Sünndagsschnack (8)

Moin moin,

Meine Computermausratte ist unsterblich
Ich habe eine Maus – ich nenne sie aufgrund ihrer Größe liebevoll Ratte – und sie geht und geht einfach nicht kaputt. Inzwischen ist sie fast 20 Jahre alt, trägt mehr als deutliche Gebrauchsspuren (manche davon ganz leicht eklig, wie das sich ablösende Gummi der Daumenauflage), das Herstellerlogo ist verblasst (inzwischen hat der Hersteller auch ein neu designtes Logo), aber da beißt die Ratte keinen Faden ab – sie verrichtet stur ihren Dienst. Manchmal muss man die Kugel reinigen (ja, Kugel. Gab es vor dem Laser), aber das selten und es ist schnell gemacht. Durch die Kugel hat die Maus noch richtig Trägheit, was ich gar nicht so schlecht finde – man spürt, was man tut…
Der Hersteller hat sich allerdings ironischerweise keinen Gefallen getan. Ich würde mir ja eine neue Maus kaufen, die Qualität der alten hat mich ja überzeugt. Aber ich weigere mich, so lange sie nicht irreparabel kaputt geht.

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Katzen-Dating
Ich habe mich neulich mit einer Freundin darüber unterhalten, ob ich eine Katze haben möchte (an sich gerne) und wie das dann wohl funktionieren könnte (eher nicht). Denn ich mag Katzen sehr gerne und Katzen mich auch, aber ich wohne nicht im Erdgeschoss, bin unter der Woche lange weg und auch sonst gerne mal unterwegs (wobei – ich könnte mir vorstellen, dass es Katzen gibt, die auch in der Lenkertasche mitfahren würden – hmmm…), was ich insgesamt als katzeninkompatibel bewerte. Ein Alternativvorschlag war, ich könne ja eine alte Katze aus dem Tierheim holen, die gewohnt ist, drinnen und allein zu wohnen. Nachdenkenswert, und beim ersten Stöbern bin ich auf diese Seite gekommen: Katzenvermittlung des Hamburger Tierschutzvereins – und finde die schon ziemlich gut gemacht. Zu jedem Tier ein Profil mit Verhalten, Eigenschaften, Persönlichkeitsmerkmalen – irgendwie Online-Dating mit Katzen.
Nach wie vor bin ich nicht davon überzeugt, dass eine Katze sich in meiner Wohnung und mit meinem Lebenswandel wohl fühlen würde, aber eine Patenschaft ist beschlossene Sache – ich weiß nur noch nicht, für wen…

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Schwarz-Weiß sehe ich mehr, als in Farbe
Ich habe die meisten Fotos in letzter Zeit mit einem alten, analogen 50mm-Objektiv von Canon gemacht (deswegen sitzt der Fokus auch nicht immer, ähem…) und die Kamera auf schwarz-weiß umgeschaltet, eigentlich nur, weil ich das für ein Projekt brauchte.
Inzwischen stelle ich aber fest, dass mir die scheinbare Einschränkung hilft, mich auf das Wesentliche eines Bildes zu konzentrieren, nämlich Komposition und Aussage. Und da lenken die Farben eher mal ab. Natürlich finde ich Farben enorm wichtig und freue mich riesig auf die Farbexplosion im Frühling, wenn die Blumen blühen – aber die Reduktion auf schwarz-weiß hilft mir, Strukturen zu erkennen. Und da ja die Kamera eh beides aufnimmt, habe ich immer die Wahl. Bei den Stühlen z.B. hat mich hauptsächlich die Gleichmäßigkeit der Reihen fasziniert, und die leicht verschobene Symmetrie mit dem Fensterrahmen. Ganz ohne Farbe würde das Bild aber viel, viel weniger wirken, als mit. Hätte ich allerdings 100% Sättigung gewählt, hätten die Farben viel zu sehr abgelenkt, deswegen habe ich die Farben entsättigt – außerdem gibt das so einen schönen 70er-Jahre-Look, der hier genau passte.

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Jümmer schön suutje blieven.

schulschluss_01

Sünndagsschnack (7)

Moin moin,

Schön hässlich
Seit einiger Zeit spiele ich mit der Idee eines Fotoprojektes, bei dem ich eine Serie von Bildern mache, die meinen Stadtteil möglichst trist und hässlich zeigen (und eher die Vorurteile bestätigen würden), und eine Serie, die eben die schönen und besonderen Stellen zeigt. Ob man den Stadtteil dann als schön oder hässlich oder irgendwo dazwischen empfindet, da muss man sich – nunja – selber ein Bild machen.
Das gestrige Schmuddelwetter kam wie gerufen, um ein paar Fotos für den hässlichen Part zu machen, und so verknüpfte ich den Samstagseinkauf mit einem Spaziergang. Weitere Vorgaben, die ich mir selber machte: ich nutze nur ein altes analoges Objektiv von Canon (50mm, an APS-C mit Adapter also eher 80/85mm; die große Offenblende von 1,8 sowie der fehlende Autofokus machen ihren eigenen Reiz aus) und fotografiere möglichst schwarz-weiß. Da die Kamera jpg und raw fotografiert, hat das den witzigen Nebeneffekt, dass ich im Sucher schwarz-weiß sehe, das jpg auch schwarz-weiß ist, ich aber im raw ein ganz normales Farbbild habe, sollte ich doch lieber Farbe nutzen wollen.
Die Motivsuche ist ebenfalls interessant: niemand schaut sich gern unschöne Motive an. Und so ist es eine Herausforderung, etwas zu finden, das nicht wirklich schön ist, aber das Bild so zu gestalten, dass man sich das Bild trotzdem gerne anschaut.
Es kamen gestern überraschend viele Bilder heraus, aber der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen.

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(Tanz)Performance
Ich habe mir am Donnerstag eine Tanzperformance angeschaut. Darauf wäre ich nie gekommen, hätte ein Kollege mich nicht mitgenommen. Einige der dargestellten Bilder waren sehr eindrucksvoll; hier hätte ich gerne Fotos gemacht. Schaut selbst:
„Omphalos“ auf Kampnagel

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Entspannte(res) Bouldern
Das Bouldern ist bei mir in letzter Zeit viel zu kurz gekommen. An den Wochenenden war ich viel unterwegs, unterwochs war es oft sehr voll (eben z.B. mit (Tanz)Performances). Bis dato war ich immer nur im Flashh, eine große, schöne Halle mit vielen Routen. Vor allem auch einigen Routen im Dach, die mag ich besonders gerne. Da Bouldern natürlich totaler Trendsport ist, ist die Halle auch immer schön überlaufen.
Diese Woche war ich dann im Salon Du Bloc, einer im Vergleich extrem kleinen Boulderhalle. Ich hatte am Anfang dann auch ein leicht beengtes Gefühl, habe dann aber festgestellt, dass hier deutlich weniger „Styler“ unterwegs sind, sondern Leute, die sich aufs Klettern konzentrieren. Das im Zusammenhang mit dem Saunagang – der im sehr moderaten Eintrittspreis enthalten ist – sorgte im Kopf für Entspannung wie lange nicht mehr. Größe ist also nicht immer alles.

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Jümmer schön suutje blieven.

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