Machs gut, und danke fürs Im-Weg-Stehen

Wir befinden uns im Berlin des 22.November 2006. Es ist ein mäßig ungemütlicher Abend, und ein paar versprengte Passanten hasten an einer BarRestaurantKneipe vorbei, in der ein junger Mann sitzt, der die folgenden Stunden später als die nervlich aufreibensten seines Fußballfanlebens bezeichnen wird.

Es spielt der SV Werder Bremen gegen den FC Chelsea; in der sogenannten „Todesgruppe“ mit Barcelona und Lewski Sofia geht es um jeden Punkt.

Ab der 37. Minute besitzt Werder deren drei: ein erst kürzlich gewechselter, aber gefühlt schon ewig für Werder spielender Abwehrspieler köpft einen Freistoß ins Tor. Nach diesem Freistoß eilt er wieder zurück an seinen angestammten Platz in der Innenverteidigung – und Werder schafft etwas, das diese Mannschaft eigentlich überhaupt nicht kann: sie bringt ein 1:0 über die Zeit – und Chelsea kämpft verbissen gegen die Niederlage.

In der Folge wird Werder zwar aus der Champions League ausscheiden – mit 10 höchst beachtlichen Punkten – doch ist dies einer der Initialmomente des später einmal besten Innenverteidigerteams der Bundesliga.

Merte spielt wie ein junges Reh – irgendwie staksig, etwas langsam – und er steht immer irgendwie im Weg. Glücklicherweise nur seinen Gegenspielern, denen er beinah verlegen hinterhergrinst, wenn er wieder einmal goldrichtig stand. Im Werder-Dress hat er etwa eine Milliarde Zweikämpfe gewonnen und sich dabei eine halbe gelbe Karte eingehandelt. Einen Platzverweis gab es auch – sicherlich ein Versehen des Schiedsrichters.

Merte hat dem Spiel nicht seinen Stempel aufgedrückt wie beispielsweise Özil, aber er war doch wichtiger Teil der Mannschaft – nicht zuletzt, weil er eine angenehme Ruhe mitbringt und sehr unaufgeregt zur Tat schreitet.

Und jetzt geht er zu Arsenal. Er hat immer betont, dort gerne spielen zu wollen – wer könnte es ihm verdenken – und die 2:8 – Niederlage der Gunners zeigt, dass sie nen guten Innenverteidiger brauchen, ebenso wie Werder das Geld gebrauchen kann. Der Weggang ist schade, aber nun auch nicht gerade überraschend.

In diesem Sinne: Machs gut, und danke fürs Im-Weg-Stehen! Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr, wenn das Champions-League-Finale Werder-Arsenal lautet….

Über sushey

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