2012

Es ist einer jener wunderschönen Tage im Spätwinter. Man merkt gar nicht, dass es schon recht spät ist, denn weil der Himmel knallblau und wolkenlos ist und die Tage – an sich unmerklich, aber heute doch spürbar – länger werden. Die Luft ist klar und eiskalt, und als die Sonne doch irgendwann durch ein blau-gelb-orangenes Farbenmeer abtaucht, hat man – anders als sonst im Winter – nicht das Gefühl, dass der Tag jetzt endet, sondern der Abend beginnt.

Zwei Gestalten laufen vom Hauptgebäude der TU Berlin quer über die Straße des 17. Juni zum Mathegebäude, um die dort abgestellten Fahrräder loszuketten und aufzusatteln.

Nach zwei Vorlesungen, in denen das vergangene Semester zusammengefasst wurde – einmal Analysis, einmal Elektrotechnik – freue ich mich auf das Radfahren. Die Luft und die Bewegung werden mir helfen, den Kopf für die anstehende Lernsession frei zu bekommen. Während ich die typischen Startvorkehrungen treffe – Schlüssel ins Schloss, Schloss in den Rucksack, Lampe ans Rad, Hose in die Socken gesteckt, Mütze und Handschuhe auf bzw. an – durchzuckt mich ein Gedanke:

Sollte 2012 nicht die Welt untergehen?!?  Weiterlesen „2012“

Signs

wenn ich das lied höre, dann bin ich wieder hinter dem tresen, in der gemütlichen dunkelheit; holz, gedämpftes licht, der glitzernde tresen. gläser und flaschen hinter mir, die weiß eingehussten stühle vor mir.viele, viele menschen die kommen und gehen. begrüßung, verabschiedung, hier und da ein gesprächsfetzen
kalte hände vom eis und dem kalten shakerglas.
das klappern vom eis im glas
es riecht nach einer mischung aus frischem orangensaft, allerlei exotischen aromen, zigarettenrauch, alkohol.
das gefühl der schürze, wie immer eng gebunden.
zunächst: trügerische ruhe. wenig los, vorbereitungen: obst schneiden, säfte pressen, gläser waschen. kühlschränke auffüllen, espressomaschine anschalten.
dann wird es voll. bestellungen en masse. langsam auf betriebstemperatur kommen, der flow des augenblicks. ein mojito, zwei ipanema, irgendwas mit sahne und erdbeere, flying cangaroo.

flying cangaroo ?!? – ich weiß, wer den trinkt. kurzer blick – ah, ja. richtig.

die nächsten gäste, freundliches nicken zur begrüßung.
alle teile greifen ineinander, wie ein uhrwerk. eiswürfel, 4 cl tequila, orangensaft, schütteln, hallo wie gehts? lange nicht gesehen, kannst du mir was empfehlen?
und zwischendurch crushed eis, das gemisch abseihen, sirup dazu, deko, ab dafür.
die gläser kommen zurück, schnelles gespräch mit der servicekraft, währenddessen den müll in den eimer, gläser spülen,
nächster cocktail.
du wirst warm. es macht spaß.
der flow des augenblicks.
du und die nächsten cocktails.
es läuft musik, die du kennst, gerne magst, und doch nimmst du sie nicht bewusst wahr.

und dann das vakuum.

alle cocktails abgearbeitet. snackteller herausgegeben, gläser gespült, alles verlangsamt sich. du schaust auf die uhr, und stellst fest, dass die letzten vier, fünf stunden gefühlt vergangen sind, während signs lief.

oh, wie ich diese abende vermisse.

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