OE2Iceland – Orange ‚Ear in Island

Orange ‚Ear, das sind musikbegeisterte Menschen in Friedrichshain, die es sich zur Aufgabe machen, (außer)gewöhnlichen Musikern ihr Wohnzimmer zu öffnen, eine begrenzte Zuschauerzahl einzuladen, und das Ganze dann zu filmen und das Video frei verfügbar ins Internet zu stellen. Ein Projekt also, das per se begeisternswert ist, und nun haben sich die Erfinder des Ganzen etwas Neues ausgedacht:

Eine kleine Tour durch Island. Im Gegensatz zu bestimmten Bloggern nicht mit dem Fahrrad, sondern mit Videokamera, Filmlicht und Orangen unterwegs, suchen sie nach isländischen Musikern, welche diese Idee ebenso begeisternswert finden und sich mit ihrer Musik filmen lassen.

Ich persönlich finde diese Idee super (Island! Musik! Indiegogo!) und werde einige Seemeilen kaufen. Falls du ebenfalls Interesse hast, kannst du gerne die Kampagne bei indiegogo.com unterstützen.

www.orange-ear.de

Island 2013 – Reykjavík (7)

Während es draußen regnerisch und kühl ist, sitze ich im warmen Café und schreibe an der zwanzigsten Postkarte. Philipp ist im maritimen Museum; sicherlich wäre es interessant gewesen, mitzugehen, aber mir waren die Postkarten wichtiger, und ich denke auch darüber nach, wie man die Erlebnisse der Reise später in Schriftform bringen und vor allem jetzt ein kleines Update schreiben kann. Es wäre witzig, mit den Postkarten eine fortlaufende Geschichte zu erzählen, das würde auch die Empfänger untereinander in Kontakt bringen…na bei der nächsten Reise vielleicht.

Hallgrimskirkja und Leif Eriksson - oder: Das Christentum und der Heide
Hallgrimskirkja und Leif Eriksson – oder: Das Christentum und der Heide

Die nördlichste Hauptstadt der Welt

Reykjavík hat den Beinamen „nördlichste Hauptstadt der Welt“, was – wenig überraschend – ihrer Lage geschuldet ist. Sie ist das politische und kulturelle Zentrum Islands; ein Drittel der Einwohner lebt hier.
Weil sie weniger eine einzelne Stadt als vielmehr eine weitläufige Ansammlung von Stadtteilen ist und trotz ihrer Größe alle Dinge anbietet, die es in den richtig großen Hauptstädten auch gibt, ist sie eine gemütliche Kleinstadt mit Großstadtflair – oder eine Großstadt mit Kleinstadtflair, je nachdem, wie man die Sache sehen möchte.

Auf unserer Reise sollte Rekjavik als Bindeglied zwischen den Erlebnissen im Hochland und den als Nächstes anvisierten Westfjorden fungieren, doch schon die Ankunft am Zeltplatz fühlt sich ein bisschen an, wie ein Klassentreffen:
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Island 2013 – Fæhre und Færöer (3)

Philipp ist fast ein bisschen euphorisch, als er zum ersten Mal die Trinkflaschen in einem Fluss auffüllt, und auch ich bin etwas überwältigt, als wir uns nach der langen Fährfahrt, nach der Fahrt durch Dänemark, durch Norddeutschland, zwei Wochen Freunden, Familie, futtern (meistens Grillen) über den Pass aus Seyðisfjörður heraus fahren. Gerade noch hat sich Island aus dem Meer erhoben; jetzt spüren wir die Erhebungen am eigenen Leib: Wir haben gleich auf den ersten 26 Kilometern 600 Höhenmeter zu überwinden, was Steigungen von 10% bedeutet – es ist wahnsinnig anstrengend, so sehr, dass ich mir hinter meinem ersten Gang noch einen Nullten, einen Minusersten und einen Minuszweiten wünsche. Der Schweiß fließt, während man selber das Gefühl hat, am Asphalt zu kleben.

Es geht steil bergauf
Es geht steil bergauf

Auf der Norröna

Von diesem Moment sind wir noch ein paar Tage entfernt, schließlich haben wir ja quasi erst die Fähre betreten. Das Auslaufen eines anderen Schiffes und die Ankunft der Norröna beobachteten wir noch von einer Pier aus, nun gibt es einen letzten Blick zurück auf das europäische Festland – und dann geht es auf die Nordsee und den Atlantik.

Hirtshals aus der Luft - bzw. von der Fähre
Hirtshals aus der Luft – bzw. von der Fähre

Die anderthalb Tage zu den Färöern verlaufen relativ ruhig. Wir beschäftigen uns damit, die Fähre zu erkunden, knüpfen – unter anderem in der Sauna – erste Kontakte.
Das Leben auf dem Schiff ist natürlich völlig anders, als das auf dem Fahrrad. Zwar ist man auch in einer Art Wüste unterwegs – es gibt eben nur das Meer, und das ist weit und offen – aber man ist eben auch mit einem ganzen Haufen anderer Menschen in einer Stahlbadewanne. Da wir in der Holzklasse unterwegs sind, verbringen wir den größten Teil unserer Zeit auf dem halboffenen Außendeck.

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Papiergeld

Die Islandreise hat sich ja schon in vielfacher Hinsicht als recht einmalig ergeben, bevor wir überhaupt losgefahren sind.
Um auch nach dem Vertilgen der zahlreichen Tütenmahlzeiten nicht zu verhungen, empfiehlt es sich, ab und an was zu Essen zu kaufen, und da die Isländer – obwohl eines der eher demokratischeren Länder, demokratischer als Deutschland ohnehin – fest an ihre Krone glauben, und weil man da jedes Kaugummi im Automaten mit Kreditkarte kaufen kann, habe ich meine monokontoistische Lebensweise aufgegeben (ein und dasselbe Konto, seit ich 16 bin, nicht mal nen Dispo hat es, aber immerhin muss Muttern nicht mehr unterschreiben, wenn ich Überweisungen tätige…) und mir ne Kreditkarte zugelegt (hurra, endlich Pornos im Internet kaufen!).

Schönes Plastikgeld, oder so dachte ich jedenfalls.

Das Eröffnen des Kontos war ja noch recht leicht. Ein Freund hat dort ein Konto und bekommt Werbepunkte (er hat jetzt das Äquivalent eines Tischtennisballs in Punkten, also nur noch ca. 234254 weitere Werbungen bis zum Sportwagen), also er Email geschickt, Email so: „Sascha, willste?“ – Sascha so: „Jo.“ – Email so: „Dann geh noch mal zur Post und lass da deinen Ausweis angucken.“ – Sascha so: „Aber Datensch… Jo.“

Und damit begann der Papierkrieg. Ganze Regenwälder sind seitdem meinetwegen gestorben, und hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich mehr Krombacher getrunken (oder überhaupt mal ein Krombacher, die Plörre schmeckt nicht). Weiterlesen „Papiergeld“

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