Mad Music Munday

Es ist schon wirklich lange her, dass ich mal über Musik geschrieben habe. Die eine oder andere Rezension hat natürlich ihren Weg hier hinein gefunden, aber ansonsten war die Musik hier eher unterrepräsentiert in letzter Zeit.
Darum hier meine letzten Hörerlebnisse, und die eine oder andere Rezi wird sich wohl auch draus ergeben…

Mumford and Sons – Sigh No More

Mumford and Sons - Sigh No More

Ich vermute, dass die Single „Little Lion Man“ schon unendlich oft im Radio gespielt wurde und dementsprechend alle Radiohörer bereits genervt sind… für mich gibt sich allerdings die Möglichkeit, eine Band völlig unvoreingenommen kennenzulernen und ein leichtes Deja-Vu-Gefühl zu haben – an dem einen oder anderen Radio komme ich dann ja schon mal vorbei.
Jedenfalls ist „Sigh No More“ ein Album, dass zunächst in der „ganz nett“-Ecke gelandet ist, und ganz nett ist ja bekanntlich die kleine Schwester von „Sch…“ – glücklicherweise habe ich das Album dann doch noch ein paar Mal öfter gehört und festgestellt, dass hinter dem energetischen Folk-Rock mehr steckt als das reichlich präsente Banjo und die charismatische Stimme des Sängers.
Mir gefällt z.B. der climaktische Aufbau von „Dust Bowl Dance“, das leise, aber intensive „I Gave You All“ oder auch das melodramatische „Thistle & Weeds“.
Ein gutes Debüt!

Mumford and Sons – offizielle Page.
Rezension auf laut.de

Weiterlesen „Mad Music Munday“

sunday tunes

Volbeat – Guitar Gangsters & Cadillac Blood

Guitar Gangsters & Cadillac Blood
Volbeat - Guitar Gangsters & Cadillac Blood

„Scheiße, das ist ja fast Rockabilly!“ entfuhr es meinem Kollegen, als ich ihm zum ersten Mal Volbeat vorspielte. Äh, das ist korrekt.
Und auch wieder nicht, denn was die Dänen so interessant macht, ist die Mischung aus harten Gitarrenriffs, Rockabilly-mäßig arrangierten Songs und einer Stimme, die zwischen Elvis und Life of Agony liegt – selten war ich mit der Stimme eines Sängers so einverstanden.
Dass die Band nach nur drei Alben schon so unverwechselbar und trotzdem vielseitig ist, lässt sich vielleicht mit der Beschreibung des neuen Albums „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ erklären:

Athmosphärisch beginnt es, mit einem Wüstenrock-Intro, bei dem man förmlich den Sand knirschen hört. Eine Akustikgitarre spielt einsam ein paar Töne vor sich hin – bis ein Metalriff zum Titeltrack „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ – nun, nicht überleitet, sondern sich förmlich in die Stille hereinschneidet. Die Rhythmusgruppe beginnt zu stampfen, die Gitarren sägen weiter, und über dem allen thront die Stimme von Michael Poulsen mit ordentlich Rock’n’Roll-Timbre.

In der Art geht es weiter. „Mary Anns Place“ und „Wild Rover of Hell“ sind thrashig wie gutgelaunte Metallica, „Maybelenne I Hofteholder“ wurde irgendwie mit einer Zeitmaschine aus den Sixties geholt, und sogar vor Ska („Still Counting“) und einem Hank-Williams-Cover („So Lonesome I Could Cry“) scheuen die Dänen nicht zurück.

„Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ ist ein unverwechselbares, originelles und abwechslungsreiches Album, das sein hohes Level konstant durchhält. Und auch den Bezug zum Rockabilly; wer den nicht mag, wird mit Volbeat nichts anfangen können. Alle anderen werden Spaß haben!

www.volbeat.dk

rezension bei laut.de

guitar gangsters & cadillac blood bei amazon.de

Feist – The Reminder

Feist - The Reminder
Feist - The Reminder

Deutlich ruhiger, dafür schöner, geht Feist zu Werke. Ihr semi-akustisches Set im melancholischen ersten Song „So Sorry“ klingt beinah ebenso zerbrechlich, wie ihr Gesang. „I Feel It All“ stellt sich schon fast als Antithese des vorangegangenen Songs dar, denn er ist wesentlich selbstbewusster vorgetragen und stärker instrumentiert.
Es steckt tatsächlich Energie in dieser Frau!
Die sie in „The Park“ gleich wieder ein wenig zurücknimmt. Feist kreiert hier eine Intimität, die so auch von Chan Marshal stammen könnte – durch die analoge Aufnahmetechnik, die Hintergrundgeräusche und den blechigen Gesang gewinnt der Song an Identität.
Überhaupt leben die Lieder, die Leslie Feist schreibt, stark durch die zurückhaltende, wechselnde, aber immer stimmige Instrumentierung. Hier ein paar Pianotönte eingestreut, dort eine angezerrte Gitarre, Glockenspiel oder zwei, drei langgezogene Töne auf der Trompete.
Dies alles kreiert schöne Lieder, die wunderbar zu einem langsamen Sonntagnachmittag passen.
Und gerade wenn man denkt, das ist jetzt alles zu ruhig, irgendwo plätschert alles nur noch vor sich hin, kommt mit dem Cover „Sea Lion Woman“ eine treibende Nummer, die zum Mitgrooven anregt, und danach geht es deutlich energischer zur Sache – ohne, dass die Songs jetzt weniger schön wären, Feist hat einfach nur einen Gang hochgeschaltet, was dem Album guttut.
Insgesamt fließt das Album locker-flockig vor sich hin, und es ist Feists hervorragendem Songwriting und der angesprochenen Instrumentierung zu verdanken, dass es nicht in Pop-Belanglosigkeiten abrutscht, sondern ein Kleinod zwischen Pop und Folk bleibt.
Wer mag, kann die CD haben, ich werd sie mir nochmal als Vinyl kaufen…

www.listentofeist.com

rezension bei laut.de

the reminder bei amazon.de

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: