Mumford & Sons – Babel (2012)

oder: Und täglich grüßt der Mumford

„Mumford & Sons“, das klingt nach einem alten Kleinwarenhändler aus einer Nebenstraße in London – eröffnet 1886 von Charles Mumford, als Kolonial- und Kurzwarenladen, der den Laden 45 Jahre lang führt und schließlich an seinen Sohn Charles Jr. weitergibt, welche das Sortiment behutsam modernisiert, aber ansonsten den Laden im Sinne seines Vaters – Gott habe ihn mittlerweile selig – weiterführt.

Und wer weiß, vielleicht gibt es einen solchen Laden irgendwo. Mit Sicherheit gibt es eine Band desselben Namens, deren Debütalbum „Sigh No More“ im Herbst 2009 für Furore gesorgt hat und die jetzt mit „Babel“ einen neuen Longplayer vorlegt.

Ganz wie in der kleinen Geschichte am Anfang verhält es sich mit „Babel“: das Album ist eine direkte Fortsetzung seines Vorgängers, und insofern sehr guter, unterhaltsamer Folk Rock. Die prägnante Stimme des Sängers, sowie das omnipräsente, schnell gespielte Banjo haben ohnehin einen hohen Wiedererkennungswert, aber auch die Art und Weise, wie die Songs aufgebaut sind, gleicht stark dem ersten Album – wie man schon bei den ersten Takten des Titelsongs „Babel“ merkt.

Das Problem an der Sache – und hier verlassen wir die Analogie mit dem Laden – ist genau das: ein „Sigh No More“ reicht völlig aus. Es ist ein gutes Album mit den zwei Knallern „Little Lion Man“ und „I Gave You All“, und das war 2009 spannend, aber die Band hätte ruhig etwas mutiger sein dürfen. Denn wenn man den x-ten Song á la „I Will Wait“ gehört hat – der an sich nicht schlecht ist, aber mit der immergleichen Dramaturgie aus Acapella-Teil, abgelöst durch einen stampfenden Rhythmus – wünscht man sich einen Song, der nach einem anderen Kochrezept gebacken ist.

„Ghosts That We Knew“ sticht trotz seiner Machart heraus; es ist ein sehr schönes, vergleichsweise ruhiges Stück.
Auch „Hopeless Wanderer“ ist für sich betrachtet sehr schön und leicht melodramatisch – muss sich aber mit „I Gave You All“ vergleichen lassen.

An „The Boxer“ – das Cover des Simon & Garfunkel – Klassikers ist einer von drei Bonus-Songs der Special Edition – lässt sich das Dilemma am besten festmachen: der Song klingt exakt so, wie man sich „The Boxer“ von Mumford & Sons gecovert vorstellt – und ist ein bisschen zu zahm für eine Band, die auch schon Glastonbury gerockt hat.

www.mumfordandsons.com – Offizielle Internetseite
Meine Meinung zu Sigh No More

Über sushey

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5 Antworten zu Mumford & Sons – Babel (2012)

  1. krisenmädchen schreibt:

    Sowas von deiner Meinung!!

    Gefällt mir

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