Erdige Grooves aus Phoenix‘ Asche | Massive Attack – Heligoland

Ich wollte es zunächst nicht glauben.

Erstens, dass Massive Attack ein neues Album fertig haben, und zweitens, dass es „Heligoland“ heißt – beim ersten Überfliegen der Nachricht dachte ich: „was wollen die denn mit Helgoland?“.

Nachdem ich mich ein wenig eingegrooved habe und beim vierten Titel angekommen bin, weiß ich, was sie mit Helgoland wollen: Es erobern!

Denn nicht nur „Girl I Love You“ hat musikalisch „Mezzanine“ – Düsternis und Beats – und „Protection“ – Gefühl und Melodie – als Eltern und ist ein typisches Kind, das langsam größer wird als sie selber.

Das liegt zum Einen an den Gastmusikern. Fast jeder Titel featured ein „feat.“ – und so tummeln sich neben 3D und Daddy G zahlreiche Gastmusiker auf „Heligoland“ – unter anderem Demon Albarn, Horace Andy oder die hochgeschätzte Hope Sandoval. Weiterlesen „Erdige Grooves aus Phoenix‘ Asche | Massive Attack – Heligoland“

ach, es ist gar nicht sonntag?

Da hatte ich eigentlich noch schnell die letzte Viertelstunde von dieser Radioshow hören wollen, musste aber feststellen, dass heute gar kein Sonntag ist.

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Dies nur am Rande, gänzlich unpassend ist es aber nicht, denn es geht hier um einen Kalender – besser gesagt, den Bad Usability Calendar der norwegischen Firma Netlife Research. Dieser Kalender ist völlig unbrauchbar, wenns um das Verwalten von Terminen geht, macht aber trotzdem viel Spaß, weil er seinem Namen sehr gerecht wird und dabei sehr anschaulich ist.

Gefunden habe ich das gute Stück über justaddwater.dk, dem Projekt eines dänischen Webentwicklers, der sich viel mit Usability im Netz auseinandersetzt.

Auf dessen Seite wiederum bin ich gekommen, weil ich wissen wollte, wer eigentlich hinter WordPress steckt und – viel wichtiger – was die eigentliche Motivation dieser Menschen ist, die mir – und unzähligen anderen – diese unglaubliche Infrastruktur zur Verfügung stellen. Matt Mullenweg selber scheint ein positiv verrückter Webentwickler und Jazzmusiker, und tatsächlich scheint es noch immer mehr um Idealismus, als schnöden Kommerz zu gehen – solange Google WordPress nicht kauft, fühle ich mich hier also recht wohl.

Warum ich über diesen ganzen Kram schreibe und Videos poste, statt ordentlicher Geschichten? Weil mich gerade ein Phänomen namens Schreibblockade trifft und ich meine Zeit damit verbringe, all diese kleinen Dinge zu tun, die ich nicht tue, wenn ich gerade vor Kreativität platze, wie unzufrieden und auf der Suche nach Inspiration durch Berlin radeln, zum Friseur gehen, mich über Dinge informieren, die ich schon immer mal wissen wollte, Zeit verschwenden, Filme schauen und diesen ganzen Kleckerkram, der die Organisation des eigenen Lebens ausmacht.

Irgendwann kommt er dann schon wieder, der Gedanke, der eine Satz, der mich anspornt, einen der zahlreichen Entwürfe zu erweitern, und dann habe ich wieder das Gefühl, auf Speed zu sein und wirklich fast zu platzen – Döner-Kalle kennt das zu Genüge…

Während ich dies schreibe, fallen mir zwei Dinge auf:
– a) finde ich, dass das „Unplugged“-Album der Fantastischen Vier beinah perfekt produziert ist – transparent, druckvoll, balanciert; ebenso wie z.B. „Blue Lines“ von Massive Attack,
– b) hatte ich mal was versprochen und noch nicht umgesetzt. Das wird also mein nächstes Projekt sein.
Angesichts dieser Weltkarte sollte ich genug Motivation haben…

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13 1/2 Alben – reloaded

oder: Platten, die begeistern

Bei aller Begeisterung über den Plattenspieler muss man sich natürlich fragen, was dahinter steckt. Was bringt einen Menschen wie mich, der nicht nur mit der CD aufgewachsen ist, sondern auch das Prinzip der mp3 richtig klasse findet, dazu, sich altertümlich anmutende Schallplatten anzuhören und vor allem richtig viel Geld für nen Plattenspieler auszugeben?

Die einfache Antwort: es ist mein Hobby.

Nicht mehr, nicht weniger.

Räumen wir einmal mit ein paar Vorurteilen auf: man kann nicht per se sagen, die Schallplatte sei „besser“ oder „schlechter“ als die CD. Ich selber bin dieser Fehlinterpretation auf den Leim gegangen; eine halbe Nacht lang habe ich mit einem Kameramann über digitale vs. analoge Technik diskutiert.

Klar ist: die analoge Wiedergabe eines analogen Signals auf einer (analogen) Schallplatte ist prinzipiell „näher“ am Original, weil eben analog – wie Schallwellen es nunmal sind. Dieser Technik sind ganz klare Grenzen gesetzt, z.B. in der Dynamik (weil sonst die Rillen einfach zu groß würden) oder auch in der Auflösung (das hängt stark von der Nadel ab) – das kann die CD wesentlich besser – digitale Nullen und Einsen nehmen nunmal immer den gleichen Platz weg. In Punkto Räumlichkeit liegt die Platte wieder ein bisschen vorn, und so weiter. In beiden Fällen gilt: ein gutes Abspielgerät ist viel wert.
Keine Kratzer (bei der CD) und kein Staub (bei der Platte) auch…

Eins ist klar: eine gut gemasterte Platte ist einer schlecht gemasterten CD immer überlegen, aber umgekehrt gilt eben genau das Gleiche. Auf dem High-End-Level dürften beide etwa gleichauf liegen; die CD hat da natürlich unschlagbare Vorteile wie Transportierbarkeit oder Unempfindlichkeit gegenüber Fingerabdrücken, keinen machanischen Abrieb …

Nein, für mich persönlich liegt das Unterscheidungsmerkmal in der unterschiedlichen Herangehensweise an die Medien. Eine CD lege ich ein und spiele sie ab. Das funktioniert immer, und das praktiziere ich auch ausgiebig.

Eine Schallplatte verlangt da nach einem ganz anderen Maß an Aufmerksamkeit; nicht nur, dass man sie vorsichtig aus der Hülle ziehen muss, nach dem Auflegen bürste ich einmal den Staub ab, schalte den Motor ein, bringe die Nadel in Position und setze diese dann *vorsichtig* ab. Spätestens nach der Hälfte muss dann gewechselt werden.

Ich widme einer Schallplatte also eine ganz andere Aufmerksamkeit als einer CD.
Dann höre ich die Musik natürlich auch recht laut, und hier kann der Plattenspieler groß punkten.

Ein nicht ganz unwichtiger Nebenaspekt: Platten kommen ohne Kopierschutz; ich habe immer das gleiche hochwertige Produkt. Keine Löcher, kein Vielleicht-Kann-Ich-Es-Abspielen, kein Kompromiss – und ich muss mir keine Sorgen um meinen Computer machen

Nichtsdestotrotz liebe ich natürlich CDs; eben gerade wegen ihrer Vorteile und ihrer Entstehungsgeschichte sind sie eine unglaublich tolle Erfindung.

mp3 halte ich für nen richtigen Geniestreich; wobei man schon sehr deutlich hören kann, dass da „was fehlt“ – vor allem, wenn man sie laut hört. Dafür habe ich schon viele Bands kennen- und liebengelernt, eben weil ich mir über myspace, Bandwebsite, Freundeskreis oder pandora/last.fm mal eine oder mehrere mp3s anhören konnte – als unverbindlichen Test sozusagen. Nicht selten ist daraus ein (gekauftes!) Album geworden; an mir macht die Musikindustrie also ordentlich Gewinn, obwohl ich vermute, dass sie in ihrer typischen Schwarz-Weiß-Malerei auch mich zum Verbrecher abstempeln würde.

Im Original (als Vinyl) gekauft und gehört genossen habe ich:

Sigur Ròs – ( )

sigurros_.jpgDieses Album ist groß.
Dieses Album ist und bleibt eines der schönsten Stücke Musik, die ich kenne. Schwermütig und melancholisch, ja, aber eben auch zum Sterben schön. Im Gegensatz zu „Takk“ oder „Aegaetis Byjurn“ siegt hier die Musik gegenüber der Zugänglichkeit, was aber auch bedeutet, dass es kein Album für „mal eben nebenbei“ ist.
Dämmerung, Tee und der Platz direkt vor den Boxen trifft es da schon eher.
Rezension auf laut.de
cux du amazon

Oasis – Heathen Chemistry

oasis_heathen.jpgOasis sind die größte Band der Welt. Bis ich Blur höre, dann sind sie es. Bis ich dann wieder Oasis höre…
Im Ernst: es gibt bessere Bands, sowohl als Oasis, als auch Blur. „Heathen Chemistry“ ist auch nicht unbedingt das beste Album, das die Brüder Gallagher gemacht haben, aber ein Gutes.
Manche Songs – wie „Stop Crying Your Heart Out“ oder „Little by Little“ sind perfekter Britpop und toll, andere sind eher nettes Beiwerk.

Rezension auf laut.de
cux du amazon

Architecture in Helsinki – In Case We Die

architecture_in_case.jpg„Oh Gott, was ist denn das?!?“ dachte ich, als ich dieses Album nichtsahnend auflegte, es schon vor anderthalb Jahren gekauft habend – weil mir der Name der Band und das Cover gefielen. Jetzt ballert mir das Pendant eines unaufgeräumten Kinderzimmers um die Ohren…
Insgesamt 42 Instrumente haben die Australier benutzt, manche mehr, manche weniger gut gespielt, und dazwischen haben sie einen ganzen Haufen schöner Popperlen versteckt. Hat man sie erst einmal gefunden, dann macht das Album richtig viel Spaß.

Rezension auf laut.de
cux du amazon

the zutons – tired of hanging around

zutons_tired.jpgDie Zutons habe ich zum ersten Mal am 22.04.06 in Hamburg gehört; dort waren sie Teil des „Visions Spring Break“ – zusammen mit den Kooks, Duels und Archive. Es darf munter geraten werden, wen ich eigentlich wirklich sehen wollte…
Die Zutons waren mir mit ihrem leicht naiven, souligen „New-Rock’n’Roll“ allerdings gleich recht sympatisch. Gleiches gilt für das Album.

Rezension auf laut.de

cux du amazon

Queen – A Night At The Opera

queen_night.jpgMan mag es kaum glauben: dieses Album wurde 1975 aufgenommen, noch auf Tapes – und Schneiden hieß: das physikalische Band auseinanderschnippeln und aneinanderkleben.
In Queentypischer Manier sind die Songs spitze; „Death On Two Legs“, „The Prophet’s Song“ und „Bohemian Rhapsody“ natürlich den anderen haushoch überlegen.
Der Produktion hört man an, dass sie aus den Siebzigern kommt; auch wenn ich davon ausgehe, dass das Scheppern und Krachen beabsichtigt ist, hört man von der Gitarre nur die Höhen (was aber auch ein Trademark von Brian May ist), und der gesamte Mix ist nicht so fett wie heutzutage, auch wenn sie schon intensiv mit Flangern und anderen Effekten spielten…
Die Klarheit, mit der „Bohemian Rhapsody“ aufgenommen ist, fasziniert mich allerdings immer wieder… glasklar, obwohl sie das Tape so oft überspielt haben, dass es der Legende nach beinahe schon transparent war.

laut.de gabs da noch nicht, lol!

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Massive Attack – Blue Lines

massive_attack_blue_lines.jpg„Mezzanine“ ist rockiger und abwechslungsreicher, „Blue Lines“ hat die schöneren Songs. Ich mag beide Alben sehr gerne, aber „Unfinished Symphony“ – ohnehin ein toller Song – hat mir erst gezeigt, was der Plattenspieler eigentlich so wirklich kann. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, unmittelbar vor der Band zu sitzen und konnte nicht wirklich glauben, dass ich da vorne, in der Mitte nur das Bücherregal habe – toll! Liegt natürlich auch daran, dass das gesamte Album sehr gut abgemischt ist.


Unfinished Symphony

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Air – Moon Safari

air_moon_safari.jpgÄhnlich wie „( )“ oder „Blue Lines“ oder vielleicht auch „Automatic for the People“, ist „Moon Safari“ eines dieser perfekten Überalben, bei denen aber auch so alles stimmt. Klar, nicht jeder Song ist ein Hit, aber insgesamt ist das Album sehr stimmig und vielschichtig, und auch hier ist der Mix ein Genuss, sodass der Plattenspieler seine Differenzierungsfähigkeit voll ausspielen kann.
All I Need (to be happy) ist diese Platte…


mal der rolling stone

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mùm – yesterday was dramatic – today is okay

mum_yesterday.jpgAuf mùm bin ich nur gekommen, weil ich von denen eine Mini-CD gefunden hatte, die ich ganz niedlich fand. Dieses Album ist der Lohn für meine Bemühungen bei Swamp Room und in typisch-isländischer Manier sehr schön, sehr verspielt – und sehr sonderbar. Sample um Sample, Geräusche, Melodien und Klänge basteln mùm zu einer sehr bunten Collage zusammen – nichts für Partys, aber gut zum Schreiben…
Ähnlich wie bei „In Case we Die“ lassen sich hier richtige Perlen finden, wenn man sich nicht von den anarchisch anmutenden Songstrukturen abschrecken lässt.

hey wiki…

cux du amazon

Das solls erstmal gewesen sein. Und ja, wer genau nachgezählt hat, wird nicht auf 13 1/2 Alben gekommen sein. Wir wollen ja nicht übertreiben…

Der Titel sollte eine Referenz zu den wirklichen 13 1/2 Alben sein, die mich 2004 sehr begeistert haben und damit diesen Beitrag über den typischen mad music munday herausheben…

Diese Alben dort oben begeistern mich aktuell, und wenn sie irgendjemandem von euch gefallen, um so besser.

Stay tuned!

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