Fremdartige Kulturtechniken

Umständehalber war ich heute mit den Öffis unterwegs. Den größten Teil der Reise verbrachte ich in der U-Bahn, nebst einer Gruppe von Kindern um die fünf, deren Betreuerinnen, einigen anderen Fahrgästen und der Dame etwa meines Alters neben mir.

Jene Dame ist die Protagonistin eines kleinen Schauspiels der Kulturforschung; sie wurde von einer der ungleich jüngeren Damen sehr intensiv beobachtet, denn sie verkürzte sich die Zeit mittels einer handwerklichen Tätigkeit, die in den Siebzigern und Achtzigern gang und gäbe war, zwischenzeitlich ein wenig an Verve verloren hat und nun offenbar wieder voll im Trend liegt:

(c) by elitatt

Sie strickte – wovon das Mädchen offensichtlich völlig fasziniert war. Minutenlang starrte sie auf die Entstehung einer Mütze/Socke/eines Schals und versuchte zu ergründen, wie das wohl funktioniert.

Schade, dass sie sich nicht getraut hat, die Strickende anzusprechen; ich hätte es spannend gefunden, wie sie dem Mädchen erklärt, was sie da macht und was es einmal wird.

Erwähnte ich schon, dass ich fast ausschließlich bunte, dicke Wollsocken, von Oma gestrickt, trage?

 

 

Über sushey

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