Die letzten Tage oder so

foto: dev null | bild: unbekannt

First of all, liebe LeserInnen, die obligatorische gute Nachricht. Auch wenn „obligatorisch“ in diesem Zusammenhang ironisch klingt, der Inhalt der Nachricht ist es keineswegs, denn die gute Xandriah war so freundlich, milchmithonig.de auszuzeichnen, und zwar mit dem „Bambi-Award“ – darüber habe ich mich zunächst sehr gefreut, denn offensichtlich erfüllt milchmithonig.de zumindest einen Teil des Slogans „warm, süss und immer ein netter augenblick!“ – auch wenns in letzter Zeit arg ruhig war in diesen Gefilden.

Vielen herzlichen Dank also. Ich nehme den Award als Ansporn, in Zukunft mehr und vor allem besser zu schreiben – schließlich will ich unterhalten…

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Ein fucking Event (3/3)

literarisches mixtape

Es war am Ende nicht das Ereignis, das im Titel so großspurig angekündigt worden war; zu meiner Verteidigung möchte ich anführen, dass in den vergangenen Wochen ein Ereignis das Nächste jagte, und ich dementsprechend die allabendliche Literatur mir erstens nicht allabendlich sondern eher sporadisch zuführen konnte, und zweitens durch beschriebene Ereignisdichte die Motivation fehlte, nun auch noch aus dem Lesen ein Event zu gestalten.

„Der Besuch der alten Dame“ also stellte den Schlusspart meiner kleinen Trilogie dar, und einerseits begeisterte mich das Stück, andererseits hinterließ es einen faden Beigeschmack – weniger dem Inhalt, als mehr der Form geschuldet.

Inhaltlich ist das Stück großartig; es ist fantastisch zu beobachten, wie die alte Dame Korruption Einzug hält in ein kleines Dorf, und wie langsam aus der lethargisch-fatalistischen Stimmung ein lebensbedrohendes Potpurri der Gierigkeit wird.
Fatalerweise habe ich mich stark an das Gebahren der Bankmanager erinnert gefühlt…

Dürrematts Stil ist über jeden Zweifel erhaben; einzig die dialoglastige Form des Theaterstücks fand nicht meine Zustimmung. Vermutlich hatte ich mir insgeheim einen Thriller wie „Der Richter und sein Henker“ gewünscht.

Um also meinen Krimihunger zu stillen, habe ich mir „Pulp“ gekauft, Charles Bukowskis letzten Roman. Ich bin schon mal sehr gespannt.

Übel und gefährlich

Ich mag den Hamburger Hauptbahnhof nicht wirklich.

Während alle anderen Bahnhöfe, die ich kenne, einen Ein-und Ausgang respektive einen zweiten Aus-und Eingang besitzen – die Benennung abhängig von ihrer hauptsächlichen Nutzung durch eine unabhängige Kontrollgruppe, nämlich mich – ist der Hamburger Hauptbahnhof solchermaßen gestaltet, dass er vier vielbenutzte Zugänge besitzt, von denen mir keiner wirklich zusagt und die mir in ihrer Nutzung reichlich unklar sind. Wo gehts zur Innenstadt?!?

Immerhin fallen hier keine Eisenteile vom Dach wie in Berlin, aber das ist eine andere Geschichte…
Kalt ist es im Norden, aber eine gewisse maritime Milde im Vergleich zu den kalten und trockenen Ostwinden in Berlin lässt sich schon feststellen. Überhaupt gewinnt der Norden in der kalten Jahreszeit an Wärme, und das liegt nicht nur am Schnaps.

Nein, auch die Menschen mit ihrer rührigen Art machen es immer wieder schön, mal ein paar Tage hier zu verbringen. Im Gegensatz zu vielen Berlinern, weiß man hier immer sofort, woran man ist. Was das vielzitierte Lachen-Im-Keller betrifft, finde ich, dass alles in Ordnung ist, solange man weiß, wo dieser Keller sich befindet und wie man ihn betritt…

Das ist mir dann auch lieber, als irgendwelche Keller ins Gesicht geschlagen zu bekommen.

Mir gehts aber gar nicht um einen Vergleich meiner Lebensorte. Das kann Sven Regener viel besser und unterhaltsamer.

Zwei Bücher habe ich gelesen, während ich von Verwandschaft zu Freunden tingelte in den kurzen Pausen, die mir zwischen Mittagessen, Kaffeetrinken, Abendessen und Feiern blieben, das eine – Enzo – handelt von einem Hund und ist aus der Sicht desselben geschrieben, der gerne Rennfahrer werden würde und sich sicher ist, im nächsten Leben als Mensch wiedergeboren zu werden. Ganz süß und nett unterhaltsam, mit einigen Szenen, die zu Tränen rühren können, wenn man sich denn rühren lässt.

Ham on Rye ist ein ganz anderes Kaliber, sowohl stilistisch, als auch vom Vibe her. Man kann Bukowski lieben oder hassen für seine abgefuckte Weltsicht, aber der Stil ist großartig. Kurze, prägnante, energetische Sätze, wütend, voller schonungsloser Brutalität und so weit reduziert, wie irgend möglich. Ich mag Bukowski, weil er nicht lang schwafelt und trotz des deprimierenden Grundthemas – Armut, Ausgestoßensein, Einsamkeit – einige sehr lustige Szenen kreiert hat. In großartigen Sätzen, natürlich.

Im Zug von Bremen nach Hamburg werde ich mir noch einmal Roddy Doyle vorknöpfen. Noch ist dieses Buch nicht mein weißer Wal, aber je weiter ich komme, desto mehr erfüllt mich eine sonderbare Mischung aus Faszination, Respekt und Angeödetsein gegenüber dem Buch.
Wirkliche Freunde werden wir wohl nicht, aber manchmal ist ein guter Bekannter, der was zu sagen hat und dich aus einem bestimmten Grund für eine Weile begleitet, vielleicht einfach besser.

Was auch immer das Buch mir sagen wird.

Frohes Neues!

p.S.: der Titel? cux du bei google

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