Sünndagsschnack (20)

Moin moin,

hui, twinnich Sünndagsschnacks schon. Kinners, dat ging flott. De Feierei mok wi mit Nummer tweeunfofftich, dann is de Serie een Joar old.

Vishult
Es gibt ja diesen großen schwedischen Möbelladen, der neben Möbeln, Gedöns und Kötbullar auch fertig gerahmte Bilder verkauft. Motivauswahl, Druckqualität etc. sind meiner Meinung nach okay, aber – ähnlich wie die Möbel – eher Fast Food als dauerhaft. Aber damit scheinen sie den Zeitgeist zu treffen, und es wird ja niemand gezwungen, dort einzukaufen.
Ein Fotograf aus den Niederlanden hat sich mit einem bestimmten Bild aus Amsterdam beschäftigt, und dieses Video fasziniert auf mehreren Ebenen. Dort ist zum einen die Entstehungsgeschichte des Bildes selber, der – scheinbar – zufällige Auswahlprozess des Designchefs, die kitschige Nachbearbeitung mit dem roten Fahrrad, die Trivialität des Motivs und das Bild selber, das weit von Perfektion entfernt ist – siehe die Hinweise auf den vollen Mülleimer und die Tauben. Gleichzeitig ist das Video ein sehr interessanter Spiegel von Gesellschaft und Konsum.
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Berlin – Kopenhagen 2016: Auf dem Fernradweg durch Dänemark (2/3)

Dieser Blogeintrag ist in Zusammenarbeit mit Jule von radelmaedchen.de entstanden und erscheint so auch bei ihr. Außer die Fotos, die sind unterschiedlich 🙂

Jule:
Den Berg hinunter, rollen sie filmreif auf die T-Kreuzung zu, an der wir bereits einige Minuten gewartet haben.
Philipp und Sascha grinsen und erreichen uns in aller Frische und schon mit ein paar Kilometern mehr auf dem Buckel als wir sie an diesem Tag bisher zurückgelegt haben. Neu motiviert und mit Lust gemeinsam weiter zu radeln, beschließen wir im nahegelegenen Stege einzukaufen. Danach wollten wir den Weg nach Møns Klint einschlagen, um dort einen Platz für die Nacht zu suchen.
Doch zunächst suchen Sascha und Philipp ein paar Einzelteile von Philipps Fahrrad auf einer Kreuzung in der Kleinstadt zusammen, die dort irgendwie abhanden gekommen sind. Er ist nicht, wie früher, mit seinem gut eingefahrenem eigenen Reise- und Alltagsrad unterwegs (es wurde ihm Anfang des Jahres in Berlin gestohlen), sondern mit dem alten Stahlrenner seines Vaters. Zweifellos ein schickes Fahrrad. Nur leider haben es einige Teile langsam hinter sich, sodass Philipp bereits zahlreiche Platten hatte (was eventuell auch an dem gut genutzten Mantel lag).
Aber es gibt quasi fast nichts, was Philipp an einem Rad nicht wieder fixen könnte und so radeln wir bald wieder munter weiter. Die beiden haben ein tolles Buch dabei, in dem Shelter und freie Campingstellen verzeichnet sind, teilweise sogar mit Wasserstellen. In Dänemark gilt leider das Jedermannsrecht nicht, wie in anderen skandinavischen Ländern. Schnell haben wir uns einen Platz mit Sheltern direkt im Wald an den Kreidefelsen heraus gesucht. Doch der Weg dahin verlangte noch ein paar Kräfte, denn es lag der bergigste Abschnitt der Tour vor uns. Der Osten von Møn, der die berühmte Steilküste aufweist, hat es nämlich in sich, zumindest für die sonst recht flachen dänischen Verhältnisse.
Die Landschaft ringsherum entlohnt jedoch reichlich für die Anstrengungen: Sanfte Hügel, strahlende, gelbe Rapsfelder und grüne Wiesen, der Ausblick aufs Meer und das stimmungsvolle Abendlicht versüßen die etwas fordernde Etappe.
Versteckt im Wald und über einen blattreichen und wurzeligen Weg zu erreichen, liegen vier nach vorn hin offene Hütten mit jeweils eigenem Tisch und Feuerstelle. Im Kreis angeordnet bieten sie einen perfekten Zufluchtsort für die Nacht – und das völlig kostenlos. Wir sind begeistert, breiten uns aus und nach einem guten, reichhaltigen Abendbrot machen wir uns im Licht der untergehenden Sonne auf den Weg zu den Kreidefelsen. Es ist kühl geworden und ich erhoffe mir durch die Bewegung meine frierenden Füße wieder aufzutauen. Das Erklimmen der Treppe zum Strand an der Klippe leistet hierzu auf dem Rückweg einen großen Beitrag.

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