Sünndagsschnack

Moin moin,

Spaß mit der Bahn I
über die Bahn zu meckern ist ja inzwischen Volkssport und in etwa so spannend, wie eingeschlafene Füße. Deswegen muss ich hier mal eine Schranke, äh Lanze brechen: ich bin vergangene Woche nach Bad Kissingen und Retour gefahren, musste insgesamt jeweils drei Mal den Zug wechseln, und alle beteiligten Zugbegleitenden waren überaus freundlich und humorvoll. Und trotz Humors sind wir sogar pünktlich angekommen.

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Kurorte
Überhaupt Bad Kissingen. Ein befremdliches Erlebnis. Der Ort ist nicht nur gefährlich weit im Süden (Here be dragons Seehofers!) und die Leute sprechen komisch und haben sonderbare Rituale – das Konzept „Kurort“ als solches ist außerordentlich kurios: Der Ort ist gepflastert mit Hotels, (Reha)kliniken und Alteleuteangeboten (Stützstrümpfe! Blutdruckmessgeräte!), und man muss eine tägliche Imortseinsgebühr zahlen, die sich „Kurtaxe“ nennt. Dafür hat man die einmalige Gelegenheit, völlig überteuertes und stark eisenhaltiges Leitungswasser zu kaufen (nennt sich „Heilwasser“), was ja, wenn man genau drüber nachdenkt, wenn es wirklich wirken würde, dem Rehaklinikgeschäft das, nunja, Wasser abgraben würe.

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Spaß mit der Bahn II
Man sollte denken, eine einfache Fahrt Hamburg – Bremen sollte die Bahn nicht überfordern. Doch dann: „Ersatzzug ohne Platzreservierungen“ – naja egal. Platzreservierungen mache ich eh nicht – „Kommt 10 Minuten später“ – wird knapp mit dem Umsteigen in Bremen – „Heute auf nem anderen Gleis“ – nun fange ich doch an, mir Gedanken zu machen – kommt als nächstes die Ansage: „Nach Bremen fährt er auch nicht mehr.“? Fuhr er aber doch. Und selbst das Umsteigen hat noch geklappt. Aufgeregt habe ich mich nicht. Eingeschlafene Füße sind ja auch nur das Resultat einer falschen Körperhaltung vorher.

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Das Fortnite-Ministerium
Der hoch geschätzte Johnny Häusler ist für Wahlrecht ab 12:

  • und während ich darüber nachdenke, dass ich eigentlich dafür bin, junge Leute früher in politische Entscheidungen einzubeziehen und ihnen Verantwortung zu geben, kommt aus des Neffen Zimmer ein lautes Poltern, Geschrei und allerlei anderer Lärm, und während ich denke: „Prügelei mit Einbrecher?“, „Entführungsversuch durch Außerirdische?“ oder dergleichen, kommt die Antwort: „Livekonzert bei Fortnite. Ich hab mit Tomaten geworfen, fands aber eigentlich gut.“. Über die Schönheit dieser Antwort muss ich noch sinnieren, aber eins ist klar: wenn Kinder und Jugendliche entscheiden dürfen, haben wir innerhalb von Sekunden ein Fortnite-Ministerium. Aber so lange ich virtuelle Tomaten werfen kann, kann es ja auch ganz unterhaltsam sein.

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Jümmer schön suutje blieven.

Liebe S-Bahn,

… natürlich konnte niemand damit rechnen, das wir im Dezember Temperaturen um den Nullpunkt haben. Auch dieser fiese weiße, flockige Niederschlag, den wir in den letzten Tagen in rauhen Mengen hatten, ist völlig unvorstellbar um diese Zeit; „Schneechaos“ wird allerorten boulevardgemäß tituliert – und ich muss zugeben, dass mein Fahrrad tatsächlich ein wenig mehr Pflege braucht, als im Sommer.

Ich habe natürlich den wahnsinnigen Vorteil, dass ich nicht von der Deutschen Bahn geschröpft werde, so wie ihr.

Unvorstellbar, dass es Länder gibt, in denen widrigere Bedingungen herrschen, und die Züge trotzdem fahren:

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