Wer da?

Dass der ruhmreiche SV Werder Bremen eine Hinrunde zum Vergessen gespielt hat, weiß inzwischen wohl auch der letzte Backfisch. Der Sturm weiß nicht mehr, wo das gegnerische Tor steht, das Mittelfeld ist kopflos, und die Abwehr – welche Abwehr?

Eine musikalische Analyse.

One is the loneliest number

Eigentlich ist Tim Wiese in einer beneidenswerten Position. In seiner speziellen Abteilung, die in der Bundesliga ja traditionell stark besetzt ist, kann er sich mit den Besten messen – und seine Abwehr gibt ihm immer wieder zahlreiche Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Leider. Denn auch der beste Torwart kann nicht alle Torchancen vereiteln, und ausser der Spieleröffnung durch Abstoß etc. hat er nicht viele Möglichkeiten, das Spiel aktiv zu gestalten. Trotzdem ist er für mich der einzige Spieler, der konstant in starker Form ist.

Chain of Fools

Ähnlich wie Tim Wiese dürfte sich auch Per Mertesacker gefühlt haben. Auch wenn er nicht auf einem Leistngshoch wie 2006 steht, so arbeitet er doch meistens gewohn solide und unaufgeregt. Wird er allerdings so im Stich gelassen, wie von Silvestre und – leider – oft auch Pasanen und Prödl, hilft auch das beste Stellungsspiel nicht weiter. Naldo muss unbedingt wieder auf den Platz, und dann soll er Dominic Schmidt mal unter seine Fittiche nehmen, denn der macht mir nen guten Eindruck.

The Wizard of Öz

Dass so jemand wie Özil nicht für immer bei Werder bleiben würde, war klar. Wer ihn bei Real Madrid spielen sieht, weiß auch, warum. Und so schade es auch war, von seinem Abgang zu hören, so sehr haben sich vermutlich nicht nur die Fans gedacht, dass die Mannschaft es schon irgendwie richten würde.
Immerhin konnte man auch Micoud und Diego ersetzen. Das Problem: nach Micoud gab es einen Diego, nach Diego einen Özil – und diese Lücke kann keiner schließen, nicht der phlegmatische Hunt, der divenhafte Arnautovic nicht, und Wesley – nun ja. Musste hinten allzu of aushelfen, um vorne Akzente zu setzen. Borowskis Formkurve zeigte schon vor seinem Intermezzo bei den Bayern nach unten, und Frings soll sich mal um den Bargfrede kümmern und den ordentlich anlernen.
Überhaupt Frings: so sehr ich für ihn bin und glaube, dass Werder eine Kampfsau wie ihn braucht, scheint er als Kapitän zu viel Unruhe in die Mannschaft zu bringen. Er ist eben nicht so ruhig und ausgleichend wie Baumann – mit allen positiven und negativen Begleiterscheinungen.

Lost in Space

Eine häufige Szene der Hinrunde: ein Spieler, der verdächtig nach Claudio Pizarro aussieht, rettet im eigenen Strafraum, passt an Mittelfeldspieler Pizarro, der durchsteckt auf –  die Lücke, in der eigentlich Stürmer Pizarro stehen würde, hätte er nicht gerade hinten ausgeholfen. Allzuoft hatte man den Eindruck, dass die Stürmer bei Werder auf verlorenem Posten stehen, denn das offensive Mittelfeld – in den vergangenen Jahren auch selbst immer torgefährlich – scheint zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um auch noch die darbenden Stürmer füttern zu können. Zudem wird sich zusehr drauf verlassen, dass Pizarro die Bude schon noch irgendwie macht.

Fazit:

Its a complicated situation

Meiner Ansicht nach muss die sportliche Leitung zunächst ihr eigenes Handeln hinterfragen. Als Werder noch genötigt war, verstärkt Talente auszubilden und dann wieder gewinnbringend zu verkaufen, hat der Kader einen ausgeglicheneren Eindruck gemacht, in dem dann jemand wie Özil glänzen konnte. Gerade in der Frage Silvestre vs. Schmidt bin ich stark für letzteren.
Überhaupt sollte jetzt der Zeitpunkt für eine größere Zäsur sein. Es gibt viele Spieler, die nicht den Eindruck erwecken, als würden sie ihre Topleistung abrufen – oder das überhaupt wollen.
Der Verein soll jetzt bloß nicht magat’sch mit den Spielern umgehen. Aber ein bisschen Feuer unterm Hintern kann nicht schaden.

Zugleich wäre es vielleicht nicht schlecht, wenn Thomas Schaaf weniger stur auf seine Stammelf und taktische Ausrichtung setzen würde, sondern sich da wieder an seiner eigenen Flexibilität vor ein paar Jahren orientiert, als er die Raute „erfunden“ hat.

Dann heißt es nämlich hoffentlich ganz schnell wieder

Rock and Roll

Über sushey

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