Tag 20: An welchem ich mir Luft verschaffe

oder: Schon wieder ein Mörder…

Normalerweise soll milchmithonig.de ein Ort sein, der dem Getränk entspricht: warm, süss und nicht mehr, aber eben auch nicht weniger als ein netter Moment.

Heute aber greife ich eher ins Klo, inhaltlich gesehen: die

Top Three der Dinge, die mir stinken

1. Die Politik von CDU/FDP
Für einen kurzen Moment dachte ich, es könnte nicht so schlimm werden mit der Koalition. Die SPD gerade mit einer Identitätskrise, die Grünen auf dem Weg zum Erwachsenwerden, die Linke ebenfalls – und die CDU mit einer Frau der Wissenschaft als Chefin. Eine promovierte Physikerin muss doch zu was nutze sein, oder?
Es kam anders, wie wir wissen. Die Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke ist eine unverfrorene Frechheit, der Aussenminister ein ausgemachter Idiot, die Politik so asozial, dass die komplette Regierung abgeschafft gehört. Nur wohin mit ihnen? Gorleben als Endlager für ausgediente Politiker ist mir zu unsicher…

2. Das Wetter
Ich bin wirklich gerne mit dem Rad unterwegs. Es ist schnell, effizient, sauber und tut mir körperlich gut. Warum spielt das Wetter dann nicht mit? Immerhin tue ich was für das Klima! Aber eine halbe Stunde zur Uni radeln, und das bei einem Wetterchen, bei dem man nicht den berühmten Hund vor die Tür jagt – ist nicht wirklich knorke.

3. Quatschende Kommilitonen
Zugegeben: Elektrotechnik morgens um acht ist wirklich nicht so prickelnd – vor allem, wenn der Prof Mathematik benutzt, die ich erst in einem halben Jahr „richtig“ kennenlerne. Da neigt man schon mal dazu, gemeinsam mit dem Nachbarn das Wochenende zu rekapitulieren. In einem Hörsaal, der 500 Personen fasst, ist das nicht wirklich geil. Vor allem, wenn man auch noch kackdreist „Nö“ sagt, wenn man um Ruhe bittet. 1000 Jahre schlechten Sex und Pickel am Arsch, ihr Kackbratzen!

Jenseits meines Horizontes
gehts weiter… Natürlich gibt es viel, viel, viel mehr Dinge, über die ich mich ereifern könnte/müsste, und es gibt viel ernstere Themen, als quatschende Idioten in vollen Hörsälen. Aber das würde eindeutig den Rahmen des Beitrags, sowie von milchmithonig.de sprengen.

20. Buchfrage: Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast.

Patrick Süskind – Das Parfum

Im Großen und Ganzen haben wir so einige gute Bücher in der Schule gelesen.
Dürrematts „Richter und sein Henker“ oder auch „Die Physiker“ habe ich auch nach der Schule mit großem Genuss gelesen; als wir in Englisch das Thema „Utopische/Dystopische Literatur“ hatten – mit den üblichen Verdächtigen „Animal Farm“ oder auch „1980“ – hatte ich erstaunlicherweise die beste Note – und mir in der mündlichen Prüfung zu dem Thema das Abi gerettet.

„Das Parfum“ begeisterte mich, weil Süskind ähnlich wie Sebastian Haffner in einem Stil schreibt, der bemerkenswert eloquent und leichtfüßig gleichzeitig daherkommt. Beide Autoren beschreiben in sehr schöner Sprache den Ekel, den sie vor einem Mann und dessen System auf der einen, und einem Mann, der ausserhalb eines Systems agiert, auf der anderen Seite haben.
In Süskinds Fall allerdings glücklicherweise fiktiv.

Ich fand „Das Parfum“ faszinierend, weil er mit Grenouille Baptiste einen solch abstoßenden Charakter zur Hauptfigur gemacht hat – ein Serienmörder, der wenig Charme besitzt und eigentlich nur geliebt werden will – und deswegen geliebten Menschen die Dinge nimmt, die er selber nicht hat: ein lebenswertes Leben und ihren Geruch.

Über sushey

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2 Antworten zu Tag 20: An welchem ich mir Luft verschaffe

  1. ohrenrausch schreibt:

    Eine schöne Liste, da könnte ich auch richtig in Fahrt kommen: Kommunikationswütige, die sich nachts um 2 lautstark vor meinem Fenster austauschen (und dann hat er gesagt, und dann hab ich gesagt, und er wieder); Fahrradfahrer (bin selbst eine), die mich übern Haufen fahren; Autofahrer, die mit Karacho die Pfütze vor mir durchfurchen; der Winter; der Herbst; der Sommer; der Frühling (je nachdem), bremse mich jetzt lieber

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