Tag 26: An welchem ich vorlese(n lasse)

oder: Wenn ich Hörbücher höre, penne ich entweder ein – weil ich nix zu tun habe, oder ich kriege nix mit – weil ich viel zu tun habe…

Vor einigen Jahrmillionen fuhr ich mit dem Auto von Bremen nach Hannover.  Dass es wirklich schon sehr lange her ist, merkt man daran, dass ich

1. mit meinem eigenen Auto unterwegs war und
2. noch in Hannover gewohnt habe und
3. den letzten T-Rex röchelnd am Boden liegen gesehen habe.

Ich nahm eine gute Freundin mit, die ihrerseits zu Besuch in Hannover sein würde.
Es ergab sich, dass wir unser Gespräch recht schnell abbrachen zugunsten des Scheibenwelt-Buches, das sie gerade las – sie wollte unbedingt weiterlesen, ich unterhalten werden, und so einigten wir uns auf einen wunderbaren Kompromiss:

Sie hat ab der Stelle, wo sie war, einfach vorgelesen.

Niemals kam mir die Strecke kürzer vor.

Vielleicht tue ich mich deswegen schwer mit Hörbüchern – auch der beste Vorleser schafft es nicht, kann es unmöglich überhaupt ansatzweise schaffen, einen derart perfekten Moment zu erschaffen, wie er es damals war.

Ausnahmen sind vielleicht noch „Fleisch ist mein Gemüse“ auf dem Weg von und nach Holland für die Flotte und ein Ausschnitt aus „Die Brautprinzessin“, den ich auf einer Fahrt von Berlin nach Hamburg in der Mitfahrgelegenheit gehört habe – leider musste ich an einer sehr, sehr, sehr spannenden Stelle aussteigen…

Buchfrage 26: Ein Buch, das du deinen Kindern vorlesen würdest.

Zunächst: ich vermute, dass die Wahrscheinlichkeit, irgendwann mal Kinder zu haben, in etwa der Wahrscheinlichkeit entspricht, tatsächlich einmal einen echten T-Rex zu sehen… da gibt es viele Faktoren, die stimmen müssen…

Aber sollte ich einmal Kinder haben, dann hoffe ich, dass ich ihnen viele, viele, viele Bücher vorlesen werde, abends zum Zubettgehen oder vielleicht in den Ferien an einem verregneten, dunklen Tag – wie soll ich da ein Buch herausgreifen?

Da ist zunächst die Altersfrage: dreijährige interessieren sich für und verstehen andere Dinge, als Fünfjährige, und die widerum sind anders drauf als z.B. Achtjährige.

Eine Kinder-/Jugendbuchreihe, die ich sehr lustig finde, sind die Tagebücher von Bert.
Da er selber unterschiedlich alt ist, kann man die Tagebücher sozusagen mit den Kindern aufwachsen lassen – ausserdem entsprechen die Kapitel in etwa einem Tag; man kann also sehr schön einzelne Kapitel vorlesen.
Ansonsten: die Bücher von Ende, natürlich. „Die Schatzinsel“, die „… Abenteuer“ – Reihe von Enid Blyton, später dann die „Scheibenwelt“, die „13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“, den „Hobbit“ und – als Magnum Opus – „Der Dunkle Turm“. Danach werde ich vermutlich heiser sein und nie wieder sprechen wollen.

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