Sünndagsschnack (2)

Moin moin,

Un-Umarmung
Eine Szene, die ich schon vor anderthalb Wochen beobachtet habe, die mich aber trotzdem weiterhin berührt: Eine Familie im Restaurant. Mutter, Vater, Sohn (etwa 8 Jahre), Tochter (ca. 4). Der Sohn geht auf Toilette, und als er wiederkommt, freut seine Schwester sich und breitet die Arme für eine Umarmung aus – doch er ignoriert sie und setzt sich direkt an den Tisch. Man spürt förmlich, wie die Kleine mit dieser Zurücksetzung zu kämpfen hat; für einen Moment weiß sie nicht, was sie damit anfangen soll. Dann schüttelt sie sich – körperlich wie emotional, vermute ich – und erzählt ihrer Mutter scheinbar unbekümmert eine Geschichte.
Mich hat das sehr berührt. Der Junge wird mit sich selbst beschäftigt gewesen sein – oder er hatte wirklich keine Lust auf eine Umarmung – und vielleicht bin ich übermäßig sentimental, aber ich dachte: „Vielleicht sind dies genau die kleinen Verletzungen und Enttäuschungen, die sich über die Jahre ansammeln und es einem später schwer machen, warm, offenherzig und vertrauensselig zu sein.“
Vielleicht hätte ich mich in dem Augenblick auch einfach nur selber über eine Umarmung gefreut.

* * *

Hobenköök
Wir bleiben im Restaurant, wechseln aber die Location: Ich war in der Hobenköök essen, und es war wirklich gut. Ein bisschen hip, ein bisschen teuer, ein bisschen sehr gut. In der Karte steht zu jedem Essen, von welchem Produzenten die Zutaten kommen – alle regional, alles saisonal – und das Essen ist sehr norddeutsch. Was ich vor allem gut fand: man kann mit diesen Vorgaben auch interessantes vegetarisches Essen machen – Kohlrabi mit Johannisbeersoße ist wirklich lecker, ebenso wie gebratene Petersiliewurzel oder frittierter Wirsing. Mir gefällt die Markthallenatmosphäre, und beim Weg von der Toilette zurück habe ich einen Schlenker durch das Gin- und Rumregal gemacht.
Also: Essen super, Atmosphäre noch auf der gemütlichen Seite von hip, Preise gehoben. Nichts für die tägliche Mittagspause, aber durchaus einen Besuch wert.

* * *

Container muss man blanchieren
Ich habe vor etwa zwei Wochen in Blankenese im Ponton Up’n Bulln einen tollen Grünkohl gegessen – übrigens mit demselben Kollegen, der mir die Hobenköök gezeigt hat, er ist gebürtiger Hamburger und zeigt mir nun seine Lieblingsorte – und vorgestern war der dann mit seiner Abteilung dort. Der Ort ist großartig; man sitzt quasi auf der Elbe und kann den Schiffsverkehr hautnah beobachten. Es ist schon sehr beeindruckend, wenn die großen und kleinen Schiffe dort vorbeikommen – insbesondere wenn eins die Kurve nicht kriegt. Das war am Tag nach dem Abteilungsessen. Zum Glück ist niemandem etwas passiert, und so drehte sich das Gespräch schnell darum, ob man Container, die auf den Teller fallen, eher frittiert oder blanchiert. Ist ja ganz klar, die sind schon hart genug, die müssen blanchiert werden.

Ob blanchiert oder frittiert: guten Start in die Woche!

* * *

Jümmer schön suutje blieven.

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Über sushey

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