Mit Odysseus von Kopenhagen nach Berlin (3/3)

… als der ICE in den Bahnhof einrollt, wollen Philipp und ich es nicht wirklich wahrhaben – in den Dingern darf man ja nur Klappies mitnehmen, wenn überhaupt. Auch die Schaffner geben uns unmissverständlich zu verstehen, dass wir gerne einsteigen können, aber dann die Räder draußen bleiben müssen. Wir stehen etwas betröppelt am Bahnsteig. Wat nu?

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…und wie kommt der ICE nach Dänemark? Klar, mit der Fähre!

Zum Glück sind diese Schwierigkeiten weit von uns entfernt, als wir auf dem sehr gepflegten Campingplatz ankommen. Es ist knalleheiß, die Fahrt hierher war ein wenig öde, da immer geradeaus und an der Hauptstraße entlang, und wir lassen uns zunächst häuslich nieder – auf der grünen Wiese mit Tisch-Bank-Kombination machen sich die Zelte und Fahrräder richtig gut.

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Berlin – Kopenhagen 2016: Auf dem Fernradweg durch Dänemark (2/3)

Dieser Blogeintrag ist in Zusammenarbeit mit Jule von radelmaedchen.de entstanden und erscheint so auch bei ihr. Außer die Fotos, die sind unterschiedlich 🙂

Jule:
Den Berg hinunter, rollen sie filmreif auf die T-Kreuzung zu, an der wir bereits einige Minuten gewartet haben.
Philipp und Sascha grinsen und erreichen uns in aller Frische und schon mit ein paar Kilometern mehr auf dem Buckel als wir sie an diesem Tag bisher zurückgelegt haben. Neu motiviert und mit Lust gemeinsam weiter zu radeln, beschließen wir im nahegelegenen Stege einzukaufen. Danach wollten wir den Weg nach Møns Klint einschlagen, um dort einen Platz für die Nacht zu suchen.
Doch zunächst suchen Sascha und Philipp ein paar Einzelteile von Philipps Fahrrad auf einer Kreuzung in der Kleinstadt zusammen, die dort irgendwie abhanden gekommen sind. Er ist nicht, wie früher, mit seinem gut eingefahrenem eigenen Reise- und Alltagsrad unterwegs (es wurde ihm Anfang des Jahres in Berlin gestohlen), sondern mit dem alten Stahlrenner seines Vaters. Zweifellos ein schickes Fahrrad. Nur leider haben es einige Teile langsam hinter sich, sodass Philipp bereits zahlreiche Platten hatte (was eventuell auch an dem gut genutzten Mantel lag).
Aber es gibt quasi fast nichts, was Philipp an einem Rad nicht wieder fixen könnte und so radeln wir bald wieder munter weiter. Die beiden haben ein tolles Buch dabei, in dem Shelter und freie Campingstellen verzeichnet sind, teilweise sogar mit Wasserstellen. In Dänemark gilt leider das Jedermannsrecht nicht, wie in anderen skandinavischen Ländern. Schnell haben wir uns einen Platz mit Sheltern direkt im Wald an den Kreidefelsen heraus gesucht. Doch der Weg dahin verlangte noch ein paar Kräfte, denn es lag der bergigste Abschnitt der Tour vor uns. Der Osten von Møn, der die berühmte Steilküste aufweist, hat es nämlich in sich, zumindest für die sonst recht flachen dänischen Verhältnisse.
Die Landschaft ringsherum entlohnt jedoch reichlich für die Anstrengungen: Sanfte Hügel, strahlende, gelbe Rapsfelder und grüne Wiesen, der Ausblick aufs Meer und das stimmungsvolle Abendlicht versüßen die etwas fordernde Etappe.
Versteckt im Wald und über einen blattreichen und wurzeligen Weg zu erreichen, liegen vier nach vorn hin offene Hütten mit jeweils eigenem Tisch und Feuerstelle. Im Kreis angeordnet bieten sie einen perfekten Zufluchtsort für die Nacht – und das völlig kostenlos. Wir sind begeistert, breiten uns aus und nach einem guten, reichhaltigen Abendbrot machen wir uns im Licht der untergehenden Sonne auf den Weg zu den Kreidefelsen. Es ist kühl geworden und ich erhoffe mir durch die Bewegung meine frierenden Füße wieder aufzutauen. Das Erklimmen der Treppe zum Strand an der Klippe leistet hierzu auf dem Rückweg einen großen Beitrag.

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Dänisches Eis ist wirklich besser (1/3)

„Das ist jetzt ein wenig dekadent, aber auch ganz schön geil.“, denke ich, während ich an meinem riesigen Eis schlecke; drei Kugeln – Lakritz, Oreo und Schokosorbet – von monströser Größe. Ich sitze mit Philipp in Kopenhagens berühmter Fußgängerzone, die an diesem Sonntagabend nur noch von ein paar versprengten Touristen und notorischen Biertrinkern belebt wird. Ein langer, heißer Tag neigt sich langsam dem Ende zu, und das Eis bietet einen würdigen Abschluss.

Wie man zu einem Eis in Kopenhagen kommt? Natürlich mit dem Rad!

Zur Spreequelle, nach Usedom, nach Hause, und an der Elbe entlang¹ sind wir ja schon geradelt, immer Himmelfahrt und das dazugehörige lange Wochenende als Anlass nehmend, zu schauen, wie weit man denn so kommt an den paar Tagen. Das weit kommen ist interesssanterweise im Vergleich zur Frage: „Wie kommen wir eigentlich zurück?“ das mit Abstand kleinere Problem. Doch dazu später mehr.

Unsere Reisegruppe reduzierte sich dieses Jahr auf Philipp und mich², und nach einigen Gedankenspielen und Planereien gab es folgenden Plan: ich würde am Mittwoch Abend zu Philipp nach Ascheberg in Holstein (30 Km von Kiel entfernt) fahren, um gemeinsam mit ihm nach Kopenhagen zu radeln – unsere erste Zweiertour seit Island.

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