Sünndagsschnack (27)

Hej hej,

Kiwanuka
Ich hatte ja unlängst über Michael Kiwanukas tolles Album „Love and Hate“ geschrieben – und mir gerade sein brandneues selbstbetiteltes Werk angehört. Tolle Musik! Nicht ganz so melodramatisch wie der Vorgänger, aber nichtsdestotrotz genau das Richtige für nen entspannten Sonntagabend.

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…auf ’ne Runde um den Plöner See (Himmelfahrt Teil 3)

Als das GPS-Gerät einen Pfad vorschlägt, der etwa einen Meter breit ist, schwanke ich irgendwo zwischen Begeisterung („Das Ding kennt selbst solche Wege?“) und leichtem Argwohn („Was, wenn der Weg schmaler wird oder wir wieder in einer Sandkuhle landen?“).

Es ist sehr angenehm, in der Hitze durch den Wald zu fahren. Den ersten Abschnitt des heutigen Tages fuhren wir vom Strand nach Travemünde durch eine unangenehm drückende Hitze; doch statt eines Gewitters klart sich die Luft gegen Nachmittag auf, und der Wald mit seinem Wechselspiel aus Licht und Schatten tut richtig gut.

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Licht und Schatten. Bild von Philipp Konietzko.

Es tut ebenfalls gut, ein wenig abseits der Straßen und des Autoverkehrs durch Waldwege zu fahren, da sind wir uns alle einig. Dabei ist auch der Weg von Travemünde nach Offendorf angenehm zu fahren gewesen; größtenteils sind wir auf Radwegen parallel zur wenig befahrenen Landstraße unterwegs gewesen. Dabei hat die Holsteinische Schweiz alle Trümpfe ausgespielt, die sie hat: Traumwetter, viele Getreidefelder, Wiesen, Mais, Bäume, Büsche – und Karls Erdbeerhof.

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Earl Grey schmeckt auch nicht mit Spiritus (Himmelfahrt Teil 2)

Eine schöne Szene am Abend

Die Szene ist beinahe schon lächerlich kitschig, aber das macht sie nicht minder schön: Die Sonne geht im Meer unter, das ruhig an den Strand plätschert. Der Teekessel hängt über dem Lagerfeuer; und wenn man den Blick an der Bucht entlang gleiten lässt, dann zeigen sich noch mehr Lagerfeuer. Blick nach oben, und der Himmel verläuft vom Pink-Orange über Türkis, Blau ins Schwarz der Nacht, und vereinzelt kommen die Sterne heraus.

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Wasserkocher, oldschool. Bild von Philipp Konietzko

Die Fahrräder haben ihr Tagwerk getan, das in diesem Fall in Schwerin begonnen hatte. Ursprünglich sind wir mit Jule und Jan, unseren letztjährigen Mitstreitern, vor dem Schweriner Schloss verabredet gewesen, das gerüchtehalber ausnahmsweise mal frei von Gerüsten sein sollte. Der Gemütlichkeit halber, und weil in der Stadt das Frühstück nur zu Himmelfahrtspreisen zu haben war, trafen wir uns dann aber in der Bahnhofsbäckerei. Nach einem Abstecher über das Schloss – laut Jule unabdingbar, wenn man denn schon in Schwerin war – ging es durch die abermals überraschend hügelige Holsteiner Schweiz in Richtung Küste.

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Grobe Richtung Nord-Nordwest

Vielleicht ist es ein Naturgesetz. Oder in der Verfassung verankert. Oder in der Bibel. Weiß man nicht so genau. Es könnte auch einfach eine merkwürdige gesellschaftliche Konvention sein: An Himmelfahrt setzt man sich auf das Rad und säuft macht eine schöne Tour. Oder so ähnlich.

In meiner Radler-Historie hat es sich ergeben, dass Kollegen/Freunde/Ich das Himmelfahrtswochenende oft¹ genutzt haben, um ebenfalls auf das Rad zu steigen, aber weniger um des Saufens wegen, als vielmehr, dem Radsport zu frönen².

Nach einigem Hin und Her hatte sich für unsere diesjährige Tour ergeben, dass wir uns in Schwerin treffen würden, um von dort über Lübeck und Offendorf nach Ascheberg in Holstein zu fahren – einem schönen kleinen Örtchen am Plöner See. „Wir“, das sind in diesem Jahr – wie schon im Jahr zuvor – Philipp, Jule und Jan.

Ich hatte wenig Lust auf Zug und Fernbus, also bin ich noch am Dienstag Abend in die Pedale getreten und bis nach Fehrbellin geradelt, wo ich das Zelt auf einer Wiese aufgeschlagen habe. Es gab zwischendurch einen heftigen Gewitterschauer – den ich beim Vietnamesen verbracht habe – aber dafür wurde ich mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

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Mit Odysseus von Kopenhagen nach Berlin (3/3)

… als der ICE in den Bahnhof einrollt, wollen Philipp und ich es nicht wirklich wahrhaben – in den Dingern darf man ja nur Klappies mitnehmen, wenn überhaupt. Auch die Schaffner geben uns unmissverständlich zu verstehen, dass wir gerne einsteigen können, aber dann die Räder draußen bleiben müssen. Wir stehen etwas betröppelt am Bahnsteig. Wat nu?

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…und wie kommt der ICE nach Dänemark? Klar, mit der Fähre!

Zum Glück sind diese Schwierigkeiten weit von uns entfernt, als wir auf dem sehr gepflegten Campingplatz ankommen. Es ist knalleheiß, die Fahrt hierher war ein wenig öde, da immer geradeaus und an der Hauptstraße entlang, und wir lassen uns zunächst häuslich nieder – auf der grünen Wiese mit Tisch-Bank-Kombination machen sich die Zelte und Fahrräder richtig gut.

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Berlin – Kopenhagen 2016: Auf dem Fernradweg durch Dänemark (2/3)

Dieser Blogeintrag ist in Zusammenarbeit mit Jule von radelmaedchen.de entstanden und erscheint so auch bei ihr. Außer die Fotos, die sind unterschiedlich 🙂

Jule:
Den Berg hinunter, rollen sie filmreif auf die T-Kreuzung zu, an der wir bereits einige Minuten gewartet haben.
Philipp und Sascha grinsen und erreichen uns in aller Frische und schon mit ein paar Kilometern mehr auf dem Buckel als wir sie an diesem Tag bisher zurückgelegt haben. Neu motiviert und mit Lust gemeinsam weiter zu radeln, beschließen wir im nahegelegenen Stege einzukaufen. Danach wollten wir den Weg nach Møns Klint einschlagen, um dort einen Platz für die Nacht zu suchen.
Doch zunächst suchen Sascha und Philipp ein paar Einzelteile von Philipps Fahrrad auf einer Kreuzung in der Kleinstadt zusammen, die dort irgendwie abhanden gekommen sind. Er ist nicht, wie früher, mit seinem gut eingefahrenem eigenen Reise- und Alltagsrad unterwegs (es wurde ihm Anfang des Jahres in Berlin gestohlen), sondern mit dem alten Stahlrenner seines Vaters. Zweifellos ein schickes Fahrrad. Nur leider haben es einige Teile langsam hinter sich, sodass Philipp bereits zahlreiche Platten hatte (was eventuell auch an dem gut genutzten Mantel lag).
Aber es gibt quasi fast nichts, was Philipp an einem Rad nicht wieder fixen könnte und so radeln wir bald wieder munter weiter. Die beiden haben ein tolles Buch dabei, in dem Shelter und freie Campingstellen verzeichnet sind, teilweise sogar mit Wasserstellen. In Dänemark gilt leider das Jedermannsrecht nicht, wie in anderen skandinavischen Ländern. Schnell haben wir uns einen Platz mit Sheltern direkt im Wald an den Kreidefelsen heraus gesucht. Doch der Weg dahin verlangte noch ein paar Kräfte, denn es lag der bergigste Abschnitt der Tour vor uns. Der Osten von Møn, der die berühmte Steilküste aufweist, hat es nämlich in sich, zumindest für die sonst recht flachen dänischen Verhältnisse.
Die Landschaft ringsherum entlohnt jedoch reichlich für die Anstrengungen: Sanfte Hügel, strahlende, gelbe Rapsfelder und grüne Wiesen, der Ausblick aufs Meer und das stimmungsvolle Abendlicht versüßen die etwas fordernde Etappe.
Versteckt im Wald und über einen blattreichen und wurzeligen Weg zu erreichen, liegen vier nach vorn hin offene Hütten mit jeweils eigenem Tisch und Feuerstelle. Im Kreis angeordnet bieten sie einen perfekten Zufluchtsort für die Nacht – und das völlig kostenlos. Wir sind begeistert, breiten uns aus und nach einem guten, reichhaltigen Abendbrot machen wir uns im Licht der untergehenden Sonne auf den Weg zu den Kreidefelsen. Es ist kühl geworden und ich erhoffe mir durch die Bewegung meine frierenden Füße wieder aufzutauen. Das Erklimmen der Treppe zum Strand an der Klippe leistet hierzu auf dem Rückweg einen großen Beitrag.

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Dänisches Eis ist wirklich besser (1/3)

„Das ist jetzt ein wenig dekadent, aber auch ganz schön geil.“, denke ich, während ich an meinem riesigen Eis schlecke; drei Kugeln – Lakritz, Oreo und Schokosorbet – von monströser Größe. Ich sitze mit Philipp in Kopenhagens berühmter Fußgängerzone, die an diesem Sonntagabend nur noch von ein paar versprengten Touristen und notorischen Biertrinkern belebt wird. Ein langer, heißer Tag neigt sich langsam dem Ende zu, und das Eis bietet einen würdigen Abschluss.

Wie man zu einem Eis in Kopenhagen kommt? Natürlich mit dem Rad!

Zur Spreequelle, nach Usedom, nach Hause, und an der Elbe entlang¹ sind wir ja schon geradelt, immer Himmelfahrt und das dazugehörige lange Wochenende als Anlass nehmend, zu schauen, wie weit man denn so kommt an den paar Tagen. Das weit kommen ist interesssanterweise im Vergleich zur Frage: „Wie kommen wir eigentlich zurück?“ das mit Abstand kleinere Problem. Doch dazu später mehr.

Unsere Reisegruppe reduzierte sich dieses Jahr auf Philipp und mich², und nach einigen Gedankenspielen und Planereien gab es folgenden Plan: ich würde am Mittwoch Abend zu Philipp nach Ascheberg in Holstein (30 Km von Kiel entfernt) fahren, um gemeinsam mit ihm nach Kopenhagen zu radeln – unsere erste Zweiertour seit Island.

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Kurzurlaub in Irland (3)

„Would you like a Schmalzkoeckle?“ – als wir am Abend im Hostel einchecken, begrüßt uns eine Holländerin, die dort mit ihrem Freund übernachtet, und reicht uns selbstgebackene Schmalzteigteilchen, die noch warm sind und hervorragend schmecken.

Noch sind wir einen Schmalzkuchenwurf entfernt von Glendalough in Cork am Fühstückstisch, von dem aus wir einen beeindruckenden Blick auf den beunruhigend nahen und vor allem beunruhigend hoch stehenden Fluss haben. Die Servicekraft erzählt uns, dass es im vergangenen Jahr eine Flut gab, die sogar den Keller überflutet hat. Wir hoffen, dass es dieses Jahr nicht so schlimm wird.

Und machen uns auf den Weg nach Glendalogh, in die Abgeschiedenheit der Wicklow Mountains, um in aller Ruhe Silvester zu feiern. Berg, einsames Hostel… da fehlt nur noch der Schnee, um die Klischeevorstellung zu vervollkommnen.

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Das hier wirkt allerdings eher schwedisch als irisch.

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Kurzurlaub in Irland (2)

Ladies View

Am nächsten Morgen wurden wir freundlicherweise von strahlendem Sonnenschein überrascht, eine willkommene Abwechslung nach dem vollkommen verregneten ersten Tag. Wir beschlossen, diesen Umstand zu nutzen und einen Teil der Strecke zum Ring of Kerry zurückzufahren, um die Aussicht vom Ladies View genießen zu können – Kathi hatte am Nachmittag zuvor, als wir im Halbdunkel und im Regen am Aussichtspunkt standen, Stein und Bein geschworen, die Aussicht sei wirklich toll. Nun, wenn sie denn da ist, ist die Aussicht wirklich fantastisch. Davor aber standen 20 Kilometer steile, kurvige und enge Straße, und mehr als einmal mussten wir sogar furten.

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Kann der Micra eigentlich schwimmen?

Der tapfere kleine Micra scheint im Herzen ein Ire zu sein, denn er nimmt die Straßenkonditionen recht ungerührt hin. Nur bergauf mag er nicht, aber wem kann man das schon verübeln?
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