Crippled Black Phoenix – White Light Generator (2014)

crippled_black_phoenix_white_light_generatorDie Apokalypse kommt mit sägenden Gitarren und schwer stampfendem Schlagzeug – jedenfalls wenn man der Interpretation vom aktuellen Longplayer „White Light Generator“ der britischen Progressive-Rocker Crippled Black Phoenix folgt.
Die hatten ja schon im 2012er Rockmonster „(Mankind) The Crafty Ape“ die Abgründe der menschlichen Geschichte ausgelotet, und bleiben sich trotz Besetzungswechsel in der Band – neuer Sänger und Gitarrist, Sängerin und Keyboarderin weg – sowohl stilistisch, als auch inhaltlich treu.
Mit Ausnahme des seichten Eröffnungstracks „Sweeter Than You“ kann man in jedem Song anhand des Gitarrensounds und der treibenden Rhythmik des Schlagzeugs sofort erkennen, mit wem wir es hier zu tun haben.
Dabei ist durchaus eine stilistische Weiterentwicklung im Vergleich zu „(Mankind)…“ zu erkennen; im Fußball würde man sagen, die Aktionen seien zwingender geworden.
So klingt das Album insgesamt druckvoller und klarer, was eindeutig zu Lasten der Dynamik geht – CBP leisten sich kaum noch ruhigere Parts wie in „(Mankind)…“; beispielsweise geht das von einem düsteren Chor begleitete „Let’s Have An Apokalypse Now!“ beinahe nahtlos in das treibende „Black Light Generator“ über. Überhaupt hat das Schlagzeug eine tragende Rolle, nicht nur als Rhythmusfundament, sondern es schiebt vielfach auch gnadenlos die Riffs vor sich her.
Dabei ist der Sound der Band insgesamt etwas transparenter; auch wenn es viele Samples gibt, viele kleine elektronische Spielereien hier und dort, so lassen sich die einzelnen Instrumente und auch die Stimme viel Platz im Spektrum und ergänzen sich zu einem transparenten, wenn auch ungleich wuchtigerem Ganzen.
Nummer 7 – „______“ betitelt – besteht aus knappen zwei Minuten Sprachsamples und erlaubt wie auch die erste Hälfte von „Northern Comfort“ eine kurze Atempause, bevor das Stück an Dramatik zunimmt. Dabei ist „Northern Comfort“ eine recht straighte Rocknummer, die von der Steigerung nach hinten heraus lebt – sowie von dem Riff, das weit entfernt an „Hurt“ von NIN erinnert.
Mit diesen beiden Stücken ist die zweite Hälfte des Albums eingeläutet, die gegenüber der ersten ein wenig abfällt. Die Songs sind nicht mehr ganz so düster und getrieben, die Gitarren klingen deutlich mehr nach Drone, als nach Metal.
Man darf sich davon aber nicht täuschen lassen; das sarkastische „You’ll Be Murdered“ klingt am fröhlichsten während der sich wiederholenden Phrase „You’ll be murdered by life“. Optimismus geht anders.
Auch der Rausschmeißer „A Brighter Tomorrow“ ist nicht gerade ein Musterbeispiel an Fröhlichkeit und sorgt für ein verhaltenes Ende.

„White Light Generator“ ist ein wenig zwiespältig. Es ist nicht ganz so (er)drückend und fesselnd wie „(Mankind)…“, begeistert aber vom Sound und einigen starken Songs her und dürfte eben wegen seiner Zugänglichkeit einen leichteren Einstieg in die Musik der Band bieten, als sein Vorgänger.
Hörenswert!

www.crippledblackphoenix.co.uk

Über sushey

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