Marceese – Straßen Richtung Süden (2011/2012)

Musik mit Herz und Verstand.

Das Rezept ist im Grunde ganz einfach: Gitarre, Gesang und ab auf die Bühne.
So oder so ähnlich müssen die letzten Jahre des Kreuzberger Musikers Marceese verlaufen sein, und dass es vielleicht doch nicht ganz so einfach ist wie es scheint, zeigt sein neuer Longplayer „Straßen Richtung Süden“.

 Denn Marceese macht nicht einfach nur Songs, er erzählt Geschichten, die eben nicht nur mit Gitarre, sondern dem üblichen Bandinstrumentarium vertont wurden.

Es beginnt mit der Frage „Wie weit?“, und man wäre nur allzu leicht versucht, den Opener mit dem Albumtitel in Verbindung zu bringen.
Doch packt man es mit dem rockigen „Madiba“, oder auch dem rotzigen „Für dich“ zusammen, ergibt sich ein anderes Bild: es geht vielmehr darum, wie sehr man für eine Sache einzustehen bereit ist.

Im sehr schönen „Horizont“ etwa steht der Ich-Erzähler zu seiner Liebe gegenüber einer Person; allein die erste Zeile „Spiel mir ein Lied vor, ich will hören, was du hörst.“ ist unter Musikfans schon ein großer Zuneigungsbeweis…
Insgesamt zeichnet der Song ein schönes Bild davon, wie Beziehung funktionieren kann: man kennt sich, man weiß um die Herkunft des Anderen, es gibt schöne, aber eben auch schlechte Momente.

Mit welcher grundsätzlichen Einstellung gegenüber der Welt Marceese zu Werke geht, fasst das leidenschaftliche „Gib mir einen Grund“ wunderbar zusammen: es geht um das Leben an sich, gegen Gleichgültigkeit, gegen Perspektivlosigkeit.

Texte, Stimme und Musik harmonieren dabei ganz gut. Die leicht rauchige, stellenweise kratzige Stimme des Sängers passt zum ironischen „Für dich“, ihre Wärme ergänzt den Grundtenor.

Selten wird es einmal lauter, wie z.B. im bereits erwähnten „Gib mir einen Grund“, das mit einem muskulösen Schlagzeugbreak beginnt.
In den ruhigen Momenten gibt es trotzdem viel zu entdecken, wie z.B. das leicht psychedelische Riff in „Kopfüber“ – ansonsten sind es immer wieder Glockenspiel, das Rhodes oder auch ein guter Backgroundgesang, die immer mal wieder eingestreut werden.

Um zur Eingangsfrage zurückzukommen: „Wie weit?“ möchte man denn jetzt gehen mit diesem Album?
Nun, um mit dem vorletzten Song zu antworten: „Meilenweit.“

Das Album ist seit heute digital erhältlich, als CD soll es Anfang nächsten Jahres erscheinen.

Reinhören 

Über sushey

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3 Antworten zu Marceese – Straßen Richtung Süden (2011/2012)

  1. Jetteken schreibt:

    Erinnere mich Anfang des nächsten Jahres nochmal daran!
    Hört sich interessant an.

    Gefällt mir

  2. Pingback: Morgan Finlay – Latitude (2012) + Verlosung! « milchmithonig.de

  3. Pingback: Marceese Unplugged « milchmithonig.de

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