Ein fucking Event (3/3)

literarisches mixtape

Es war am Ende nicht das Ereignis, das im Titel so großspurig angekündigt worden war; zu meiner Verteidigung möchte ich anführen, dass in den vergangenen Wochen ein Ereignis das Nächste jagte, und ich dementsprechend die allabendliche Literatur mir erstens nicht allabendlich sondern eher sporadisch zuführen konnte, und zweitens durch beschriebene Ereignisdichte die Motivation fehlte, nun auch noch aus dem Lesen ein Event zu gestalten.

„Der Besuch der alten Dame“ also stellte den Schlusspart meiner kleinen Trilogie dar, und einerseits begeisterte mich das Stück, andererseits hinterließ es einen faden Beigeschmack – weniger dem Inhalt, als mehr der Form geschuldet.

Inhaltlich ist das Stück großartig; es ist fantastisch zu beobachten, wie die alte Dame Korruption Einzug hält in ein kleines Dorf, und wie langsam aus der lethargisch-fatalistischen Stimmung ein lebensbedrohendes Potpurri der Gierigkeit wird.
Fatalerweise habe ich mich stark an das Gebahren der Bankmanager erinnert gefühlt…

Dürrematts Stil ist über jeden Zweifel erhaben; einzig die dialoglastige Form des Theaterstücks fand nicht meine Zustimmung. Vermutlich hatte ich mir insgeheim einen Thriller wie „Der Richter und sein Henker“ gewünscht.

Um also meinen Krimihunger zu stillen, habe ich mir „Pulp“ gekauft, Charles Bukowskis letzten Roman. Ich bin schon mal sehr gespannt.

mad music munday

gerade so hörbar taumeln boards of canada aus den boxen, und das liegt weniger an der musikalischen qualität der band, als mehr der unterdrückten dynamik meinerseits – ich habe schon den ganzen tag über laute musik gehört, da wollen die ohren auch einmal ein päuschen, und zudem entsteht dieser kleine beitrag zu fortgeschrittener stunde – wer weiß, ob nicht auch die nachbarn ein päuschen haben wollen…

„wie die musikalische umsetzung eines films von david lynch“ – meint jedenfalls laut.de – sei die musik der beiden, die mitnichten kanadier sind, sondern schotten.

naja.

ganz so vertrackt und verquer finde ich die boc gar nicht. ungewöhnlich, schräg, collagenhaft, gar traumartig manchmal, das stimmt schon. aber zugänglicher beispielsweise als godspeed you! black emperor, die wesentlich eher dem „lynch’schen ideal“ entsprechen – was auch immer das sein mag.

jedenfalls – und dabei beziehe ich mich auf „twoism“, eine ep aus dem jahr 1995 – füllt die platte mit ihren samples (gerne auch mal rückwärts), wabernden synthies, und mitunter schräg klingenden melodiefragmenten eine nische, in der gy!be zu unzugäglich, sigur rós zu überladen sind. geogaddi – als zweites „richtiges“ album ist allerdings um einiges interessanter.

warum ich damals meine zeit mit la bouche, sin with sebastian, shaggy & co. verschwendet habe, weiß wohl nur die bravo…

seventeen evergreen haben meine aufmerksamkeit mit diesem plattencover geweckt, das ich sehr witzig finde – ich wüsste gerne, was für ein spruch auf dem schild steht. der titel des albums spricht ebenfalls für sich…

musikalisch handelt es sich um indiepop mit elektronischen einsprengseln, der beschaulich vor sich hinplätschert und hübsch anzuhören ist – seventeen evergreen haben einige frische ideen, die sie vom allerlei abheben, und die mich letzten endes dazu brachten, mich für sie und nicht für die foo fighters zu entscheiden – sound control behauptet, sie seien irgendwo zwischen my bloody valentine und – boards of canada (aha! anm.d.verf.), aber das finde ich nicht. dataloos einschätzung finde ich, trifft es da besser.

einige sounds und songstrukturen erinnern mich an die etwas abseitigeren lieder von „by the way“ (red hot chili peppers) – insbesondere „grays“ – andere an pulps „this is hardcore“ – und das zeigt, wie facettenreich das album ist.

wie komme ich also von indiepop zu rock? nunja, ich war im plattenladen und habe wild alles zusammengesucht, was mir gefallen könnte, es dann durchgehört und mich für ein album entschieden – wir wollen ja nicht übertreiben, und platten sind teuer.

die chemical brothers mussten also abermals warten, ebenso wie ich mir „an end has a start“ von den editors nicht gekauft habe – gutes album, aber ich mag diesen britkram einfach nicht.

ja, auch das neue album der foo fighters lag auf dem plattenteller, und ich finde „the pretender“ sowas von geil. dave grohl scheint ja inzwischen entdeckt zu haben, dass ein bisschen dynamik der musik gut tut, und nutzt das auch aus. der rest des albums ist irgendwas zwischen passabel, interessant und gewohnter foo-kost – und da wollte ich lieber das unbekannte ausprobieren – sprich „life embarasses me on planet earth“. zudem stehen sie bei den ärschen von sony unter vertrag…

beim normalen durch-den-laden-strolchen habe ich noch immer nicht das piratensongsalbum gefunden. muss ich wohl doch mal amazon bemühen…

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