Sünndagsschnack (30)

Moin moin,

Mit Paketdiensten die Stadt kennenlernen
Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die sich an den legendären Tag erinnern, an dem ich lauthals postuliert habe, niemals wieder etwas liefern zu lassen und nur noch lokal zu kaufen. Vermutlich, weil ich wieder halb durch die Stadt hirschen musste, um mein Paket aus irgendeinem verraucht-versifften Späti zu holen, den ich noch nie vorher gesehen habe (und vermutlich auch danach niemals wieder), wo ich vermutlich angemeckert wurde, weil ich keine Abholkarte dabei hatte – und das Ganze, obwohl ich vermutlich den ganzen Tag quasi neben der Wohnungstür gelauert habe und schon beinahe die ninja-artige Auslieferungsvermeidungsstrategie bewundere, die Art, mit der Paketboten sich in quasi-schrödingschem Überlagerungsstatus aus Noch-nicht-da und Schon-wieder-weg befinden, mag und verteufle.

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Heißer Ritt im Wilden Osten

Ein Vorhaben

Die ehemalige Sängerin meiner ehemaligen Band und ich haben heute ein Vorhaben in die Tat umgesetzt, das wir schon im letzten Jahr angedacht hatten, und zwar eine Radtour.

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Wie im Norden

Das wunderbare, tolle Wetter war mehr als prädestiniert dazu, und so machte ich mich des Morgens auf den Weg nach Birkenstein, gabelte sie auf, und wir fuhren nach Strausberg an den dortigen See. Strausberg war bisher immer nur die Endhaltestelle einer Bahnlinie, aber wie Berlin selber, wurde auch Strausberg durch die wortwörtliche Erfahrung viel realer – bzw. anders real als vorher.
Auf dem Weg dorthin haben wir ein mit jeder Menge Landschaft angefülltes Nichts durchquert, das mir aus meinen Zeiten in Norddeutschland mehr als bekannt vorkam: eine langgezogene Straße, ein paar Bäume, sich kilometerweit ausbreitende Felder, auf denen Rüben, Gras und Mais beginnen zu wachsen. Windräder gabs hier wie dort, aber die wachsen wohl kaum mehr…

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Die (fast) perfekte Multimedia-Show

Ticket Blue Men Group

Ich war DA! Ich kanns selber kaum glauben, aber einem Zufall habe ich es zu verdanken, dass ich mir heute Abend die Show der Blue Men Group anschauen konnte.

Um es kurz zu machen: es hat sich absolut gelohnt.

Ich hatte vorher schon Ausschnitte aus verschiedenen Blue Men – Shows gesehen, wusste also in etwa, was mich erwarten würde – und wurde trotzdem in den gut anderthalb Stunden, die die Show zu Buche schlug, bestens unterhalten. Es begann schon mit den Ankündigungen, die vor dem eigentlichen Beginn gemacht wurden – verschiedene Gäste wurden aus unterschiedlichen Gründen be-und vom Publikum gegrüßt. Der Aufforderung, Mobiltelefone, Laptops, Gameboys, Communicator und tragbare Faxgeräte doch bitte auszuschalten, kam ich gerne nach – auch wenn ich noch ein dringendes Fax erwartete. Aufgrund des am Anfang geleisteten Schwurs, keine Bild- oder Tonaufnahmen zu machen, gibts diese von mir auch nicht.

Und dann ging es erst so richtig los. Natürlich besteht ein großer Teil der Schow aus Perkussion. Die Blue Men haben sich ja auf Abflussrohre spezialisiert, und so wurde getrommelt, was das Zeug hielt. Aber recht schnell sollte sich herausstellen, dass wir rundum unterhalten werden sollten – in Wort, Bild und Ton sozusagen, und so entfaltete sich eine Show, die – stets von treibenden Rhythmen unterlegt – mal witzig, mal augenzwinkernd ernst – vor allem die „Zivilisationskrankheit“ Internet und die völlige Reizüberflutung auf die Schippe nahm – und auch sich selber, etwa wenn zwei Blue Men Schattenspiele spielen, und sich später herausstellt, dass es nur eine Projektion war und der eine in der Zeit gemütlich geraucht und Bier getrunken hat…

Überhaupt spielen die Blue Men viel mit den Sinnen und multimedialen Hilfsmitteln. So wurde aus einer 2D-Animation auf dem Bildschirm ein „echtes“ 2D-Männchen auf der Bühne, das sein Lichtschwert geschwenkt hat. Das Prinzip des Phenakistiskop wird anschaulich erklärt und deutlich gemacht, und vieles mehr.

Um nicht schon alles zu verraten, halte ich mich kurz, was die tatsächlichen Inhalte der Show betrifft.
Was mich neben der erzählten Geschichte und deren Umsetzung sehr fasziniert hat, sind die große Originalität und der hohe ästhetische Anspruch, welche die Show prägen. So etwas habe ich in der Tat noch nicht gesehen, und trotz des hohen Eintrittspreises (fast 70 Euro für ’ne Azubikarte) finde ich, dass sich diese Investition sehr gelohnt hat. Sollte man sich mal anschauen!

Eine fast perfekte Show also. Fast, weil: man kann sich ja immer noch mehr ausdenken.

Zwei kleine Schmankerl habe ich dann doch noch:


Blue Men Group, Moby, Jil Scott


Blue Men Group und Dave Matthews

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