke ich an Beppo Straßenkehrers Geschichte – und trage den Berg Kiesel für Kiesel ab, bis nur noch ein paar Kiesel übrig sind.

Wir wollen ja nicht zu effizient werden😉

Über sushey

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Eine Antwort zu Tag 14: An welchem ich Kieselsteine trage. Wenn ich denn ankomme.

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