… steckst den Finger in’n Po und

DRESDEN

  • es gab Leute zu besuchen
  • ich war noch nie dort
  • und
  • ich wollte ein paar Tage Urlaub

Und so kam es, dass ich die letzten zwei Tage in Dresden verbracht habe, wo ich mir –  neben erwähnter Besucherei – alle Mühe gegeben habe, die Stadt touristisch zu erschließen.
Wie man das so macht als Tourist, habe ich mich zuallererst auf das größte Politikum der Stadt gestürzt: die Waldschlösschenbrücke.

Waldschlösschenbrücke - nicht im Bild: Waldschlössen. Und die Brücke ist auch nur halb fertig...

Pedologisch von meiner Unterkunft aus gut zu erreichen, wanderte ich zur Brücke hin. Unter sie hindurch. Ein Stückchen elbaufwärts. Wieder zur Brücke hin. Und wieder unter sie hindurch.
Meine Meinung: auch wenn das Tal ohne Brücke wesentlich besser aussähe und auch der Blick nach Dresden hinein hübscher wäre ohne, so ist die Brücke an sich – und so unfertig sie noch ist – ästhetisch an sich ganz ansprechend. Ob sie sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen.

Wo ich eh schon zu Fuß unterwegs war, dachte ich mir, es wäre vielleicht ganz schön, die Stadt komplett gehend zu erschließen – und wanderte an der Elbe entlang, links Wasser, rechts ehrwürdige Gemäuer.
Mein Interesse weckte ein Gebäude, das mich an eine Moschee erinnerte – und weil ich noch ein wenig Zeit hatte, dachte ich, es sei eine gute Idee, sich selbige von innen anzuschauen. Das sollte ich noch bezahlen, doch dazu später mehr.

Yenidze. Nur halb exotisch...

Als ich mich dann also dort umgeschaut hatte, sollte nun der Rest der Stadt besichtigt werden – zumindest aber die Frauenkirche und die Semperoper. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem sonderbaren Garten vorbei, mit Hecken in so Mustern, Fügüren überall und – Touristen. Noch und nöcher. Offensichtlich der Zwinger. Ganz zwanglos machte ich mich wieder aus dem Staub.
Keine Semperoper in Sicht.

Immer diese Schlagzeuger. Was hat DER denn für Drogen genommen?!?

Nach einer milden Currywurst – wir sind ja schließlich im Urlaub, da kann man das alles entspannter angehen – fand ich mit mehr Glück als Ortskenntnis die Frauenkirche. Ein eindrucksvolles Gebäude, wenngleich mir nicht ganz klar ist, warum sie rund und hoch ist, und nicht kreuzförmig. Die Orgel hat mich sehr beeindruckt; ich würde ja gerne mal ein solches Instrument spielen…
Aber wo ist die Semperoper?

Damit endete das Tourismusprogramm für diesen Tag. Ich beschäftigte mich in der TU Dresden kurz damit, fasziniert zu sein, dass mein Tablet sich anstandslos einloggen konnte, und dann damit, das Internet noch auf andere mobile Geräte zu bringen…

Die Band. Noch ohne: Band

Der Zufall brachte mich am Abend in das „Blue Note“ wo die Shouting Men und Jean Marx Express spielten, erstere rock’n’rollig veranlagt, zweitere mit einem Blueseinschlag – und einem höllisch groovigen Bassisten.
Übrigens durfte ich in einer kleinen Privatführung erfahren, was für ein hübscher Stadtteil Neustadt ist – das heißt, wenn man auf kleine Lädchen steht, auf Plakate an Hauswänden, auf nicht-so-ganz-ordentlich-und-sauber und dergleichen. Paradiesische Zustände für mich, vor allem, weil es überall Plattenläden, Musikgeschäfte, Kneipen gab…

Am nächsten Morgen erlebte ich mein Blaues Wunder – dieses Mal per Velo. Ein Cafe in Loschwitz war das Ziel – gehörte es nicht mittlerweile zu Dresden, hätte es ein verschlafenes kleines Städtchen mit Seilbahn sein können.

Wieder in die Neustadt, wieder zu Fuß, und abermals in dem kleinen Cafe mit dem leckeren „Herrentee“ – ein aromatischer Ostfriese mit Eiern.
Von dort aus schaltete ich wieder in den Touristenmodus – Postkarten und Aufstieg in die Kuppel der Frauenkirche standen an. Ach ja: und vielleicht würde ich ja die Semperoper finden…

Der Aufstieg in die Kuppel der Frauenkirche selber war super. Zwar nur eine 3- an der Schlüsselstelle, dafür aber im sächsischen Kletterstil: alle Sicherungen müssen mit Bandschlingen etc. selbst gelegt werden. Gutes Gehgelände, erschlossen. Büschen viel Touristenverkehr.
Der Ausblick von der Kuppel war spektakulär und insbesondere aufgrund der frühherbstlichen, leicht diesigen Luft bei Sonnenschein sehr schön.
Als ich wieder unten war, fiel mir ein: ich hätte nach der Semperoper schauen können.

Wir blicken jetzt in Richtung Waldschlössenbrücke und Blaues Wunder

Zum Abschluss der Reise ging ich noch mal zu der Moschee – die mitnichten ein Gotteshaus ist, sondern eine ehemalige Zigarettenfabrik, in deren Kuppel man wunderbar essen kann. Zum Nachtisch gabs ein Eis in Frauenkirchenform, und ich muss sagen: die Frauenkirche ist sehr lecker!

Ach ja: die Semperoper habe ich noch immer nicht gefunden – dafür aber das sehr eindrucksvolle Brauhaus von Radeberger😉

Über sushey

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4 Antworten zu … steckst den Finger in’n Po und

  1. alicia schreibt:

    Ja, ja, daß sagt man dann so, man sucht die Semperoper, nur um dann ein „Radeberger“ zu finden. Klingt nach ein paar schönen Tagen. Freu mich für dich und Karte angekommen… MA🙂 ♥

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  2. Karl B. schreibt:

    Dresden mit all seinen Facetten ist IMMER eine Reise wert. Egal ob Waldschlösschenbrücken – Fiasco oder Frauenkirchen-Zauber, die Stadt hat so viel mehr zu bieten und wie man hier selbst lesen kann, wird es bei uns nie langweilig. Ein schöner Bericht. Aber dass Du die Semperoper in Dresden nicht gesehen hat, obwohl Du augenscheinlich nur eine Haarlänge von ihr entfernt gestanden hast, dass lasse ich hier lieber kommentarlos im Raum stehen.

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    • sushey schreibt:

      Vielen Dank für den netten Kommentar!
      Wenn du auf den Link zu „Brauhaus“ klickst – vor dem ich stand und auch Photos gemacht habe – wirst du feststellen, dass der Treppenwitz doch eine Auflösung hat.

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  3. Pingback: Auf nach Dresden! Action im April… | milchmithonig.de

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