Wie man ein Buch macht (IV) – Publizieren

tr; dr: Sascha hat das Buch endlich drucken und binden lassen, jetzt muss er es loswerden. Am besten massenweise.

Habemus Buch
Ich hatte es schon angedeutet: auf einen der mächtigsten (und unheimlichsten) Vertriebswege habe ich freiwillig verzichtet. Das Buch wird nicht bei amazon erscheinen. Auch die .pdf nicht, die es zum kostenlosen Download gibt. Johnny Häusler hat auf spreeblick.com einige interessante Gedanken zum Thema „(e)Book bei amazon“ geschrieben.
Für mich ist die Sache so: die Inhalte gab es ohnehin auf milchmithonig.de zu lesen. Sie als Buch herauszubringen, ist mir ein persönliches Anliegen gewesen – und ja, auch eine Art Bewerbung für mögliche spätere Projekte. Auch weil ich großer Verfechter des Sharing-Gedanken bin, steht das ganze Buch nun unter einer Lizenz, die nichtkommerzielle Nutzung eindeutig erlaubt – Sharing is caring.
Sicherlich gibt es den einen oder die andere, die gerne auf dem Kindle lesen und sich vielleicht auch mein Buch dafür gekauft hätten. Mein Tipp: .pdf herunterladen (für umme!) und selber umwandeln. Dazu gibt es eine Anleitung bei chip.de
Vielleicht gibt es im unübersichtlichen Markt der Formate und Händler einen Vertriebspartner, mit dem ich glücklich wäre. Allerdings bin ich bei der derzeitigen Herstellungsweise froh über gemächliche Verkäufe🙂

Das Buch selber hat einen Preis, weil die physikalische Herstellung Kosten verursacht. Diese gliedern sich pro Buch auf wie folgt:

  • Druck:          2,63€
  • Papier:         1,63€
  • Binden:        3,00€
  • Deckblatt:    1,50€
  • gesamt:       8,76€

Beim angestrebten Verkaufspreis von 10 Euro bleibt also nicht mal ein großes Bier übrig. Einmal davon abgesehen, dass ich die hunderte Stunden des Schreibens und Editierens noch gar nicht berücksichtigt habe, sowie die des Druckens, des Hin- und Herfahrens, um Papier zu kaufen, das Buch von a nach b zu bringen, etc.

Ich habe also auch nicht wirklich das Budget, um die Stadt großflächig mit Werbeplakaten zuzupflastern. Meine Werbemaßnahmen werden sich also darauf beschränken, allen Bekannten und Verwandten von diesem Buch zu erzählen, mit dem Auftrag, bei Interesse davon weiterzuerzählen. Wer darüber bloggen möchte, bekommt ein Exemplar geschenkt. Ob man das dann weiterverschenkt oder verlost, bleibt jedem Blogger selbst überlassen. Philipp und ich werden einen Vortrag in Elmshorn halten, bei dem das Buch selbstverständlich zu haben ist – vielleicht folgen ja noch mehr in Berlin oder sonstwo.

Alles sehr graswurzelig, sehr Low Fi – aber den Wert dieses Buches sehe ich für mich selber ohnehin in den Erfahrungen, die es mitgebracht hat. Wenn es mir dann noch das eine oder andere Bier einbringt – umso besser.

Interessanterweise verkauft es sich sehr gut, wenn Menschen es selber in der Hand halten und anfassen, durchblättern, anschauen können. Das deckt sich aber mit meinem eigenen Kaufverhalten: im Internet ist meine Hemmschwelle noch immer recht hoch; ich kaufe lieber spontan Produkte, die mich „physisch“ überzeugen.

Ein weiterer Riesenfaktor war diese wunderschöne Rezension von Frau Nessy. Ihr Wort hat anscheinend Gewicht.

Fazit
Es war ein interessantes, spannendes, nervenaufreibendes, anstrengendes, lohnenswertes, einmaliges(?) Erlebnis. Während ich die letzten Fehler korrigierte, schnupperte ich wieder Islandluft, erlebte einen Teil der Reise erneut – vielleicht wegen eines Fotos, vielleicht, weil ich mit dem Faltreifen hantierte, der einen speziellen Geruch hat – und die bisher außerordentlich positiven Rückmeldungen tun meinem Ego (das mehrmals davor war, das Projekt einfach hinzuwerfen, u.A. kurz vorm Drucken) ganz gut. Vielen Dank für das Interesse, und bis zum nächsten Buch!

Teil I: Inhalt | Teil II: Arbeiten am und im Text | Teil III: Produzieren

Über sushey

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Eine Antwort zu Wie man ein Buch macht (IV) – Publizieren

  1. Pingback: Wie man ein Buch macht (II) – Arbeiten am und im Text | milchmithonig.de

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