Hurra, Brandenburg!

„Lass uns da doch mal hinfahren.“ – Kommilitone S hatte mal wieder vom See seines Onkels in Marienwerder erzählt. Dort gab es – nunja – offensichlich einen See und eine Hütte, und alles in allem ist die Entfernung von etwa 50 Kilometern sehr gut mit dem Rad zu bewerkstelligen.

Aus der Idee wurde ein Plan, und aus dem die Durchführung, und so sattelten Kommilitone P und ich bei überzeugendem Sonnenschein nach der Uni auf, ließen Signale und Systeme Signale und Systeme sein und holten S in Prenzlauer Berg ab, Kurs gen Nordosten.

Erster größerer Zwischenstopp – und infolge seiner Lage hevorragend als Bergfeststätte geeignet – war Bernau. Dieses Städtchen verfügt über ein beeindruckendes Steintor, eine nicht minder imposante Stadtmauer und einige Nazis, die sich dahinter in dunklen Ecken versammeln, um heimlich zu rauchen.

Nicht im Bild: Nazis

Wir ließen uns gegenseitig unbehelligt, und nach dem obligatorischen Bergfestbier ging es weiter an den See. Dort ankommend, gab es ein kleine Premiere in meinem Leben: ich bin mir recht sicher, dass ich es bisher erfolgreich vermieden habe, Schwanenkacke an meinen Fahrradreifen zu sammeln. Bis wir über einen schmalen Weg zwischen den Seen fuhren, auf dem offensichtlich Schwäne wohnten.

Denn das muss man wissen: bei dem See handelte es sich um einen großen ehemaligen Fischteich, der sich im Verbund mit anderen Fischteichen befindet.

 

Nach erfolgreicher Begehung der Hütte konnte das Abendprogramm beginnen.

Die Nationalmannschaft spielte hervorragend gegen bedauernswerte Griechen, während wir mit der Grillkohle kämpften. Doch die Briketts konnten dem geballten Sachverstand dreier angehender Ingenieure nicht lange Gegenwehr leisten, und unter dem Einsatz von Brandbeschleunigern, technischen Hilfsmitteln und schierer Willenskraft ließen sich auch die hartnäckigsten Kohlen zum Glühen bringen.

Nicht im Bild: das Abendprogramm

Es folgte der Saunagang, und der furchtlose, wenn auch massiv übertriebene Einsatz von Aufgüssen hätte den stärksten Schweden umgehauen. Das glorreiche Finish kam mit dem Menthol-Aufguss, der nicht nur körperlich, sondern auch geistig völlig verwirrt: Die knapp 85° heiße Luft fühlte sich kalt auf der Haut an, während man gleichzeitig völlig am Schwitzen war.

Dem äußeren Aufguss folgte die innere Ölung, ist ja wohl klar.

Am Samstag beschlossen dann zwei Drittel der Reisegruppe, sich das verhältnismäßig nahe gelegene Schiffshebewerk Niederfinow anzuschauen. Ich erspare uns allen an dieser Stelle die ausführliche technische Beschreibung, die uns dankenswerter Weise in einer detaillierten Führung zuteil wurde, und verweise an den Wikipedia-Artikel.

Eins von diesen Bauwerken, die so groß sind, dass man sie erst nicht sieht.

Nur so viel: wenn ein solch großes, komplexes und einzigartiges Bauwerk seit fast einem Jahrhundert zuverlässig seinen Dienst tut und gleichzeitig auch noch so ästhetisch ist, dann ist das schon beeindruckend.

Wenn man oben auf dem Schiffshebewerk steht und nach Osten über den Märkischen Oderbruch schaut, dann kann man am Horizont übrigens Polen erkennen, Liter Benzin 1,20€, Stange Fluppen 19€, und ach ja: EM läuft da ja auch noch.

Das Samstagabendprogramm fiel der allgemeinen Ermüdung zum Opfer, aber wir wollten am Sonntag ohnehin recht früh wieder zurück, Uni und so.

Da mir eine echte Pointe fehlt, überlasse ich Rainald Grebe das letzte Wort:

Über sushey

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