Tag 22: An welchem ich mich vielseitig zeige

oder: Werd doch was Vernünftiges!

Im Vorwort von Tad Williams‘ „Otherland“ wird erwähnt, wie viele Jobs der Autor in seinem Leben schon gemacht hat. In ähnlicher Form findet sich das auf seiner Internetseite wieder.

Ohne das Buch gelesen zu haben oder den Menschen zu kennen, wusse ich sofort, dass er mir sympatisch sein muss; obwohl ich in den Augen mancher Zeitgenossen noch nicht weit gekommen bin, so bin ich doch auch ein bisschen rumgekommen.

Immerhin habe ich meine ersten Euros in einer Restaurantküche verdient (die Nummer von wegen Tellerwäscher und Millionär, Teil 1. Am zweiten Teil arbeite ich noch…), durfte dann die Welt von hinter einem Kassentresen in der Tankstelle begutachten, um nach meinem Intermezzo als Zivildienstleistender und Barkeeper Holz zu verkaufen, während ich Sozialpädagogik und Religionspädagogik studiert habe. Nur Holz reichte augenscheinlich nicht, und so habe ich auch noch in der Mensa der Fachhochschule Essen ausgegeben.
Das Studium war eher kurzer Natur; und so begann ein weiteres Leben in der Veranstaltungsfirma, zunächst als Praktikant und dann – wer eifrig hier liest, weiß es – als Veranstaltungstechniker.
Quasi nebenbei gibt es noch den Hochseilgarten, und ich würde Einiges drauf wetten, dass Elektrotechnik nicht das letzte Themenfeld bleibt, mit dem ich mich in meinem Leben beschäftige.
Das führt dazu, dass mich die Mitmenschen immer wieder verblüfft anschauen, weil ich irgendein obskures, nebensächliches Faktum kenne, womit sie nicht gerechnet hatten.

Wie heißt es so schön? Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

22. Buchfrage: Das Buch im Regal mit den meisten Seiten

Unzweifelhaft mit fast 1600 Seiten ist dies Tolstois „Krieg und Frieden“ – eine leicht peinliche Wahl, denn bis jetzt kam ich nicht umhin, den Schinken auch mal zu lesen.
Ich glaube, ich deutete es an – schon auf den ersten Seiten schwirrten französische, englische und zum Teil auch russische Begrifflichkeiten umher, und mir alsbald der Kopf, sodass ich das Buch fortan in das unterste Regalbrett verbannte, wo es sich allein farblich wunderbar mit dem Lexikon der Weltgeschichte machte.

Über sushey

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3 Antworten zu Tag 22: An welchem ich mich vielseitig zeige

  1. alicia schreibt:

    Ich glaube nicht, daß du jemals „vernünftig“ wirst, zumindest nicht im herkömmlichen Sinn. Du bist einer der wenigen Menschen, bei denen der Weg das Ziel ist. Außerdem wäre es doch sehr schade, wenn du „nur“ Elektroingeneur wirst, schließlich hellt deine Homepage meine düsteren Tage ungemein auf und ich schätze es geht mehreren deiner Leser so. Vielleicht ist Schriftsteller auch noch `ne Option. Mal sehen was die Zukunft bringt. Bin jedenfalls gespannt. ma

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    • sushey schreibt:

      wow, danke erstmal für das kompliment! das hellt meine stimmung definitiv auf.
      aber was hat es mit den „düsteren tagen“ auf sich? muss ich mir sorgen machen? oder meinst du nur, dass es so früh dunkel wird, das gefällt mir auch nicht?

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  2. alicia schreibt:

    Na, düstere Tage .. Nebel, Regen, Nebel, Regen , den ganzen Tag künstliches Licht. Nicht mein Wetter und überhaupt N o v e m b e r. Aber bald Advent, das ändert die Sachlage ungemein. ma

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