Ausflug zum Leuchtturm Bunthäuser Spitze

Ich habe neulich eine sehr lange Tour mit dem Rad gemacht. Und bevor ich für verantwortungslos gehalten werde: ich nehme die Situation sehr ernst und habe mit Absicht ein Ziel und eine Strecke ausgesucht, die fernab der frequentierteren Orte sind – derzeit würde ich beispielsweise auf keinen Fall nach Övelgönne fahren, weil es dort viel zu voll ist.

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Sünndagsschnack (27)

Hej hej,

Kiwanuka
Ich hatte ja unlängst über Michael Kiwanukas tolles Album „Love and Hate“ geschrieben – und mir gerade sein brandneues selbstbetiteltes Werk angehört. Tolle Musik! Nicht ganz so melodramatisch wie der Vorgänger, aber nichtsdestotrotz genau das Richtige für nen entspannten Sonntagabend.

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Kleine Nordschleife

In diesem Jahr lagen Himmelfahrt und Familienfeiereien so günstig beisammen, dass ich beschlossen habe, beides zu kombinieren und aus der locker an einem Tag schaffbaren Strecke Hamburg – Heimat eine kleine Nordschleife zu machen und ein bisschen an der Nordseeküste entlang zu fahren – aus Hamburg kommend die Elbe runter, Cuxhaven auslassend Richtung Bremerhaven und dann entlang der Küste Richtung Jadebusen, und von dort Richtung Familie – so in etwa.

Auf der falschen Fähre ins Alte Land

Nanu, denke ich, als wir aus Blankenese zielsicher an Cranz vorbei nach Finkenwerder fahren, habe ich die falsche Fähre erwischt? – und tatsächlich war es so, dass ich am Anleger einem Irrtum aufgesessen bin – meine eigentliche Fähre wäre erst später gekommen. War aber nicht weiter schlimm; so lange ich auf der linken Elbeseite war, war alles gut. So bin ich immerhin am Airbus-Werk vorbei gekommen, das wollte ich mir auch schon immer mal anschauen.

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Sonnenbad

Im Alten Land dämmerte es langsam, aber es war sehr entspannt, am Deich entlang zu fahren. Der Himmel in Hamburg ist ja immer n büschen kitschig, was natürlich zur Stimmung beigetragen hat.

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Im Borsteler Hafen

Sehr spät abends kam ich dann am Campingplatz an und habe den leisesten Zeltaufbau aller Zeiten veranstaltet, um die Nachbarn nicht zu stören.

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Kurztrip nach Hause

„Junge, bist du denn am Sonntach auch dabei?“

„Jo.“

Meine Oma hatte uns zum Geburtstag eingeladen, und mit ein paar freien Tagen und großer Radreiselust beschloss ich, doch mal mit dem Rad von Berlin zur Familie zu fahren – irgendwo zwischen Bremen und Bremerhaven, rund 400 Kilometer. Seit ein Freund vor ein paar Jahren die entgegengesetzte Strecke hinter sich gebracht hatte, um mich zu besuchen, schwirrte dieser Plan lose im Kopf herum – meistens aus Zeitmangel beziehungsweise dem Vorhaben, möglichst viel Zeit mit der Familie und möglichst wenig Zeit mit dem Da-Hin-Kommen zu verbringen, nicht näher verfolgt.

Nun aber war ich am Donnerstag morgens abfahrbereit. Ich chattete noch kurz mit einer Freundin: „Wann willst du eigentlich los?“ – „Wenn ich das Müsli aufgegessen habe.“ – „Gute Antwort, so logisch.“, und sattelte dann auf.

Die Strecke bei gpsies.com

Meiner Streckenplanung folgend würde ich Berlin über Spandau verlassen, dann entlang der Havel und der Elbe zur Lüneburger Heide fahren, und von dort ist es dann nur noch ein HammelKatzensprung nach Hause. Knapp 400 Kilometer, für mich also in zweieinhalb Tagen gut machbar. Ein wenig Sorgen bereiteten mir die vorhergesagten Gewitter, doch es war eher das Gegenteil der Fall: Temperaturen jenseits der 30° und drückende Schwüle machten mir ein bisschen zu schaffen – und auch meine Streckenplanung, die ich schön entlang der Spree gelegt hatte – und nun muss ich mit vollem Gepäck Treppen steigen, weil die Promenade nicht überall barrierefrei zugänglich ist. Das muss ich mal besser nachplanen. Nach der Spree kommt der Spandauer Damm, der gefühlt Ewigkeiten lang ist – und endlich, nach 35 Kilometern geht es das erste Mal in den Wald. Und wie es in den Wald geht, einige Abschnitte sind sehr – rustikal.

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Während ich das Foto machte, stachen mich etwa 500.000 Mücken.

Nun ja. Ich wollte es ja gerne über Stock und Stein haben. Ziel erfüllt, würde ich sagen. Den weitaus größten Teil der ganzen Tour bin ich aber über asphaltierte Radwege neben Landstraßen unterwegs gewesen, und das lässt sich ziemlich gut fahren.

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…auf ’ne Runde um den Plöner See (Himmelfahrt Teil 3)

Als das GPS-Gerät einen Pfad vorschlägt, der etwa einen Meter breit ist, schwanke ich irgendwo zwischen Begeisterung („Das Ding kennt selbst solche Wege?“) und leichtem Argwohn („Was, wenn der Weg schmaler wird oder wir wieder in einer Sandkuhle landen?“).

Es ist sehr angenehm, in der Hitze durch den Wald zu fahren. Den ersten Abschnitt des heutigen Tages fuhren wir vom Strand nach Travemünde durch eine unangenehm drückende Hitze; doch statt eines Gewitters klart sich die Luft gegen Nachmittag auf, und der Wald mit seinem Wechselspiel aus Licht und Schatten tut richtig gut.

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Licht und Schatten. Bild von Philipp Konietzko.

Es tut ebenfalls gut, ein wenig abseits der Straßen und des Autoverkehrs durch Waldwege zu fahren, da sind wir uns alle einig. Dabei ist auch der Weg von Travemünde nach Offendorf angenehm zu fahren gewesen; größtenteils sind wir auf Radwegen parallel zur wenig befahrenen Landstraße unterwegs gewesen. Dabei hat die Holsteinische Schweiz alle Trümpfe ausgespielt, die sie hat: Traumwetter, viele Getreidefelder, Wiesen, Mais, Bäume, Büsche – und Karls Erdbeerhof.

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Earl Grey schmeckt auch nicht mit Spiritus (Himmelfahrt Teil 2)

Eine schöne Szene am Abend

Die Szene ist beinahe schon lächerlich kitschig, aber das macht sie nicht minder schön: Die Sonne geht im Meer unter, das ruhig an den Strand plätschert. Der Teekessel hängt über dem Lagerfeuer; und wenn man den Blick an der Bucht entlang gleiten lässt, dann zeigen sich noch mehr Lagerfeuer. Blick nach oben, und der Himmel verläuft vom Pink-Orange über Türkis, Blau ins Schwarz der Nacht, und vereinzelt kommen die Sterne heraus.

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Wasserkocher, oldschool. Bild von Philipp Konietzko

Die Fahrräder haben ihr Tagwerk getan, das in diesem Fall in Schwerin begonnen hatte. Ursprünglich sind wir mit Jule und Jan, unseren letztjährigen Mitstreitern, vor dem Schweriner Schloss verabredet gewesen, das gerüchtehalber ausnahmsweise mal frei von Gerüsten sein sollte. Der Gemütlichkeit halber, und weil in der Stadt das Frühstück nur zu Himmelfahrtspreisen zu haben war, trafen wir uns dann aber in der Bahnhofsbäckerei. Nach einem Abstecher über das Schloss – laut Jule unabdingbar, wenn man denn schon in Schwerin war – ging es durch die abermals überraschend hügelige Holsteiner Schweiz in Richtung Küste.

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Grobe Richtung Nord-Nordwest

Vielleicht ist es ein Naturgesetz. Oder in der Verfassung verankert. Oder in der Bibel. Weiß man nicht so genau. Es könnte auch einfach eine merkwürdige gesellschaftliche Konvention sein: An Himmelfahrt setzt man sich auf das Rad und säuft macht eine schöne Tour. Oder so ähnlich.

In meiner Radler-Historie hat es sich ergeben, dass Kollegen/Freunde/Ich das Himmelfahrtswochenende oft¹ genutzt haben, um ebenfalls auf das Rad zu steigen, aber weniger um des Saufens wegen, als vielmehr, dem Radsport zu frönen².

Nach einigem Hin und Her hatte sich für unsere diesjährige Tour ergeben, dass wir uns in Schwerin treffen würden, um von dort über Lübeck und Offendorf nach Ascheberg in Holstein zu fahren – einem schönen kleinen Örtchen am Plöner See. „Wir“, das sind in diesem Jahr – wie schon im Jahr zuvor – Philipp, Jule und Jan.

Ich hatte wenig Lust auf Zug und Fernbus, also bin ich noch am Dienstag Abend in die Pedale getreten und bis nach Fehrbellin geradelt, wo ich das Zelt auf einer Wiese aufgeschlagen habe. Es gab zwischendurch einen heftigen Gewitterschauer – den ich beim Vietnamesen verbracht habe – aber dafür wurde ich mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

sonnenuntergang

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#30daymusicchallenge – Tag 3: Ein Song, der dich an den Sommer erinnert.

Ich hätte über den zwanzigsten Geburtstag dieses Albums schreiben wollen. Im Herbst 2016 gab es diesen runden Feiertag für eines der unterschätztesten Alben von R.E.M. „Automatic For The People“ ist das Herbstalbum der Band, „Out of Time“ der vielleicht überschätzteste Longplayer; doch das Album, was meinen Sommer 1999 geprägt hat, war „New Adventures In Hi-Fi“. R.E.M. rockig, rastlos, laut. Ich höre es bis heute gerne, das eklektische „How The West was Won…“, das leicht prollige „Wake-Up Bomb“, das leicht verträumte „New Test Leper“, das entspannte „Undertow“, das leicht desillusionierte „E-Bow The Letter“, das dramatische „Leave“, das rastlose „Departure“, das schöne „Bittersweet Me“, das merkwürdige „Be Mine“, das fatalistische „Binky the Doormat“, das schräge „Zither“, das krachige „So Fast, So Numb“, „Low Desert“, das man wohl am besten bei schöner Abenddämmerung hört, und schließlich und endlich das wundervolle „Electrolite“. Sie haben schönere Songs gemacht, berührendere, „Automatic“ bleibt unerreicht – aber „New Adventures“ ist mein heimlicher Favorit, ein Album, das – zumindest im Kopf – immer dann läuft, wenn die Sonne scheint, wenn ich im Auto unterwegs bin, wenn ich reise. Ich bin dann mal weg:

Kletterausflug ins Steinerne Meer (2/2)

Kaum am Kärlingerhaus angekommen, wirft Christian seinen Rucksack förmlich von sich und studiert die zahlreichen Schilder, welche Wander- und Kletterpfade in der Nähe ausweisen. Christian kommt zurück und meint: „Also, der interessanteste Weg ist vermutlich der Funtenseetauern. Schwarz¹, drei Stunden lang, da sind wir rechtzeitig zum Abendessen wieder da. Wollen wir los?“

(Fast) auf den Funtenseetauern

Philipp und ich sind ein wenig erstaunt über Christians Aktionismus. Der ist doch sonst eher… gemütlich?!? Beim Bouldern und Klettern anscheinend aber nicht, und so machen wir uns alsbald wieder auf die Socken. Der Weg führt zunächst wieder über die große Ebene am See vorbei und entlang eines Bachlaufes hinauf auf eine Scharte. Hier ist es noch sehr grün; es gibt nicht nur viele Bäume, sondern auch Büsche und Gräser, die (noch) in vollem Saft stehen. Der Herbst deutet sich durch Schattierungen von Grün und Ocker zum sachten Braun hin an. Sehr schick, das Ganze. Auf einer Wiese, die eine Art kleine Hochebene darstellt, machen wir eine Pause.

Nach der Wiese wird es deutlich steiler; zwischen den spärlicher werdenden Gräsern blitzen immer wieder Felsen hervor, und ab und an braucht man dann doch die Hände. Abermals kommt uns ein Trailrunner entgegen. Nach einiger Kletterei schaffen wir es dann aber bis auf den Grat. Zur Orientierung: wir stehen im linken oberen Bild ganz oben auf der Spitze, dort wo rechts die Kerbe zu sehen ist. Zum Gipfel des Funtenseetauern geht es noch ein gutes Stück weiter rechts auf dem Grat entlang, doch Christian und ich haben an dieser Stelle genug. Wenn man rittlings wo drauf sitzt und die Beine baumeln lassen kann, dann ist der Gehweg sehr schmal. Philipp entscheidet sich für die Erstürmung des Gipfels, und es ist in der Tat recht spannend, ihn aus etwas Entfernung dabei zu beobachten, wie er oben entlang hüpft. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt schon an den Abstieg gemacht, mühselig und ein wenig schmerzhaft, denn mein Knie mag Abstiege anscheinend überhaupt nicht. Klettern geht interessanterweise, und so versuche ich, rückwärts wieder abzuklettern.

panorama_funtenseetauern
Philipp beweist erstklassige Haltung auch auf dem Grat.

Der wohlbehalten zurückgekehrte Philipp (nun mit einem Leuchten in den Augen) und Christian holen mich ein, und gemeinsam geht es zurück zur Hütte – die sich inzwischen merklich gefüllt hat. Wir verleben einen gemütlichen Abend bei gutem Essen. Weiterlesen „Kletterausflug ins Steinerne Meer (2/2)“

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